Charles Eugene Jules Marie Nungesser

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    französischer Flieger; * 15. März 1892 Paris , † im Mai 1927 über dem Atlantik


    1908 Auswanderung nach Buenos Aires, dort Pilotenausbildung. Kurz vor Ausbruch des Kriegs kehrte Nungesser nach Europa zurück und meldete sich freiwillig zur französischen Luftwaffe, wurde aber bei der Kavallerie (2. Husaren) eingesetzt. Seine Auszeichnung für eine außergewöhnlich mutige Einzelaktion gegen ein deutsches Stabsfahrzeug bei der Schlacht an der Marne nutzte er, um sich im November 1914 doch noch zur Fliegertruppe versetzen zu lassen.

    Von den Einsätzen, die er ab März 1915 mit einem Doppeldecker flog, kehrte die Maschine häufig mit zahllosen Kugeleinschlägen zurück. Bei seinen zahlreichen Not- und Bruchlandungen verletzte sich Nungesser insgesamt 17-mal. In Nancy "lieh" er sich ohne Erlaubnis des Kommandeurs einen neuen Voisin-Bomber und ging damit gegen die angreifenden Deutschen vor. Er erhielt acht Tage Arrest als Strafe sowie das französische Kriegskreuz. Als ihm im Mai 1916 eine Nieuport 11 zugeteilt wurde, verzierte er sie mit Totenköpfen und gekreuzten Knochen; seine "Luftshows" führten häufig zu weiteren Arreststrafen. Nach Gerüchten hatte Nungesser eine intime Beziehung zu Mata Hari, der berühmten Spionin, die er mit Fehlinformationen versorgte. Nach einer weiteren schweren Verletzung erhielt der Pilot im April 1917 die Erlaubnis, jederzeit mit einem beliebigen Flugzeug allein Jagd auf deutsche Maschinen zu machen. Bis August 1917 hatte Nungesser 43 Feindabschüsse zu verzeichnen; aufgrund seiner zahlreichen eigenen Verletzungen und ständiger Schmerzen konnte er jedoch nicht mehr ohne Hilfe sein Flugzeug besteigen. Nach einem weiteren Absturz blieb er bis zum Kriegsende im Hospital. Nach dem Krieg flog er weiterhin; er stürzte bei dem Versuch des ersten Nonstop-Fluges zwischen New York und Paris in den Atlantik.


    Bildergalerie: Flugzeuge und Luftschiffe

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