Alfred Viscount of Milner

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    britischer Politiker; * 1854 , † 1925

    Viscount ab 1902;

    Alfred Viscount of Milner

    kurzzeitig Tätigkeit als Journalist in London; ab 1887 Privatsekretär von Schatzkanzler George Goschen; 1890-92 Unterstaatssekretär der Finanzen in Ägypten, Einsatz für eine stärkere britische Einmischung in Nordafrika; 1897 Ernennung zum Hauptbevollmächtigten in Nordafrika und Generalgouverneur der Kapkolonie, wo er den britischen Siedlern mehr Rechte einräumte und so die Spannungen in den Burengebieten bis hin zum Südafrikanischen Krieg erhöhte. Nach dem Krieg gewährte er finanzielle Unterstützung für die Region, ließ aber auch den Import billiger chinesischer Arbeitskräfte zu. Politische Tätigkeit mit dem Ziel einer südafrikanischen Union mit starker Bindung an England; 1902 Erhebung in den Adelsstand.

    1909 Stellungnahme gegen die Budgetaufstellung Lloyd Georges. Dennoch berief dieser Milner im Dezember 1916 in sein Kriegskabinett. Gemeinsam mit Lloyd George reiste er im folgenden Jahr nach Rom. Milner war entscheidend an der Entstehung des Obersten Alliierten Kriegsrats beteiligt und bemühte sich um eine verbesserte Kooperation mit Russland, die jedoch wegen der Aufstände dort scheiterte. Seine Zeit im Alliierten Kriegsrat endete, als sich Milner massiv gegen die Kampftaktik Haigs ("Ausbluten") an der Westfront aussprach. Als Kriegsminister (ab April 1918) bemühte er sich, Anhänger für seine Pläne einer Invasion in Russland zu dessen Sicherung gegen eine deutsche Übernahme zu gewinnen. Er wurde 1919 zum Kolonialminister ernannt (bis 1921) und führte 1920 eine Kommission nach Ägypten, die eine ägyptische Unabhängigkeit empfahl.


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