Erster Weltkrieg: Chronik Februar 1918

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. Februar Der französische Truppentransportdampfer "Dives" im Mittelmeer versenkt. – Meuterei österreichisch-ungarischer Marineangehöriger in Cattaro.
    3. Februar Mtarika im Lujendatal (150 Meilen nördlich des Südendes des Njassasees, Portugiesisch-Ostafrika) von englischen Truppen besetzt. Rückzug der deutschen Streitkräfte ostwärts in Richtung nach dem oberen Msula-Fluß.
    5. Februar Der englische Dampfer "Tuscania" (13 348 Tonnen) mit amerikanischen Truppen an Bord an der irischen Küste versenkt.
    8./9. Februar Der englische Zerstörer "Boxer" infolge Zusammenstoßes im Kanal gesunken.
    9. Februar Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen dem Vierbund und der Ukrainischen Volksrepublik in Brest-Litowsk.
    13. Februar Die seit Juli 1916 unter russischer Herrschaft stehende Stadt Brody gemäß des mit der Ukraine abgeschlossenen Vertrages von österreichisch-ungarischen Truppen wieder besetzt. Ostgalizien damit wieder vollständig vom Feind befreit.
    14. Februar Die Stadt Erzinghian (Kaukasus) von den Türken wieder besetzt.
    14. Februar Erfolgreicher Angriff deutscher Torpedoboote auf die englischen Bewachungsfahrzeuge zwischen Dover–Folkestone–Calais–Kap Grisnez. (Ungefähr 19 englische Kriegsfahrzeuge vernichtet, 11 schwer beschädigt.) Neuer Vorstoß in der folgenden Nacht.
    15. Februar Meuterei des polnischen Hilfskorps westlich Czernowitz.
    16. Februar Bombenabwurf eines englischen Flugzeuges bei Hoek-Terneuzen (Holland).
    18. Februar Ablauf des Waffenstillstandes mit Rußland um 12 Uhr mittags infolge der Weigerung Trotzkis, den Friedensvertrag zu unterzeichnen. Wiederbeginn der Feindseligkeiten an der großrussischen Front. Im Vormarsch auf Dünaburg die Düna von Truppen der Heeresgruppe Eichhorn kampflos erreicht und Dünaburg besetzt. Von der Ukraine zu ihrem schweren Kampf gegen die Großrussen zu Hilfe gerufen, treten deutsche Truppen (Heeresgruppe Linsingen, Führer General Groener) den Vormarsch aus Richtung Kowel an. Luzk kampflos besetzt. Das gesamte Gebiet bis zur Reichsgrenze von den österreichisch-ungarischen Truppen wieder besetzt.
    18. Februar Pulathan (Kaukasus) von den Türken besetzt.
    19. Februar Vormarsch beiderseits der Bahn Riga–Petersburg. Schwacher russischer Widerstand bei Inznem.
    20. Februar Fliegerangriff auf Mannheim und Innsbruck.
    20. Februar Von der Insel Moon rücken deutsche Regimenter nach Überschreiten des zugefrorenen Sundes in Estland ein und besetzen Leal. Im Vormarsch am Rigaischen Meerbusen entlang Pernigel und Lemsal erreicht. Wenden im Marsch auf Wolmar durchschritten. Rowno vom Feind gesäubert.
    20. Februar Schwere Beschädigung eines englischen Geleitzuges zwischen England und Norwegen durch Seesturm. Der englische Dampfer "Harrowgate" und der schwedische Dampfer "Svanö" untergegangen.
    21. Februar Eine von Port Amelia (Ostafrika) vorgehende englische Abteilung besetzt Meza nach Vertreibung einer schwachen feindlichen Abteilung.
    21. Februar Hapsal, Roneburg, Wolmar, Spandau, Rjezyca, Ljuzyn und Minsk besetzt. In Nowograd-Wolynsk die Verbindung der Heeresgruppe Linsingen mit ukrainischen Abteilungen hergestellt.
    21. Februar Jericho von den Engländern besetzt.
    22. Februar In Livland Walk, in der Ukraine Dubno besetzt.
    22. Februar Der deutsche Dampfer "Biarritz" durch ein englisches Kriegsschiff unter Verletzung der norwegischen Neutralität aufgebracht.
    22. Februar Englischer Vorstoß bei Hit am Euphrat.
    23. Februar Ostrow, Balbinowo und Borissow von der Heeresgruppe Eichhorn, Iskorost von der Heeresgruppe Linsingen besetzt.
    23. Februar Amtlich wird die Rückkehr des deutschen Hilfskreuzers "Wolf" (Kommandant Fregattenkapitän Nerger) nach 15monatiger erfolgreicher Kreuzfahrt durch den Atlantischen, Indischen und Stillen Ozean in die Heimat gemeldet. Mindestens 35 feindliche Handelsschiffe mit rund 210 000 BRT wurden vernichtet oder schwer beschädigt, ferner der japanische Linienschiffskreuzer "Haruna" und ein englischer oder japanischer Kreuzer schwer beschädigt. Am gleichen Tage strandet der von der "Möwe" aufgebrachte spanische Dampfer "Igotz Mendi" vor Jütland. Am 10. März wird er wieder flott. – Das französische Marineministerium meldet den Verlust des U-Bootes "Bernoulli".
    24. Februar Pernau und Dorpat besetzt. In Schitomir die Verbindung mit den ukrainischen Truppen hergestellt.
    24. Februar Trapezunt und Mamachatum von den Türken wieder besetzt.
    25. Februar Reval und Pleskau (Pskow) nach Kampf besetzt. In der Ukraine Kolenkowitschi erstürmt.
    26. Februar Berditschew (südlich Schitomir) und Kremenez (siehe Dubno) besetzt.
    26. Februar Das englische Hospitalschiff "Glenart Castle" im Kanal von Bristol versenkt. (Englische Meldung.)
    27. Februar Fliegerangriff auf Venedig zur Vergeltung des Fliegerangriffs auf Innsbruck.
    27. Februar Der deutsche Dampfer "Düsseldorf" vor Fella innerhalb des norwegischen Seegebietes von einem englischen Hilfskreuzer aufgebracht.
    27. Februar Hoff (östlich Trapezunt) und Asch Kale (westlich Erzerum) von den Türken wieder besetzt.
    28. Februar Der Dnjepr an der ukrainischen Nordgrenze erreicht. Rjetschiza erstürmt. Bei Fastow und Kasatin die Bahnlinie Kiew–Schmerinka erreicht. Einmarsch österreichisch-ungarischer Truppen (Feldmarschall Böhm-Ermolli) in Podolien zum Schutz der ukrainischen Bevölkerung gegen feindliche Banden. Die Linie Nowosielica–Chotin–Kameniec-Podolski erreicht.
    28. Februar Der spanische Dampfer "Sardinero" mit Getreide für die Schweiz westlich Casablanca versenkt.


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