Erster Weltkrieg: Chronik Juli 1915

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. Juli Otavi (Deutsch-Südwestafrika) von Truppen Bothas besetzt.
    1. Juli In Südpolen die Russen bei Tarlow (westlich der Weichsel) zurückgeschlagen. Jozefow genommen. Stroza und Krasnik von der Armee Mackensen erstürmt.
    1. Juli Französische Stellungen nordwestlich Le Four de Paris (Argonnen) erobert.
    2. Juli Niederlage der Italiener bei Gradiska. Das italienische Torpedoboot "17 OS" in der Nordadria durch Mine vernichtet.
    2. Juli Die Russen über die Wyznica und den Porbach (Südpolen) geworfen. Studzianki und Zamosc von den Verbündeten erstürmt.
    2. Juli Seegefecht deutscher leichter Seestreitkräfte mit russischen Panzerkreuzern bei Gotland. Der deutsche Minenleger "Albatros" wird, schwer beschädigt, vom Kommandanten auf Strand gesetzt. Der russische Panzerkreuzer "Rurik" erheblich beschädigt.
    4. Juli Englischer Flugzeugangriff gegen die Deutsche Bucht in der Höhe der Insel Terschelling gescheitert.
    4. Juli Die russische Front beiderseits Krasnik von der Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand nach mehrtägigem Kampfe durchbrochen. Die Zlota-Lipa von der Armee Linsingen erreicht.
    4. Juli Niederlage der Engländer bei Lahedsch im Hinterland von Aden. Der französische Transportdampfer "Carthage" vor Kap Helles torpediert.
    4. Juli Französische Stellungen im Priesterwalde erstürmt.
    5. Juli Schwere Niederlage der italienischen dritten Armee bei Görz.
    5. Juli Deutscher Erfolg westlich der Straße Suwalki–Kalwarja.
    6. Juli Die Montenegriner östlich Trebinje zurückgeschlagen.
    6. Juli Italienische Flieger über Triest.
    6. Juli Arras bei Beschießung feindlicher Truppenansammlungen in Brand geschossen. Schwere Kämpfe bei Les Eparges. Deutsche Erfolge bei Ailly–Apremont.
    7. Juli Der italienische Panzerkreuzer "Amalfi" in der nördlichen Adria von einem österreichisch-ungarischen U-Boot versenkt.
    7. Juli Russischer Angriff aus Richtung Kowno abgeschlagen. Die Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand vor überlegenen russischen Kräften auf die Höhen nördlich Krasnik zurückgenommen.
    7. Juli Türkische Erfolge bei Sedil Bahr.
    8. Juli Der deutsche Dampfer "Friedrich Arp" durch einen englischen Hilfskreuzer unweit der norwegischen Küste versenkt.
    8. Juli Im Priesterwald mehrere französische Grabenlinien erstürmt. Höhe 631 bei Ban de Sapt (Vogesen) von den Deutschen geräumt.
    9. Juli Die deutschen Streitkräfte des Protektorates Deutsch-Südwestafrika (204 Offiziere, 3293 Mann) ergeben sich dem General Botha bei Korab (zwischen Otavi und Tsumeb).
    11. Juli Die Adria-Insel Pelagosa von den Italienern besetzt.
    11. Juli Russische Stellungen an der Straße Suwalki–Kalwarja erstürmt.
    11. Juli Der Kleine Kreuzer "Königsberg" durch englische Flußmonitore in der Mündung des Rufidschiflusses (Deutsch-Ostafrika) vernichtet.
    11. Juli Türkische Erfolge bei Ari Burun und Sedil Bahr.
    11. Juli Der Kirchhof von Souchez wieder in deutschen Händen.
    12. Juli Italienischer Angriff bei Redipuglia (Küstenland) abgewiesen.
    13. Juli Beginn der Offensive der Verbündeten gegen Kurland und Polen. Aufstellung: 1. Heeresgruppe Generalfeldmarschall v. Hindenburg: Armee Below gegen Kurland, Armee Eichhorn gegen die Njemenfestungen, Armee Scholtz gegen Bialystok, Armee Gallwitz gegen Nowo-Georgiewsk, 2. Heeresgruppe Prinz Leopold von Bayern gegen Warschau; auf ihrem rechten Flügel Armeeabteilung Woyrsch gegen Iwangorod, 3. Heeresgruppe Generalfeldmarschall v. Mackensen: Armee Erzherzog Joseph Ferdinand gegen Lublin, Armee Linsingen beiderseits des Bug, Armee Puhallo gegen Kowel. In Ostgalizien die Armeen Böhm-Ermolli, Bothmer und Pflanzer-Baltin. Russische Befehlshaber: General Russki (Nordwestfront), Großfürst Nikolai Nikolajewitsch (Zentrum), General Iwanow (Südfront).
    13. Juli Britische Niederlage bei Dattiers (Irak). Erneute Niederlage der Landungstruppen bei Sedil Bahr.
    13. Juli Sieg der Armee des deutschen Kronprinzen bei Vienne le Château und Boureuilles (Argonnen) Höhe 285 (La fille morte) erstürmt.
    14. Juli Die Windau bei Kurschany von der Armee Below überschritten. Przasnycz von den Deutschen besetzt.
    14. Juli Schwere englische Niederlage bei Kalaat-ul-Nedjim am Euphrat.
    15. Juli Italienische Angriffe auf die Dolomitenfront abgewiesen.
    15. Juli Die russische Stellung südlich Przasnycz von der Armee Gallwitz durchbrochen.
    16. Juli Allgemeiner Rückzug der Russen zwischen Pissa und Weichsel gegen den Narew. Wiederaufnahme der Offensive der Armee Woyrsch westlich der oberen Weichsel. Zwischen Weichsel und Bug die russischen Linien bei Krasnostaw von deutschen Truppen durchbrochen.
    17. Juli Italienischer Fliegerangriff auf Bari.
    17. Juli Die Russen bei Alt-Autz (Kurland) von der Armee Below zurückgeworfen. Fortsetzung der erfolgreichen Offensive der Armeen Woyrsch und Mackensen. Rückzug der Russen hinter den Ilzanka-Abschnitt (westlich der Weichsel). Pilaczkowice und Krasnostaw von Truppen der Armee Mackensen erstürmt.
    18. Juli Beginn heftiger italienischer Angriffe gegen das Hochland von Doberdo und den Görzer Brückenkopf (zweite Isonzoschlacht, abgeschlossen am 27.). – Der italienische Kreuzer "Giuseppe Garibaldi" durch ein österreichisch-ungarisches U-Boot versenkt.
    18. Juli Tingere (Nordkamerun) von den Franzosen besetzt.
    18. Juli Windau, Tuckum und Schiuxt von Truppen der Armee Below besetzt. Die Armee Gallwitz an der Narew-Linie (Ostrolenka–Nowo-Georgiewsk). Die Wolica bei Grabowiec (zwischen Bug und Weichsel) von den verbündeten, der Bug bei Sokal von österreichisch-ungarischen Truppen überschritten.
    19. Juli Nördlich der Szkawa-Mündung der Narew von den Deutschen erreicht. Die auf dem nordwestlichen Ufer gelegenen Befestigungen von Ostrolenka besetzt. Die Russen aus der Ilzanka-Stellung durch die Armee Woyrsch geworfen.
    20. Juli Kämpfe um den Monte Piano bei Schluderbach. General Cantore bei Cortina d'Ampezzo gefallen. Der Monte San Michele (östlich Sdraussina) von den Italienern genommen. Am 21. zurückerobert.
    20. Juli Kolmar von französischen Fliegern mit Bomben beworfen.
    20. Juli Die russischen Stellungen an der Dubissa östlich Rossinje durchbrochen. Südlich des Narew die vorgeschobene Stellung von Rozan erstürmt. Rückzug der Russen aus der Blonje–Grojec-Stellung westlich Warschau. Radom besetzt.
    20. Juli Schwere Kämpfe bei Münster.
    21. Juli Szawle von den Deutschen besetzt. Südlich der Weichsel die Russen weiter auf Warschau zurückgedrängt. Iwangorod eingeschlossen. Östlich der Weichsel und am oberen Bug russische Stellungen erstürmt.
    21. Juli Französische Angriffe gegen den Reichsackerkopf abgewiesen.
    22. Juli Das Westufer der Weichsel von Janowiec bis Granica (südlich Iwangorod) von den Russen gesäubert.
    22. Juli Französische Angriffe gegen die Linie Lingekopf–Barrrenkopf (nördlich Münster) zurückgeschlagen.
    23. Juli Erfolgreicher Angriff österreichisch-ungarischer Kriegsschiffe gegen die italienische Ostküste.
    23. Juli Sieg der Armee Below bei Rozalin–Szwadow (östlich Szawle) über die russische fünfte Armee. Die Festungen Rozan und Pultusk (am Narew) von der Armee Gallwitz erobert und der Flußübergang erzwungen. Rückzug der Russen zwischen Weichsel und Bistritza.
    24. Juli Der Narew auf der Front Ostrolenka–Pultusk überschritten. Jazgarzew (25 km südlich Warschau) erstürmt.
    25. Juli Die Linie Poswol–Poniewiec (östlich Szawle) von der Armee Below erreicht. Der Narew auch oberhalb Ostrolenka überschritten. Die Russen südlich Cholm zurückgedrängt.
    25. Juli Der amerikanische Handelsdampfer "Leelanow" mit Bannware auf der Fahrt von Archangelsk nach Belfast von einem deutschen U-Boot versenkt.
    25. Juli Die Russen bei Grebodo (Kaukasus) zurückgeworfen.
    26. Juli Saifi (Nyassa-Land) von den Deutschen angegriffen.
    26. Juli Russische Angriffe auf die über den Narew vorgedrungenen Deutschen gescheitert. Erfolg österreichisch-ungarischer Truppen südöstlich Sokal.
    26. Juli Das französische U-Boot "Mariotte" in den Dardanellen versenkt.
    26. Juli Deutsche Stellungen auf dem Lingekopf von den Franzosen besetzt.
    27. Juli Völliger Mißerfolg der Italiener in der zweiten Isonzoschlacht (italienische Verluste gegen 100 000 Mann). – Erneuter Angriff österreichisch-ungarischer Seestreitkräfte auf die italienische Ostküste.
    27. Juli Goworowo (östlich Rozan) und Pierunow (24 km westlich Warschau) genommen.
    27. Juli Die verlorenen Stellungen auf dem Lingekopf von den Deutschen zurückgewonnen.
    28. Juli Rückzug der Italiener an der Isonzofront. Scharmützel auf der von den Italienern besetzten Adria-Insel Pelagosa.
    28. Juli Die Weichsel zwischen Pilicamündung und Kozienice von Truppen der Armee Woyrsch überschritten.
    28. Juli Der von einem englischen Hilfskreuzer gekaperte norwegische Dampfer "Trondhjemsfjord" von einem deutschen U-Boot an der schottischen Küste versenkt.
    29. Juli Wiederaufnahme der Offensive der Verbündeten in Südpolen östlich der Weichsel.
    29. Juli Irrtümlicher Angriff eines deutschen Fliegers auf das niederländische Fahrzeug "Cornelis".
    30. Juli Italienische Angriffe im Kärntner Grenzgebiet abgeschlagen.
    30. Juli Fliegerangriff auf Freiburg im Breisgau.
    30. Juli Allgemeiner russischer Rückzug zwischen Weichsel und Bug. Lublin von der Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand besetzt.
    30. Juli Der amerikanische Handelsdampfer "Iberian" von einem deutschen U-Boot versenkt.
    30. Juli Hooge (östlich Ypern) vollständig in deutscher Hand.
    31. Juli Italienische Angriffe östlich des Plöcken abgewiesen.
    31. Juli Luftkampf zwischen deutschen und französischen Flugzeugen über Château-Salins.
    31. Juli Die Russen zwischen Weichsel und Bug erneut zurückgeworfen. Cholm besetzt.
    31. Juli Ergebnis des 1. Kriegsjahres: Zentralmächte: in Belgien 29 000 qkm, in Frankreich 21 000 qkm, in Rußland 130 000 qkm besetzt, Gefangene in Deutschland 1 058 869, in Österreich-Ungarn 636 534 Mann. Frankreich: 1050 qkm, Rußland 10 000 qkm besetzt.


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    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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