Erster Weltkrieg: Chronik August 1914

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. August Russische Truppen überschreiten an mehreren Punkten die Grenze Ostpreußens.
    2. August Vorpostengefechte bei Eydtkuhnen und Johannisburg. – Die Kreuzer "Augsburg" und "Magdeburg" schießen den Kriegshafen Libau in Brand. – Der Kriegshafen Hangö (Finnland) von den Russen zerstört.
    2. August Französische Abteilungen überschreiten die Grenze des Oberelsaß und besetzen den Schluchtpaß und die Vogesendörfer Gottestal, Metzeral und Markirch. – Französische Militärflieger über deutschem Gebiet. – Teile des VIII. preußischen Armeekorps besetzen Luxemburg.
    3. August Deutsche Truppen besetzen die Grenzorte Czenstochau, Bendzin und Kalisch.
    4. August Deutsche Kavallerie erobert Kibarty.
    4. August Deutsche Truppen betreten bei Gemmenich belgisches Gebiet.
    4. August Die Kreuzer "Goeben" und "Breslau" beschießen die algerischen Küstenplätze Philippeville und Bône.
    5. August Niederlage russischer Kavallerie bei Soldau.
    5. August Mißglückter Handstreich auf die Festung Lüttich.
    6. August Der deutsche Posten Bonga (Kamerun) von den Franzosen überrascht und besetzt.
    6. August Der deutsche Minenleger "Königin Luise" wird vor der Themsemündung von einer englischen Torpedobootflottille angegriffen und zum Sinken gebracht. Der englische Kleine Kreuzer "Amphion" wird durch eine deutsche Mine vernichtet. – Die Kreuzer "Goeben" und "Breslau" entkommen trotz der Überwachung durch ein englisches Geschwader aus dem Hafen von Messina.
    6. August Deutsche Truppen besetzen den Grenzort Briey (nordwestlich von Metz).
    7. August Französische Senegalschützen besetzen Singa (Kamerun).
    7. August Österreichische Vortruppen besetzen Kielce (Russisch-Polen).
    7. August Die Festung Lüttich wird durch Teile des X. Armeekorps unter General v. Emmich im Sturm genommen.
    8. August Englische Truppen besetzen Lome, die Hauptstadt von Togo, französische Truppen Anecho. – Der englische Kreuzer "Pegasus" beschießt Daressalam.
    8. August Niederlage der Montenegriner bei Trebinje. – Das österreichische Kriegsschiff "Szigetvar" beschießt den montenegrinischen Hafen Antivari.
    8. August Mülhausen i. E. von den Franzosen besetzt; am nächsten Tage wieder geräumt.
    9. August Die Grenzschutzabteilung in Bialla (östlich von Johannisburg) weist den Angriff einer russischen Kavalleriebrigade siegreich zurück.
    10. August Die Kreuzer "Goeben" und "Breslau" laufen unversehrt in die Dardanellen ein.
    10. August Eineinhalb französische Armeekorps westlich von Mülhausen i. E. in Richtung Belfort zurückgeworfen.
    11. August Verhängung der effektiven Blockade über die montenegrinische Küste.
    11. August Eine vorgeschobene gemischte Brigade des französischen XV. Armeekorps wird von den deutschen Sicherungstruppen bei Lagarde (Lothringen) angegriffen und unter schweren Verlusten in den Wald von Parroy zurückgeworfen.
    13. August Der deutsche Regierungsdampfer "Hermann v. Wissmann" auf dem Nyassasee (Deutsch-Ostafrika) von dem englischen Dampfer "Gwendolin" aufgebracht.
    13. August Die österreichische Armeegruppe des Generals v. Kummer überschreitet von Krakau aus in der Richtung auf Annapol die russische Grenze.
    14. August Zwei russische Kavalleriedivisionen stecken das dicht an der Grenze gelegene Städtchen Marggrabowo in Brand und gehen am folgenden Tage wieder über die Grenze zurück.
    14. August Siegreiches Vordringen der österreichisch-ungarischen Truppen an der Drina bei Loznica und Ljesnica. Einnahme von Schabatz.
    14. August Schlappe einer Festungsabteilung aus Straßburg im Vogesenpaß bei Schirmeck (Donon).
    15. August Angriff deutscher Streitkräfte auf Taveta (Britisch-Ostafrika).
    16. August Untergang des österreichischen Kleinen Kreuzers "Zenta" im Kampf mit der französischen Flotte in der Adria.
    17. August Siegreiches Gefecht des I. Armeekorps bei Stallupönen gegen die Vortruppen der russischen Njemenarmee.
    17. August Entscheidende Erfolge der österreichisch-ungarischen Truppen an der Drina. Rückzug der Serben. – Beschießung der montenegrinischen Stellungen auf dem Lovcen.
    18. August Deutsche Truppen besetzen Mlawa (Russisch-Polen). – Beginn der Offensive der österreichisch-ungarischen Armee (1. Armee unter General Dankl, 4. Armee unter General v. Auffenberg) gegen Russisch-Polen.
    18. August Übergang über die Save bei Proga (23 Kilometer westlich von Semlin). Einnahme der serbischen Stadt Obrenowatz.
    19. August Abbruch der österreichischen Offensive an der unteren Drina und an der Save, um Truppen für den Kampf mit Rußland frei zu bekommen.
    19. August Die französische 5. Kavalleriedivision von deutscher Kavallerie bei Pervez (nördlich Namur) unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. – Bayerische und badische Truppen werfen die bis Weiler (15 Kilometer nordwestlich Schlettstadt) vorgedrungene französische 55. Infanteriebrigade über die Vogesen zurück. Auch im Oberelsaß (bei Altkirch) werden die eingedrungenen starken französischen Streitkräfte zurückgeschlagen.
    20. August Eindringen der russischen Njemenarmee mit weit überlegenen Kräften in Ostpreußen. Das I. preußische Armeekorps wirft den auf Gumbinnen vorgehenden Gegner zurück. Da gleichzeitig die Nachricht vom Vormarsch weiterer feindlicher Kräfte aus der Richtung des Narew gegen die Gegend südwestlich der Masurischen Seen eingeht, wird die deutsche Ostfront zurückgenommen.
    20. August Östlich von Bisegrad-Rudo (an dem Drinaübergang der Straße von Sarajewo) werden 30 serbische Bataillone nach hartnäckigem Kampfe zurückgeworfen. Das deutsche Skutaridetachement nimmt erfolgreich daran teil.
    20. August Deutsche Truppen erringen unter Führung des Kronprinzen Rupprecht zwischen Metz und den Vogesen (Linie Delme-Saarburg) einen glänzenden Sieg über acht französische Armeekorps (mehr als 10 000 Gefangene, über 50 Geschütze erbeutet). Die Deutschen rücken nach einem siegreichen Gefecht bei Tirlemont in Brüssel ein.
    21. August Beginn der Beschießung der Festung Namur.
    22. August Siegreiches Gefecht der österreichischen Kavallerie bei Tomaczow.
    22. August Die Armee des deutschen Kronprinzen wirft bei Longwy den Feind zurück. Die Armee des Kronprinzen Rupprecht hat auf der Verfolgung die Linie Lunéville-Blamont erreicht.
    23. August Einzug des XXI. Armeekorps in Lunéville. Die Beute erhöht sich auf 150 Geschütze. Die Armee des deutschen Kronprinzen setzt die Verfolgung vorwärts Longwy fort. Die zu beiden Seiten von Neufchateau vorgehende Armee des Herzogs Albrecht von Württemberg schlägt eine über den Semois vorgedrungene Armee vollständig. Westlich der Maas gehen deutsche Truppen gegen Maubeuge vor. Eine englische Kavalleriebrigade wird geschlagen.
    23.-25. August Siegreiche Kämpfe der Armee Dankl bei Krasnik und Frampol gegen die russische 4. Armee, die auf Lublin zurückgeworfen wird.
    24. August Vier Forts der Festung Namur und die Stadt in deutschen Händen.
    25. August Vier belgische Divisionen, die einen Ausfall aus Antwerpen versuchen, werden bei Mecheln zurückgeworfen. Franktireurüberfall auf deutsche Truppen in Löwen. Fall der letzten Forts der Festung Namur.
    26. August Schwere Kämpfe des Lemberger Korps bei Bust, das Grazer und Siebenbürger Korps bei Zloczów gegen überlegene russische Streitkräfte (Beginn der ersten Schlacht bei Lemberg).
    26. August Der Kleine Kreuzer "Magdeburg", der bei einem Vorstoß im Finnischen Meerbusen im Nebel auf Grund geraten ist, wird, da Rettung nicht möglich, von der Besatzung in die Luft gesprengt. Der größte Teil der Besatzung wird von einem deutschen Torpedoboot gerettet. – Auch der Hilfskreuzer "Kaiser Wilhelm der Große", der von dem englischen Kreuzer "Highflyer" in den neutralen Gewässern der spanischen Kolonie Rio de Oro angegriffen wird, wird vom Kommandanten freiwillig vernichtet.
    26. August Die Armee Kluck wirft die englische Armee bei Maubeuge zurück. Longwy nach tapferer Gegenwehr genommen. Das Oberelsaß bis auf geringe Abteilungen westlich von Kolmar von den Franzosen geräumt.
    26.-29. August Die russische Narewarmee (5 Armeekorps und 3 Kavalleriedivisionen) wird durch General v. Hindenburg in der Schlacht bei Tannenberg (Linie Tannenberg–Gildenburg–Neidenburg–Ortelsburg) vernichtend geschlagen (mehr als 90 000 Gefangene, das gesamte Artilleriematerial erbeutet).
    26. August-1. September Siegreiche Kämpfe der Armee Auffenberg gegen die russische V. Armee bei Zamość und Komarów. Die Armee Dankl dringt unter schweren Kämpfen bis auf einen Tagemarsch von Lublin vor.
    27. August Übergabe von Togo. – Japanisches Geschwader unter Vizeadmiral Kato vor Tsingtau.
    27. August Die englische Armee von der Armee Kluck südwestlich von Maubeuge erneut geschlagen. Französische und belgische Truppen von den Armeen Bülow und Hausen zwischen der Sambre, Namur und der Maas zurückgeworfen. Die Armee des Herzogs von Württemberg überschreitet die Maas. Die Armeen des deutschen Kronprinzen und des Kronprinzen von Bayern weisen Angriffe starker feindlicher Kräfte zurück. Die Armee Heeringen setzt die Verfolgung in den Vogesen fort.
    28. August Infolge Vordringens starker russischer Kräfte in Ostgalizien räumt die österreichische 2. Armee (v. Böhm-Ermolli) Ostgalizien bis zur Enila Lipa.
    28. August Seegefecht nordwestlich Helgoland. Auf deutscher Seite sinken die Kreuzer "Ariadne", "Köln" und "Mainz"; die englische Flotte erleidet schwere Beschädigungen.
    28. August Die englische Armee, die nördlich St. Quentin vollständig geschlagen wurde, befindet sich in vollständigem Rückzug. Südöstlich von Mézières überschreiten deutsche Truppen in breiter Front die Maas. Manonviller, östlich von Lunéville, das stärkste der französischen Sperrforts, gelangt in deutschen Besitz.
    29. August Samoa von den Engländern ohne Kampf besetzt.
    30. August Räumung von Czernowitz. – Aufgabe der Front Przemyślany–Rohatyn (südöstlich Lemberg).
    30. August Weiteres siegreiches Vordringen der deutschen Armeen. Es siegen Armee Kluck bei Combles, Bülow bei St. Quentin, Hausen bei Rethel, Herzog von Württemberg und deutscher Kronprinz an der Maas. Fall des Forts Les Ayvelles und der Festung Montmedy.
    31. August Fall der Festung Givet.


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    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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