Erste Schlacht an den Masurische Seen

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    (9.-14.9.1914)

    Nach ihrem großen Sieg über Samsanow in der Schlacht von Tannenberg (26.-31.8.1914) wandten sich die deutschen Truppen nach Nordosten. Dort sollten sie den anderen Arm der russischen Zangenbewegung angreifen, die die Deutschen in Ostpreußen umfasste. Die russische 1. Armee (Rennenkampf), die in einiger Entfernung des Kriegsschauplatzes Tannenberg verblieben war, bewegte sich langsam durch die Insterburg-Bresche zwischen Königsberg und den Masurischen Seen vor. Als die Nachricht von Samsanows Niederlage eintraf, ließ sich Rennenkampf auf eine sicherere Stellung zurückfallen, die sich von der Baltischen See (Labiau) südöstlich bis Angerburg erstreckte.

    Die deutsche 8. Armee (Hindenburg/Ludendorff), die durch zwei Korps aus Frankreich verstärkt worden war, startete ihren Angriff am 7.9. mit dem Ziel, den Feind Richtung Küste zu drängen. Während der folgenden zwei Tage geriet Rennenkampfs linke Flanke unter massiven Druck durch das 1. Korps von General Hermann von François, woraufhin der russische General, eine Niederlage befürchtend, am 9.9. den Rückzug seiner Truppen anordnete. Eine russische Gegenoffensive gegen das deutsche Mittelfeld hielt dessen Vorstoß 48 Stunden lang auf und erlaubte vielen russischen Einheiten, der Kriegsgefangenschaft zu entkommen. Bis zum 13.9. war Ostpreußen von der russischen Armee geräumt, allerdings zu einem hohen Preis für die Deutschen, die 10 000 Soldaten verloren hatten. Dies war ein weiterer großer Sieg der deutschen Truppen. Die Russen hatten 125 000 Mann, 150 Geschütze und eine beachtliche Anzahl von Transportmitteln eingebüßt. Zhilinsky, der als Armeegruppenkommandeur die Offensive geplant hatte, wurde wegen Inkompetenz entlassen.


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    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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