Erster Weltkrieg: Chronik 1916

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Im englischen Hauptquartier in Frankreich: General Joffre, Poincaré, Georg V., General Foch, Sir Douglas Haig.

    Joffre und Haig, deren Heer durch die im Januar 1916 in England eingeführte allgemeine Wehrpflicht und durch die Empiretruppen laufend verstärkt worden war, planten für dieses Jahr eine Entscheidungsoffensive. Um diese zu schwächen, ließ Falkenhayn den Kampf um Verdun führen. Dieser war zwar insgesamt nicht so verlustreich wie die Sommeschlacht (Juni-November), erschütterte aber gerade als völlig gescheiterter deutscher Angriff den Glauben an einen deutschen Sieg. Durch den Wechsel in der OHL, die nun den populärsten deutschen Heerführern, Hindenburg und Ludendorff, übertragen wurde (August), erhoffte Deutschland eine neue Wende.

    Alexej Alexejewitsch Brussilow

    Russische Gegenstöße an der Ostfront (Neujahrsoffensive südlich der Pripetsümpfe, Brussilow-Offensiven Juni/September und Oktober/Dezember), deren Geländegewinn in Wolhynien und Galizien nicht entscheidend war, da der Einbruch nach Ungarn in der September-Schlacht in den Karpaten scheiterte, konnten 1916 nur abgewehrt werden; denn Deutschland benötigte seine Kraft im Westen.

    Die Forderungen der OHL, die Selbständigkeit Polens zu proklamieren, von dem man entscheidende Kriegshilfe gegen Russland erwartete, schufen zunächst Schwierigkeiten zwischen Deutschland und Österreich, dessen Außenminister Burián schließlich seine Einwilligung gab. Da aber die Exekutive in dem neuen Staat beim Generalgouvernement blieb, leisteten die Polen, die zu Kriegsbeginn unter Pilsudski eine eigene Legion im österreichischen Heer gebildet hatten, keine nennenswerte Hilfe. Der neu gegründete polnische Staat aber behinderte alle Friedensmöglichkeiten mit Russland.

    Rumänien trat unter Ferdinand I. und Bratianu als Verbündeter der Alliierten in den Krieg ein, um die österreichisch-ungarischen Gebiete Siebenbürgen, Bukowina und Banat zu gewinnen. Nachdem die rumänischen Truppen in das nicht verteidigte Siebenbürgen eingefallen, aber rasch wieder verdrängt, durch Mackensen und Falkenhayn geschlagen und bis zum Sereth zurückgedrängt waren, wurde das größtenteils besetzte Rumänien (6.12.1916 Einnahme von Bukarest) zu einem wichtigen Versorgungsgebiet der Mittelmächte für Petroleum und Getreide.


    Bildergalerie: Geschütze

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe