Albert Ballin

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Reeder und Politiker; * 15. August 1857 in Hamburg , † 9. November 1918 in Hamburg


    ab 1899 Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Linie (Hapag); Freund des Kaisers Wilhelm II.; Kritiker der Rüstungspolitik des Admirals Tirpitz, Bemühungen um deutsch-britischen Ausgleich. Vom Kriegsausbruch überrascht, glaubte Ballin einen Gutteil seiner Flotte (114 der 194 Schiffe) unwiederbringlich verloren, da sie in internationalen Häfen vor Anker lagen und teilweise bereits beschlagnahmt worden waren. Die englische Seeblockade verhindert zudem das Auslaufen der Schiffe. Die deutsche Regierung entschädigte Ballin durch günstige Kreditvergabe und Auszahlungen für die verlorenen Schiffe, jedoch wurde keine Subventionierung versprochen, was 1916 zu unüberbrückbaren Differenzen zwischen Tirpitz und Ballin führte. Schließlich einigte man sich auf einen Kredit von 50 Millionen Mark für die Reedereien, der nach Kriegsende fällig würde. Der Lebensmittelhandel der Hapag war bereits in staatliche Hände gefallen, um die Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Ballin weitete sein Geschäftsfeld auf die Luftfahrt aus. Da der Krieg den Geschäftsmann an die wirtschaftlichen Grenzen brachte und zudem die freundschaftlichen geschäftlichen Beziehungen nach Großbritannien und in die USA schädigte, unterstützte Ballin schließlich eine Bewegung, die den Kaiser als angeblichen Kriegstreiber absetzen wollte. Als der Industrielle erkannte, dass sein Flottenimperium verloren war, nahm er sich kurz vor Kriegsende das Leben.


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