Erster Weltkrieg: Chronik August 1916

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. August Der Hafen Sadani in Deutsch-Ostafrika wird von englischen Marinestreitkräften besetzt. Die Deutschen werden in der Richtung auf Mpapua verfolgt.
    1. August Ein Geschwader von 14 italienischen Großkampfflugzeugen bricht über Pirano nach Istrien ein. Mehrere Marineluftschiffgeschwader greifen London und die östlichen Grafschaften Englands an.
    1. August Angriffe des Feindes nördlich der Somme von Maurepas bis zur Somme. Fortsetzung der Angriffe am folgenden Tage.
    2. August Molfetta durch österreichisch-ungarische Seestreitkräfte beschossen. Das italienische Linienschiff "Leonardo da Vinci" (22 500 Tonnen) infolge Innenexplosion im Hafen von Trent in die Luft geflogen. – Das Handels-U-Boot "Deutschland" verläßt Baltimore.
    2. August Beiderseits der Straße Bapaume–Albert und östlich des Trôneswaldes brechen starke englische Angriffe zusammen. Rechts der Maas faßt der Feind auf dem Westteil des Pfefferrückens und südwestlich Fleury in Teilen der vordersten deutschen Linie Fuß.
    3. August Eine größere Anzahl Marineluftschiffe greift die südöstlichen Grafschaften Englands an.
    3. August In den Karpaten, in der Gegend des Kopilas, gewinnen deutsche Truppen Boden. Westlich der obersten Woldawa und am Czarny Czeremosz entwickeln sich neue Kämpfe.
    3. August Angriff eines deutschen U-Bootes auf den amerikanischen Dampfer "Owego".
    3. August An der ägyptischen Front besetzen türkische Truppen die Linie El Rabih–Katia–Abutelle.
    3. August Die deutschen Stellungen am Dorf Fleury und südlich des Werkes Thiaumont von den Franzosen besetzt, durch Gegenangriffe Fleury und die Gräben westlich und nordwestlich dieses Ortes wiedergewonnen.
    4. August Übergangsversuche der Russen über die Düna bei Dweten werden vereitelt. Bei Ratyscze über den Sereth vorgedrungene russische Abteilungen zurückgeschlagen; bei Miedzygory und Czystopady hält sich der Gegner noch auf dem Südufer.
    4. August 14 000 Türken unternehmen laut englischer Meldung einen kräftigen Angriff auf englische Stellungen bei Romani, östlich Port Said, in einer Frontlänge von 7-8 Meilen.
    4. August Englische Angriffe nördlich Ovillers bis zum Foureauxwalde. Neue Kämpfe bei Pozières und in der Gegend des Werkes Thiaumont.
    5. August Bei Zalocze gewinnen die Russen das westliche Serethufer. Südlich von Jablonica und Tartarow schreiten die österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen vorwärts. Südwestlich von Delatyn starke russische Vorstöße abgewiesen. Im Gebiet des Capul scheitern russische Angriffe.
    5. August Russische Stellungen südlich Bitlis von den Türken genommen. Die Russen südlich Musch nach Norden zurückgedrängt.
    5. August Um das ehemalige Werk Thiaumont erbitterte Kämpfe.
    6. August Italienische Angriffe am Görzer Brückenkopf und der Hochfläche von Doberdo, am Monte Sabotino, bei Pevma und am Monte San Michele (Beginn der 6. Isonzoschlacht).
    6. August In den Karpaten die Höhen Plaik und Dereskowata (am Czeremosz) den Russen entrissen.
    6. August Neue Kämpfe zwischen Thiepval und Bazentin-Le-Petit. Fortsetzung an den folgenden Tagen.
    7. August Erbitterte Kämpfe im Görzischen. Die Besatzung des Brückenkopfes wird auf das östliche Isonzoufer zurückgenommen. Auf der Hochfläche von Doberdo scheitern am Monte San Michele und bei San Martino feindliche Angriffe.
    7. August Wiederholte erfolglose Bemühungen der Russen, bei Zarecze (am Stochod) Boden zu gewinnen. Westlich Luzk neue Kämpfe. Nordwestlich Zalocze scheitern feindliche Angriffe Südlich Zalocze wird dem russischen Vordringen durch Gegenangriffe Halt geboten. Südlich Wertelka säubern österreichisch-ungarische Truppen das rechte Serethufer. Südlich des Dnjestr die verbündeten Truppen aus der Linie Tlumacz-Ottynia zurückgenommen.
    8. August Der Görzer Brückenkopf von den österreichisch-ungarischen Truppen geräumt. Eindringen der Italiener (italienische 3. Armee unter dem Herzog von Aosta) in Görz.
    8. August Angriffe von Marineluftschiffgeschwadern auf die englische Ostküste.
    8. August Russische Übergangsversuche östlich Friedrichstadt vereitelt. Neue Angriffe der Russen am Stochod. Deutscher Erfolg bei Kuchary, Porskaja Wolka (nordöstlich der Bahn Kowel–Luzk) und westlich Luzk. Durch Gegenangriff österreichisch-ungarischer Truppen Stellungen östlich Szelwow wieder gewonnen. Südlich des Dnjestr die verbündeten Truppen über die Linie Niznio–Tysmienica–Ottynia zurückgenommen.
    8. August Bitlis und Musch von den Türken genommen. Der Feind wird in der Richtung auf den Fluß Murad verfolgt.
    9. August Starke italienische Angriffe gegen den Abschnitt von Plava. Die österreichischen Stellungen auf der Hochfläche Doberdo zurückgenommen.
    9. August Ein Geschwader deutscher Seeflugzeuge greift an der flandrischen Küste englische Monitore und leichte Streitkräfte an. Die russische Flugstation Arensburg und Lebara (Ösel) von deutschen Wasserflugzeuggeschwadern angegriffen.
    9. August Die Russen aus Essadabad vertrieben.
    10. August Neue Anstrengungen der Italiener gegen den Abschnitt von Plava und die neuen österreichisch-ungarischen Stellungen auf den Höhen östlich von Görz.
    10. August Österreichisch-ungarische Geschwader belegen Venedig mit Bomben.
    10. August Russischer Angriff zwischen Bialoglowy und Horodyszcze zum Stehen gebracht. Südwestlich Monasterzyska sowie im Winkel des Dnjestr und der Bystrzyca greifen starke russische Kräfte an. Die Russen besetzen Delatyn und Tysmienica. Stanislau ohne Kampf geräumt.
    11. August Der Angriff der in den Karpaten (südlich Zabie) kämpfenden deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen schreitet vorwärts.
    11. August Die Ebene Hamadan wird ganz vom Feinde gesäubert. An der ägyptischen Front greifen die Engländer die türkischen Stellungen in Umgebung von Katia an.
    12. August Die Italiener gehen an die neue österreichisch-ungarische Front zwischen dem Meere und dem Monte San Gabriele mit starken Kräften heran.
    12. August Radworna (Galizien) von den Russen besetzt.
    12. August Zwischen Thiepval und der Somme einheitliche Angriffe der Gegner im Abschnitt Ovillers–Pozières.
    13. August Russische Angriffe gegen den Luh–Graberka-Abschnitt südlich Brody abgewiesen; Mariampol (Ostgalizien) von den Russen besetzt. Im Abschnitt Zborow–Koniuchy scheitern russische Angriffe.
    13. August Englische Angriffe südwestlich Thiepval–Pozières. Vor Guillemont Massenangriffe des Feindes abgeschlagen; zwei französische Angriffe im Abschnitt von Maurepas bis östlich Hem brechen zusammen. Fortsetzung der Angriffe an den folgenden Tagen.
    14. August Die Italiener setzen ihre Angriffe auf der Front Salcano–Merna, gegen die Höhen südlich Görz und im Abschnitt südlich der Wippach bis Lokvica fort.
    14. August Feindliche Seeflugzeuge greifen Triest an.
    14. August Westlich Moldawa in der Bukowina und im Gebiet des Berges Tomnatik machen österreichisch-ungarische Angriffe Fortschritte.
    14. August Die Engländer fassen am Wege Thiepval–Pozières Fuß.
    15. August Im Görzischen heftige Angriffe auf die österreichischen Höhenstellungen der Linie Salcano–Vertojba und bei Oppacchiasella.
    15. August Bagamoyo (Deutsch-Ostafrika) von den Engländern besetzt.
    15. August Ein österreichisch-ungarisches Seeflugzeuggeschwader greift Valona an.
    15. August In den Karpaten die Höhe Stara-Wipczyna nördlich Capul den Russen entrissen.
    16. August In den Karpaten die Höhe Stara-Obczyna (nördlich Capul) von den Verbündeten genommen.
    17. August Nach vergeblichen Angriffen der Entente in den letzten Tagen treten die verbündeten Truppen zum Gegenstoß an. Florina wird der serbischen Donaudivision entrissen.
    17. August Südwestlich Martinpuich gelingt es den Engländern, die deutsche vorderste Linie zurückzudrücken, nördlich Pozières und hart westlich des Foureauxwaldes werden sie abgewiesen. Rechts der Maas feindliche Angriffe zwischen dem Werk Thiaumont und dem Chapitrewald.
    18. August Gegenangriff südlich und östlich Florian in gutem Fortschreiten. Östlich der Struma wird der Vrundi-Balkan (Sarlija-Planina) überschritten. Demirhissar von den Bulgaren besetzt.
    18. August Die Magurahöhe nördlich des Capul von den Verbündeten genommen.
    18. August Feindliche Angriffe nördlich der Somme auf der Front Ovillers–Cléry und rechts der Maas gegen den Abschnitt Thiaumont–Fleury sowie im Chapitre- und Bergwald. Zwischen Guillemont und Maurepas die deutsche Linie zurückgenommen.
    19. August Biklista, südlich des Prespasees, und Banika sind genommen. Nördlich des Ostrovosees die serbische Drina-Division von den Höhen Dzemaat Jeri und Meterio Tepesi geworfen.
    19. August Im Waldgebirge setzen deutsche Truppen sich in den Besitz der Höhe Kreta südlich Zabie.
    19. August Die englischen Leichten Kreuzer "Falmouth" und "Nottingham" und der Zerstörer "Mohawk" an der englische Ostküste von einem deutschen U-Boot vernichtet. Das deutsche Linienschiff "Westfalen" von dem englischen U-Boot "E 23" leicht beschädigt.
    19. August Rechts der Maas neue feindliche Angriffe im Thiaumont–Fleury-Abschnitt. Er dringt in das Dorf Fleury erneut ein.
    20. August Südlich und südöstlich Florian der Berg Vic und der Malarekakamm gewonnen, östlich Banica die serbischen Stellungen auf der Malka Ridze-Planina gestürmt.
    20. August In den Karpaten Höhenzug Stepanski, westlich des Czarny-Ceremosz-Tales, genommen.
    21. August Alle serbischen Stellungen auf der Malka-Nidze-Planina genommen. Zwischen dem Butkova- und Tahinossee französische Kräfte über den Struma geworfen, weiter östlich ist der Kamm der Smijnica-Planina gewonnen.
    21. August Das russische Torpedoboot "Dobrowolez" im Rigaischen Meerbusen durch Mine vernichtet.
    21. August Mehrfache englische Angriffe gegen die zwischen Thiepval und Pozières vorgebogenen Linien abgewiesen. Erbitterte Kämpfe um das Dorf Guillemont, in das der Gegner vorübergehend eindringt. Südlich der Somme greifen frisch eingesetzte französische Kräfte im Abschnitt Estrées–Soyécourt an.
    22. August Kastoria (Mazedonien) von den Bulgaren besetzt.
    23. August Die Bulgaren haben sich endgültig auf der Höhe Dzemaat-Jeri nördlich des Ostrovosees und im Moglenicatal festgesetzt. Serbische Gegenangriffe im Abschnitt Kukuruz–Kowil. Die Höhen nördlich Kawalla und die ganze Ebene von Sarischaban von den Bulgaren besetzt.
    23. August Das Handels-U-Boot "Deutschland" kommt vor der Wesermündung an.
    24. August Luftangriff auf London.
    24. August Der englische Hilfskreuzer "Duke of Albany" in der Nordsee versenkt. – "U 41" durch Angriff eines die amerikanische Flagge führenden englischen Dampfers in der Nähe der Scilly-Inseln vernichtet. Der Leutnant zur See Crampton gerettet.
    24. August Auf der Front von Thiepval bis zur Somme erneute englisch-französische Angriffe. Zwischen Thiepval und dem Foureauxwald brechen sie blutig zusammen. Teile des vordersten zerschossenen Grabens nördlich Ovillers werden aufgegeben. Im Abschnitt Longueval–Belvillewald erringt der Gegner Vorteile, das Dorf Maurepas ist in seiner Hand. Fortsetzung der feindlichen Angriffe beiderseits der Somme bis zum Ende des Monats.
    25. August Von den Bulgaren das Dorf Malik genommen. Im Moglenicatal werden die Serben zurückgeschlagen. Die Bulgaren haben vor Tschavazi und Orsano die Linie Lakovica–Dedebali–Arksakli–Mentechli eingenommen.
    25. August In Ostafrika setzen die Deutschen ihren Rückzug sowohl auf Daressalam als auch im Inland auf Tabora fort. Die Engländer besetzen Morogoro an der Zentralbahn.
    25. August Mehrere deutsche Marineluftschiffe greifen den südlichen Teil der englischen Ostküste und London, Folkestone sowie die Reede von Dover an.
    26. August An der Dünafront wiederholte Versuche der Russen, östlich Friedrichstadt und bei Lennewaden über den Fluß zu setzen, vereitelt.
    27. August An der Moglenafront setzen sich die Bulgaren in den Besitz der Höhe südlich Zborsko, an der Ceganska-Planina scheitern serbische Gegenstöße. Die englisch-französischen Streitkräfte zwischen Seres und dem Aegäischen Meer hinter die Struma zurückgedrängt.
    27. August Kriegserklärung an Österreich-Ungarn. Am Roten-Turm-Paß und in den Pässen südwestlich und südlich Kronstadt beiderseits Vortruppen im Gefecht.
    28. August Eintritt des Kriegszustandes mit Deutschland.
    28. August Kriegserklärung Deutschlands. Gefechte an den Übergängen der ungarisch-rumänischen Grenzplätze. Zurücknahme der österreichisch-ungarischen Vortruppen. Die österreichisch-ungarische Donauflottille schießt die Petroleumraffinerie bei Giurgui in Brand.
    29. August Deutsche Truppen stürmen den Berg Kukul, nordwestlich Zabie.
    29. August Auf den Höhen nordöstlich Orsova rumänische Angriffe abgeschlagen. Kronstadt und Petroseny von den Rumänen besetzt.
    30. August Kriegserklärung der Türkei. Auf den Höhen östlich Herkules Fürdö rumänische Angriffe abgeschlagen. Nagy Szeben (Hermannstadt) und Sepsi-Szent-György geräumt.
    30. August Auf dem linken Flügel an der Kaukasusfront russische Divisionen zersprengt.
    30. August Südlich Martinpuich geht ein vorspringender Graben verloren.
    31. August Südwestlich Luzk gewinnen die Russen vorübergehend Boden. Heftige Kämpfe zwischen der Zlota Lipa bei Rosow und dem Dnjestr. Die österreichischen Linien westlich Horozanka zurückgenommen.
    31. August Nördlich der Somme durch deutschen Gegenstoß verlorenes Gelände bei Longueval und am Delvillewald wiedergewonnen. Südlich der Somme französische Großangriffe besonders in der Front Barleux–Soyécourt.


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