Boris Wladimirowitsch Stürmer

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    russischer Politiker; * 27. Juli 1848 Beschetzk , † 2. September 1917 St. Petersburg

    Boris Wladimirowitsch Stürmer, russischer Ministerpräsident

    seit 1872 politisch aktiv im Innenministerium; Gouverneur von Nowgorod, später Jaroslawl; 1904 Berufung in den Reichsrat. Stürmer wurde am 2.2.1916 von Zar Nikolaus II. zum Vorsitzenden des Ministerrats und gleichzeitig zum Innenminister ernannt; vermutlich war der Mönch Rasputin für diese Berufung verantwortlich. In dieser Position zeigte Stürmer wenig eigene politische Linie; er setzte v. a. den Willen des Hofs durch und unterstützte den Erhalt der Autokratie, was zur Bildung einer starken Opposition in der Duma führte. Außenpolitisch verfolgte er nach der Absetzung des Außenministers Sergej Sasonow eine Kooperation mit Frankreich und England. Rasch zeigte sich, dass Stürmer mit dieser Ämterfülle und der komplexen politischen Situation Russlands überfordert war; es kamen sogar Vorwürfe geheimer Absprachen mit dem Deutschen Reich auf. Im November 1916 zum Rücktritt gezwungen und nach dem Tod des Zaren seines einzigen Unterstützers beraubt, wurde Stürmer während der Februarrevolution 1917 inhaftiert und verstarb im Gefängnis.


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