Alfred von Tirpitz

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Admiral und Politiker; * 19. März 1849 in Küstrin , † 6. März 1930 in Ebenhausen bei München

    Alfred von Tirpitz

    Seit 1865 in der preußischen Marine, organisierte Alfred von Tirpitz von 1877 bis 1888 die Torpedowaffe. Als Chef des Kreuzergeschwaders in Ostasien 1896/97 setzte er sich für den Erwerb von Kiautschou ein. Seit 1897 Staatssekretär des Reichsmarineamts, seit 1898 auch preußischer Staatsminister, brachte er die großen Flottengesetze von 1898 bis 1912 durch und schuf die Hochseeflotte, die als zweitstärkste Flotte der Welt England von einem Krieg mit Deutschland abhalten sollte. Von militärischem Denken geprägt, war er von großem Einfluss auf den flottenbegeisterten Kaiser wie auch auf die Öffentlichkeit und verhinderte einen Ausgleich mit England gegen Bethmann Hollweg. 1898 war Tirpitz Mitbegründer des Deutschen Flottenvereins. Auch während des Ersten Weltkriegs befürwortete er im Gegensatz zum Kaiser den Einsatz der Flotte und den uneingeschränkten U-Boot-Krieg, doch setzte er sich nicht durch und trat 1916 zurück. Als Anhänger eines Siegfriedens gründete er 1917 zusammen mit Kapp die Deutsche Vaterlandspartei. Auch nach dem Krieg kaisertreu, förderte er 1925 die Kandidatur Hindenburgs zum Reichspräsidenten. 1908-18 war er Mitglied des preußischen Herrenhauses, 1924-28 deutsch-nationaler Reichstagsabgeordneter.


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