Arabischer Aufstand

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Das britische Kriegsgeschick erfuhr Mitte 1916 eine beträchtliche Verbesserung, als sich der Kalif von Mekka in Hejaz in einem Aufstand gegen die türkische Vorherrschaft erhob. Der Kalif hatte den Briten bereits einen Dienst erwiesen, indem er das türkische Gesuch, den Heiligen Krieg (Jihad) gegen die Briten auszurufen, abschlagen hatte. Die Araber eroberten am 12.6. Jeddah und am 21.9. Taif. Es gelang ihnen jedoch nicht, Medina, die südlichste türkische Garnison, einzunehmen. Diese anfänglichen Erfolge in Arabien ermutigten die Briten, über Sinai nach El Arish vorzurücken, wo sie im Dezember 1916 eintrafen.

    Als Ende 1916 T. E. Lawrence Stabschef von Feisals arabischer Nordarmee wurde, wurden die Operationen in Hejaz verstärkt wieder aufgenommen. Lawrence versicherte sich der Zustimmung der Araber, um nach Wejh aufzurücken, wobei Medina den Türken überlassen wurde. Von ihrem neuen Stützpunkt aus verübten die Araber regelmäßig Guerilla-Angriffe auf das südliche Ende der Eisenbahnstrecke in Hejaz, wodurch sie die Türken zwangen, ihre Pläne einer Rückeroberung Mekkas aufzugeben. Die Türken mussten sich nun verstärkt auf die Verteidigung ihrer Hauptverbindungslinie konzentrieren. Um es den arabischen Truppen zu ermöglichen, unbehindert weiter nördlich an der linken Flanke der türkischen Streitkräfte zu agieren, war es zunächst notwendig, den Feind aus dem Hafen von Aqaba (am Roten Meer) zu vertreiben. Die Einnahme des Hafens durch einen Überraschungsangriff von Lawrence im Juli 1917 beseitigte jede Gefahr für das britische Nachrichtenwesen in Sinai. Außerdem wurde es Feisals Truppen ermöglicht, dort ihren Stützpunkt zu errichten. Da die arabischen Operationen während der Jahre 1917-18 ausgeweitet wurden, waren immer mehr türkische Streitkräfte notwendig, um die Eisenbahnstrecke in Hejaz und das südlich daran anschließende Gebiet zu bewachen - mehr als benötigt wurden, um die Briten in Palästina zu bekämpfen.

    Infolge des Wechsels der britischen Heeresleitung in Palästina im Juni 1917 (Ablösung von General Murray durch General Sir Edmund Allenby) nahm die Unterstützung an Kriegsgerät für den Arabischen Aufstand stark zu. Die zur Verfügung gestellten Panzerwagen, Maschinengewehre etc. ermöglichten einer arabischen Truppe von 6000 Mann, die britische Flanke zu schützen, während die Briten über Palästina heranrückten. Dadurch wurde auch jede Gefahr eines deutschen U-Boot-Stützpunkts im Roten Meer behoben.

    Lawrence und die arabischen Truppen unterstützten die Briten in den letzten Etappen des Kriegs in Palästina weiterhin. Während der Schlacht von Megiddo (16.-17.9.1918) sprengten sie die Eisenbahnstrecken nördlich, südlich und westlich von Deraa und stoppten damit den türkischen Nachschub. Die Araber marschierten nach Damaskus, wo sie die Reste der türkischen Vierten Armee gefangen nahmen. Sie kamen am 1.10. in der Hauptstadt an, kurz vor den Streitkräften Allenbys. Die Beziehungen zwischen der arabischen und britischen Truppe wurden bald gespannt, als bekannt wurde, dass Syrien - dessen Annexion sich die Araber im Gegenzug für ihre geleisteten Dienste erhofft hatten - durch ein geheimes Übereinkommen bereits der französischen Seite zugesichert worden war.


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