Alexander Graf Hoyos

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    österreichisch-ungarischer Politiker und Diplomat; * 13. Mai 1876 Fiume , † 20. Oktober 1937 Schwertberg


    ab 1900 österreichisch-ungarischer Attaché in Peking, Paris, Belgrad, Berlin; 1905 Erster Gesandtschaftssekretär in Stuttgart, später in London; ab 1912 Kabinettsvorsitzender und in dieser Position Vermittler zwischen dem Außenministerium und dem Hof, zudem Chefadjutant des k. u. k.-Außenministers Leopold Graf von Berchtold. Im Juli 1914 wurde Hoyos persönlich nach Berlin entsandt, um die Haltung der deutschen Regierung bezüglich der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand in Sarajevo und der geplanten militärischen Reaktion Österreich-Ungarns auszuloten. Der ungarische Adlige war Mitglied der so genannten Kriegspartei in Wien, die den potenziell gefährlichen Nachbarn Serbien so rasch wie möglich eliminieren wollte und eine aktivere Großmachtpolitik des österreichisch-ungarischen Imperiums forderte. Hoyos traf sich persönlich mit Kaiser Wilhelm, Reichskanzler Bethmann Hollweg und verschiedenen Mitgliedern des deutschen Außenministeriums. Er konnte der k. u. k.-Regierung ausrichten, dass diese einen baldigen Schlag gegen Serbien voll unterstützen würden. Nach der Kriegserklärung an Serbien verfiel der Einfluss des Außenministers auf die aktuelle Politik der Monarchie. 1917 wurde Hoyos zum Konsul in der Hauptstadt Norwegens, ein Posten, auf dem er bis Kriegsende verblieb.


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