Ernst Friedrich

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Pazifist; * 25. Februar 1894 Breslau (Polen) , † 2. Mai 1967 Le Pereux sur Marne bei Paris


    Mitglied der Arbeiterjugend; 1911 Eintritt in die SPD. Zwei Jahre nach Kriegsausbruch schloss sich Friedrich der antimilitaristischen Arbeiterjugend an; durch diese Bewegung motiviert, beteiligte er sich an einem Sabotageakt in einem kriegswichtigen Betrieb. Nach Verbüßung der Haftstrafe führte der Pazifist den "Junganarchismus" an und setzte sich vehement gegen Krieg und Polizeiwillkür ein. Ab 1919 Leiter des Jugendheims der Freien Sozialistischen Jugend in Berlin; Organisation eines revolutionären Künstlertreffs und deutschlandweiter Ausstellungen; 1924 Veröffentlichung von "Krieg dem Kriege" über den Ersten Weltkrieg; 1925 Eröffnung des Ersten Internationalen Anti-Kriegsmuseums (AKM) in Berlin; 1930 Verurteilung zu einem Jahr Festungshaft; 1933 Zerstörung des AKM durch die SA, Verhaftung Friedrichs; 1934 Emigration nach Belgien, Unterstützung des französischen Widerstands, nach dem Krieg Annahme der französischen Staatsbürgerschaft und Eintritt in die Sozialistische Partei; Eröffnung der Jugendbegegnungsstätte Île de Paix in Paris.


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