Eisenbahntruppen

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Am Vorabend des Ersten Weltkriegs zählten die Eisenbahntruppen des deutschen Heers insgesamt 4500 Mann und gliederten sich in zwei Brigaden und ein Bataillon. Nach der Mobilmachung und Auflösung der Friedensformationen verfügte der Chef des Feldeisenbahnwesens im Großen Hauptquartier über 74 Eisenbahnbau- und 16 Eisenbahnarbeiterkompanien (insgesamt 26 000 Mann) sowie über die Betriebskompanien der beiden Militäreisenbahndirektionen.

    Diese Kräfte reichten schon Ende des ersten Kriegsmonats nicht aus. Die enormen Anforderungen, die der Einsatz von Millionenarmeen und die wachsende Ausdehnung der Kriegsschauplätze an das Transportwesen stellten, führten zu einer Verstärkung der Eisenbahntruppen und zur Heranziehung von mehr als 200 000 Fremdarbeitern und Kriegsgefangenen. Im Verlauf des Kriegs wuchs allein das militärische Eisenbahnpersonal im Feld von 20 000 auf 108 000 Mann. Der vorwiegend für die Etappe vorgesehene Einsatz der Eisenbahntruppen verlagerte sich bald mehr und mehr in Frontnähe. Im Verlauf des Kriegs wurden z. B. im Westen 45 Brücken und neun Tunnel instand gesetzt sowie drei Strecken mit einer Gesamtlänge von 87 km neu gebaut. Zerstörungen von Bahnanlagen begleiteten den Rückzug aus Frankreich 1918.


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