Erster Weltkrieg: Chronik Dezember 1914

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. Dezember Die Türken besetzen die Stadt Ardanutsch (20 Kilometer östlich des Tschorukflusses).
    2. Dezember Belgrad von Teilen der österreichischen 5. Armee (General Frank) genommen.
    3. Dezember Die Türken besetzen Adschari an der Mündung des Tschoruk.
    4. Dezember Hartnäckige Kämpfe westlich Arandjelowatz.
    4. Dezember Feindliche Flieger über Freiburg i. B.
    5. Dezember Angriffe deutscher und österreichischer Truppen auf die nach Westgalizien vorgerückten russischen Kräfte.
    5. Dezember Die Türken besetzen Keda (20 Kilometer östlich von Batum).
    6. Dezember Als Abschluß tagelanger Kämpfe in Nordpolen wird Lodz von deutschen Truppen genommen. Die Russen nach schweren Verlusten zum Rückzug auf Warschau gezwungen. Versuche der Russen, aus Südpolen ihren bedrängten Armeen im Norden zu Hilfe zu kommen, werden bei Petrikau abgewiesen.
    6. Dezember Ein französischer Stützpunkt bei Malancourt (östlich Varennes) genommen. – Vermelles (südöstlich Béthune) geräumt.
    7. Dezember Die Russen aus der Stellung Dobczyce–Wieliczka (Westgalizien) und bei Petrikau geworfen. – In Ungarn eingedrungene russische Abteilungen zum Rückzug in die Karpaten gezwungen.
    7. Dezember Die Türken besetzen die Stadt Sandschbulak (pers. Prov. Aserbeidschan).
    7. Dezember Das deutsche Kriegslazarett in Lille brennt infolge Brandstiftung nieder.
    8. Dezember Bei den Falklandinseln erliegt das deutsche Auslandsgeschwader nach siebenstündigem Kampfe einem überlegenen englisch-japanischen Geschwader unter Vizeadmiral Sturdee. "Scharnhorst", "Gneisenau", "Leipzig", "Nürnberg" sinken, "Dresden" entkommt. Vizeadmiral Graf v. Spee geht mit dem Flaggschiff "Scharnhorst" unter.
    8. Dezember Vor starken feindlichen Kräften westlich Milanowatz werden die österreichischen Truppen zurückgenommen. Südlich Belgrad schreitet die Offensive noch fort.
    9. Dezember Deutsche Truppen erstürmen Prasznysz (Russisch-Polen).
    9. Dezember Russischer Landungsversuch bei Gonia (südlich Batum) vereitelt.
    9. Dezember Erneuter feindlicher Fliegerangriff auf Freiburg i. B.
    10. Dezember Der Panzerkreuzer "Sultan Jawus Selim" ("Goeben") beschießt Batum.
    11. Dezember Die Russen aus den Pässen westlich des Lupkower Passes vertrieben. Im Raume südlich Gorlice–Grybow und Neu-Sandec beginnen größere Kämpfe.
    11. Dezember Gesteigerte Gefechtstätigkeit im Stellungskrieg auf der ganzen Front.
    12. Dezember Erstürmung russischer Stellungen an der Miazga. – Die Russen nach dreitägigen Kämpfen bei Limanova–Lapanów (Westgalizien) geschlagen und zum Rückzug gezwungen. Die über die Karpaten vorgerückten österreichischen Kräfte setzen die Verfolgung der Russen erfolgreich fort. Neu-Sandec, Grybow, Gorlice und Zmigrod wieder besetzt.
    13. Dezember Dukla (Westgalizien) von den Österreichern wieder besetzt.
    13. Dezember Abermals feindliche Flieger über Freiburg i. B.
    14. Dezember Rückzug der Russen in Westgalizien und Südpolen in die Linie Rajbrot–Petrikau.
    14. Dezember Rückeroberung des Dorfes Steinbach (westlich Sennheim).
    15. Dezember Fortsetzung der Verfolgung der weichenden Russen in Galizien und Südpolen bis über Jaslo und Bochnia. Erfolgreicher Ausfall der Besatzung von Przemysl.
    15. Dezember Aufgabe Belgrads und Räumung Serbiens.
    15. Dezember Die tagelangen Kämpfe an der Ostgrenze des Vilajets Wan zugunsten der Türken beendet. Einzug der Türken in Sarai (Persien). – Das alte türkische Kasernenschiff "Missüdije" von dem englischen U-Boot "B 11" in den Dardanellen torpediert.
    16. Dezember Die russische Offensive gegen Schlesien und Posen völlig zusammengebrochen. Die russischen Armeen nach hartnäckigen Frontalkämpfen in ganz Polen und Westgalizien zum Rückzug gezwungen. Gegen die russischen Stellungen im Karpatenvorland ist der Angriff auf der Linie Krosno–Zakliczyn eingeleitet.
    16. Dezember Ein deutsches Geschwader beschießt die befestigten Küstenplätze Hartlepool, Scarborough und Whitby (an der englischen Ostküste) und vernichtet zwei feindliche Torpedobootszerstörer.
    17. Dezember Fortsetzung der Verfolgung der geschlagenen russischen Hauptkräfte auf der ganzen Front. Erstürmung von Petrikau.
    17. Dezember General Joffre kündigt durch Armeebefehl eine neue große Offensive an. In den folgenden Tagen kommt es an verschiedenen Stellen zu hartnäckigen Angriffen der Franzosen und Engländer.
    18. Dezember Portugiesische Niederlage bei Nautila (Angola).
    18. Dezember Jenseits der Linie Krosno-Zakliczyn und am unteren Dunajec leisten die Russen erbitterten Widerstand. In Polen erreicht die Verfolgung die Nida und die Pilica.
    19. Dezember In Westgalizien machen die Russen einen letzten Versuch, gegen Krakau durchzubrechen.
    20. Dezember Fortdauer der heftigen Angriffe der Franzosen. Erstürmung englischer Stellungen bei Festubert und Givenchy.
    21. Dezember Heftige Kämpfe um den Bzura–Rawka-Abschnitt. – In Westgalizien setzen die Russen ihre Durchbruchsversuche am unteren Dunajec ohne Ergebnis fort.
    21. Dezember Erfolgreicher Angriff des österreichischen U-Bootes "12" in der Straße von Otranto auf das französische Großkampfschiff "Jean Bart".
    22. Dezember Das französische U-Boot "Curie" in der Adria versenkt.
    23. Dezember Kämpfe zwischen der preußischen Grenze und dem Narew. Die Russen zurückgeworfen. Mlawa wieder besetzt. In Polen, Galizien und in den Karpaten heftige Kämpfe.
    23. Dezember Türkischer Sieg zwischen Olti und Id (Kaukasus).
    24. Dezember Türkischer Seekrieg im Schwarzen Meer.
    24. Dezember Die Engländer bei Festubert und Givenchy erneut zurückgeworfen.
    25. Dezember Englische Truppen besetzen wieder die Walfischbai (Südwestafrika).
    25. Dezember Nach viertägigen Kämpfen nehmen die österreichisch-ungarischen Truppen den Uzsoker Paß. Die Russen besetzen wieder Krosno und Jaslo (Galizien).
    25. Dezember Ergebnisloser Vorstoß englischer Wasser- und Luftfahrzeuge gegen Cuxhaven.
    25. Dezember Angriff deutscher Flieger auf Southend (Themsemündung).
    26. Dezember Russische Angriffe auf Inowlodz (Russisch-Polen) zurückgeschlagen.
    27. Dezember Die Serben sprengen aufs neue die Savebrücke zwischen Semlin und Belgrad.
    27. Dezember Niederlage der Russen im Tal des Muradflusses (an der armenisch-kaukasischen Grenze).
    28. Dezember Weitere Fortschritte im Bzura- und Rawka-Abschnitt. – Angesichts starker russischer Kräfte werden die österreichisch-ungarischen Truppen auf den Höhen der Karpatenpässe und im Raume von Gorlice zurückgenommen.
    29. Dezember Die Türken erobern Ardahan, einen wichtigen Straßenknotenpunkt in Russisch-Armenien.
    30. Dezember Angriff deutscher Flugzeuge auf Dünkirchen.


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    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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