Bombenflieger

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Englisches Bomberflugzeug, V/1500

    In Frankreich und Russland wurden bereits nach den ersten Kriegsmonaten die ausschließlich für den Bombenabwurf vorgesehenen Fliegerkräfte in besonderen Formationen zusammengezogen. Ihre Hauptaufgabe sollte die systematische Bombardierung von Zielen im Hinterland des Gegners, wie Luftschiffhallen, Versorgungsdepots, Verkehrsknotenpunkte und Industriewerke, sein. In Deutschland hielt man dagegen zunächst weiter an der Idee vom Luftschiff als Hauptträger des Bombenkriegs fest. Zwar waren bereits im Herbst 1914 bzw. Frühjahr 1915 die so genannten Brieftaubenabteilungen Ostende und Metz formiert worden, die als Elitegeschwader der OHL häufig für Bombenangriffe herangezogen wurden. Jedoch erst 1915/16 kam es mit der Neuformierung und Erweiterung dieser Kräfte auf zunächst fünf, später sieben Kampfgeschwader der OHL zu einer wesentlichen Verstärkung der Bombenflieger. Die massenhafte Verwendung von leichten Bombenflugzeugen zur Unterstützung der Landstreitkräfte der Entente in der Sommeschlacht Juli-November 1916 sowie das Scheitern der deutschen Versuche, mit Hilfe der Kampfgeschwader der OHL im gegnerischen Hinterland der Verdunfront einen operativen Fernbombenkrieg zu führen, hatten zur Folge, dass bis Oktober 1916 vier dieser Kampfgeschwader in Schutz-, später in Schlachtstaffeln (Schlachtfliegerkräfte) umgewandelt wurden. Die verbleibenden Geschwader erhielten im Herbst 1917 die Bezeichnung Bombengeschwader der OHL. Ihre Zahl erhöhte sich unter gleichzeitiger Herabsetzung ihrer zahlenmäßigen Stärke bis Ende 1917 auf sechs, 1918 auf insgesamt acht. Sie waren zur indirekten Luftunterstützung gegen rückwärtige Ziele im Hinterland der Front sowie zu Fernangriffen gegen London und Paris eingesetzt. Verwendung fanden vor allem Groß- bzw. Riesenflugzeuge der Gothaer Waggonfabrik, der AEG, der Siemens-Schuckert-Werke sowie der Zeppelinwerke Staaken. Das Bombengeschwader 3 und die 1916 errichtete Riesenflugzeugabteilung 501 flogen 1917/18 33 Angriffe mit insgesamt 320 Flugzeugen gegen London und warfen 102 t Bomben ab. Dabei gingen 24 Flugzeuge durch die britische Luftverteidigung, 37 Flugzeuge durch Unfälle verloren. 1918 erreichten die leistungsstärksten schweren Bombenflugzeuge in Deutschland bei 260-300 PS eine Gipfelhöhe von 7000 bis 8000 m und Geschwindigkeiten bis 160 km/h. Am Ausgang des Ersten Weltkriegs machten die Bombenflugzeuge etwa elf Prozent des deutschen Flugzeugbestands aus.


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