Ballon

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Deutscher Fesselballon beim Aufstieg zur Beobachtung des Feindes und des deutschen Artilleriefeuers. Das "Auge der Front" war stark den Angriffen der Flieger ausgesetzt und auf beiden Seiten der Front sehr unbeliebt.

    Bei der Mobilmachung 1914 verfügte das kaiserlich-deutsche Heer über zehn Feldluftschifferabteilungen mit je ein bis zwei Fesselballons sowie über 15 Festungsluftschiffertrupps. Nach dem Übergang vom Bewegungs- zum Stellungskrieg kam es Ende 1914/Anfang 1915 zu einem Aufschwung in der Nutzung des Fesselballons. Besonders bei der Beobachtung und Leitung des Artilleriefeuers sowie zur Unterstützung der Truppenführung im taktischen Bereich erfüllte er eine Reihe spezifischer Aufgaben, die weder vom Luftschiff noch vom Militärflugzeug übernommen werden konnten. Bis Ende 1916 waren 53 Feldluftschifferabteilungen mit je zwei bis drei Ballons an verschiedenen Fronten eingesetzt. Gleichzeitig wuchs die Ballongröße von 600 m³ auf 800 m³ und 1000 m³, wodurch ein Steigvermögen auf 1000 m und mehr erreicht werden konnte.

    1917 gelangte eine zuerst von den Ententemächten entwickelte neue Ballonart in Tropfenform mit luftgefüllten Steuerwulsten auch im deutschen Heer zur Einführung, die eine erheblich größere Stabilität des Ballons bewirkte und in der Folgezeit nicht mehr wesentlich verändert wurde. Fahrbare Gaserzeugungsanlagen erleichterten den Balloneinsatz, leistungsfähige Motorwinden gestatteten ein rasches Einholen des Geräts. Der ab Herbst 1915 eingeführte Fallschirm ermöglichte den Ballonbeobachtern die Rettung vor den Angriffen gegnerischer Flugzeuge, die neben den Ballonabwehrgeschützen (Flakartillerie) bald zum gefährlichsten Feind des Fesselballons wurden.


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