Artillerie

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Im Ersten Weltkrieg entwickelte sich die Artillerie zur Hauptfeuerkraft der Landstreitkräfte und verlieh im Stellungskrieg besonders der Verteidigung in Verbindung mit den Sperren eine hohe Bedeutung. Beim Angriff hatte sie den Gegner durch intensives und lang anhaltendes Vorbereitungsfeuer (Trommelfeuer) niederzuhalten. So betrug die Artillerievorbereitung vor der französischen Offensive bei Ypern (Dritte Flandernschlacht, Juli 1917) zehn Tage. Eine typische Feuerform zur Unterstützung angreifender Infanterie war die Feuerwalze, während in der Verteidigung das Sperrfeuer aufkam. Es wurden immer stärkere Massierungen von Artillerie geschaffen, die bei einzelnen Operationen eine Dichte von 120 bis 160 Rohren je Frontkilometer erreichten.

    Erstmals wurde die Artillerie entsprechend ihren Aufgaben in Gruppen und Untergruppen gegliedert. Als neue Zweige der Artillerie bildeten sich im Krieg die Panzerabwehr-Artillerie und die Flakartillerie. Neu war auch die Artillerieinstrumentalaufklärung, die durch Licht- und Schallmessung die gedeckt aufgestellten Batterien des Gegners ermittelte und ihre Bekämpfung kontrollierte, wofür außerdem Artillerieflieger und Fesselballone in großem Umfang verwendet wurden. Für die Verwendung chemischer Kampfstoffe (Gaskrieg) wurde die Artillerie das wichtigste Einsatzmittel.


    Bildergalerie: Flugzeuge und Luftschiffe

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe