Briefe gefallener Studenten

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg


    Sechs Millionen Briefe wurden im ersten Kriegsjahr täglich von Soldaten an Angehörige und Freunde in der Heimat geschickt.

    Die hier aufgenommenen Soldatenbriefe stellen eine Auswahl aus der Sammlung "Kriegsbriefe gefallener Studenten" dar. Der Band wurde erstmals 1916 vom Germanistik-Professor Philipp Witkop herausgegeben und stetig erweitert. Für den historischen Blick auf den Ersten Weltkrieg sind sie von hohem Wert.

    Trotzdem ist bei der Lektüre Distanz geboten: Denn obwohl die Briefe auch ungeschönte Kampfberichte und Leidenserfahrungen des Krieges schildern, war die Sammlung schon von Beginn an explizit als nationale Propaganda geplant. Die Schrecken des Krieges wurden bewusst nicht verleugnet, dafür aber in den höheren Dienst des Vaterlandes gestellt.

    In Witkops Vorwort zur Auflage von 1933 heißt es: Die Briefe vermögen, "den Gedanken der nationalen und sittlichen Erneuerung in Schlacht und Grauen und Todesbereitschaft" authentisch wiederzugeben. Sie sind ""wie erste Strophen zu einem großen deutschen Lied und Mythos des Weltkrieges".

    Kriegskritische oder pazifistische Ideen, die es an der Front mit Bestimmtheit auch gab, fehlen in der von Witkop ausgewählten Sammlung.


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    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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