Alexandre Ribot

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    französischer Politiker und Ministerpräsident; * 7. Februar 1842 Saint-Omer , † 14. Januar 1923 Paris

    Alexandre Ribot, französischer Finanzminister

    Jurastudium, Tätigkeit als Rechtsanwalt; Ernennung zum Leiter der Abteilung für Strafsachen im Justizministerium; 1878-85, 1887-1905 Abgeordnetenmandat für Pas-de-Calais, politisch mittige Ausrichtung; 1890-92 außerdem Außenminister, in diesem Amt Einsatz für engere Verbindungen zu Russland und Initiative zum Bündnisvertrag 1892 (später erweitert zur Tripel-Entente); 1892 für vier Monate Premierminister, erneut 1895/96; 1909 Wahl in den französischen Senat.

    Nach Kriegsbeginn wurde Ribot zunächst zum Justizminister ernannt, wechselte aber rasch in das Ressort Finanzen in der "Union Sacrée" Vivianis. Er weigerte sich, eine Steuererhöhung zur Kriegsfinanzierung durchzuführen, da er mit einem kurzen Krieg rechnete, und nahm daher britische und US-amerikanische Kredite auf. 1917 nach der Krise der Regierung Briands wegen der bevorstehenden Nivelle-Offensive erneut zum Ministerpräsidenten ernannt, wehrte der Politiker alle Gespräche über einen Friedensschluss entschieden ab. Sein baldiger Rücktritt hing jedoch mit seiner Mitwirkung an der Entlassung des Innenministers Malvy zusammen, nach der er die Unterstützung der radikalen Parteien im Parlament verloren hatte. Seine letzte - folgenreiche - politische Entscheidung war die Ernennung Henri-Philippe Pétains zum französischen Oberkommandierenden; anschließend zog sich Ribot vollkommen aus der aktiven Politik zurück.


    Bildergalerie: Ostfront

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe