Ernst Jünger

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Schriftsteller; * 29. März 1895 in Heidelberg , † 17. Februar 1998 in Riedlingen, Württemberg

    Ernst Jünger

    gehörte neben Gerhart Hauptmann und Gottfried Benn zu den bedeutendsten Autoren, die in Deutschland zwischen 1933 und 45 literarisch tätig blieben und veröffentlichen konnten. Die frühen Werke Jüngers, Kriegsfreiwilliger von 1914, sind geprägt vom "Krieg als inneres Erlebnis" (Fronterlebnis); sein erster Roman "In Stahlgewittern" (1920; 28. Auflage 1984), tagebuchartig, authentisch erzähltes, vorbehaltloses Bekenntnis zum Krieg, beschreibt die Schlacht als "Kunstwerk, wie es Männern Freude macht", idealisiert Tapferkeit vor dem Feind und den "Durst nach Blut". Jünger gehörte zu den wichtigsten Vertretern der "Frontgeneration", der seinen "heroischen Realismus" gegen den Pazifismus der Weimarer Republik setzte und an dem die Nationalsozialisten besonders schätzten, dass er "Krieg nicht als Ende, sondern als Auftakt" sah, als "sinnbestimmende Macht völkischen Lebens". Mit seiner mythischen Verklärung der "Frontgemeinschaft" gehörte Jünger zwar zu den intellektuellen Wegbereitern der Nationalsozialisten, doch sah er selbst in diesen nicht die erhoffte "hochgemute Elite". Unter Rückzug auf eine konservativ-esoterische Position blieb Jünger auch nach 1945 als Autor produktiv und erhielt zahlreiche literarische und politische Ehrungen (Bundesverdienstkreuz). Das gab zum Teil, wie bei der Verleihung des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt 1982, Anlass zu Kontroversen, da Jünger zwar für die Neuveröffentlichung seiner Frühwerke Formulierungen milderte, sich aber letztlich nicht von diesen distanzierte. Noch kurz vor seinem 90. Geburtstag umschrieb Jünger seine Rolle als Autor mit "Feldherr des Geistes".


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