Alexandre Etienne Millerand

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    französischer Kriegsminister; * 10. Februar 1859 Paris , † 6. April 1943 Versailles

    Präsident Poincaré und Kriegsminister Millerand beim Besuch der französischen Truppen in den Vogesen

    ab 1890 Führer des reformistischen Flügels der französischen Sozialisten; ab 1899 Handelsminister unter Pierre Waldeck-Rousseau; 1903 Ausschluss aus der Partei, da er sich von ihrer Linie entfernt hatte; ab 1905 Vertreter des nationalistischen Erwachens Frankreichs. Der inzwischen gemäßigte Linke Millerand wurde nach seiner ersten Amtszeit als Kriegsminister 1912-13 im Jahr des Kriegsausbruchs erneut in dieser Position ins Kabinett Poincarés berufen. Noch 1913 hatte sich der Politiker intensiv für eine französische Aufrüstung und einen dreijährigen Militärdienst ausgesprochen. Millerand wurde außerdem durch seine bedingungslose Unterstützung des Oberkommandierenden Joffre bekannt. So stimmte er auch dessen Vorschlag einer Regierungsverlegung aus Paris nach der Ersten Marneschlacht zu.

    Die Bildung zweier neuer Ministerialposten zur Organisation des Artillerie- und Munitionsnachschubs im Mai 1915 schwächte Millerands einflussreiche Position deutlich. Die scharfe Kritik an Joffre wegen dessen Weigerung, die Truppen Sarrails in Saloniki rechtzeitig zu verstärken, traf auch dessen rechte Hand Millerand, der im Oktober mit dem Sturz Vivianis seinen Posten verlor. 1920 Premierminister, anschließend französischer Staatspräsident.


    Bildergalerie: Schlacht um Verdun

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe