Erster Weltkrieg: Chronik Juli 1916

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. Juli Deutsche und österreichisch-ungarische Truppen stürmen die Höhe von Worobijowka (nordwestlich Tarnopol). Westlich Kolomea und südlich des Dnjestr heftige Kämpfe.
    1. Juli Die Türken besetzen Kermanschah (Persien).
    1. Juli Beginn der großen englisch-französischen Offensive rechts und links der Somme. In einer Breite von etwa 40 km beginnt der seit vielen Monaten vorbereitete große englisch-französische Massenangriff nach siebentägiger Artillerie- und Gasvorwirkung auf beiden Ufern der Somme sowie des Ancrebaches. Von Gommecourt bis in die Gegend von La Boiselle erringt der Feind keine nennenswerten Vorteile, dagegen gelingt es ihm, in die vordersten Linien der beiden an die Somme stoßenden Divisionsabschnitte an einzelnen Stellen einzudringen, so daß diese Divisionen aus den völlig zerschossenen vordersten Gräben in die zwischen erster und zweiter Stellung liegende Riegelstellung zurückgenommen werden. Östlich der Maas greift der Gegner die deutschen Linien auf der Höhe "Kalte Erde", besonders beim Panzerwerk Thiaumont, ergebnislos an; Wiederholung dieser Angriffe an den folgenden Tagen.
    2. Juli Ergebnislose russische Vorstöße bei Minki und nordöstlich und nördlich Gorodischtsche sowie beiderseits der Bahn Baranowitschi–Snow.
    2. Juli Südlich der Somme auf der Front Biaches-Barleux biegen die Deutschen die in Riegelstellung zurückgenommenen Divisionen in eine zweite Stellung zurück. Südöstlich der Feste Vaux ist die "Hohe Batterie von Damloup" in deutscher Hand.
    3. Juli Angriff der Russen auf der Front Narocz–Smorgon–östlich Wischnew. Deutscher Vorstoß südöstlich Tlumacz.
    3. Juli Feindliche Angriffe gegen die Front Thiepval–La Boiselle–Wäldchen von Mametz, südlich der Somme gegen die Linie Barleux-Belloy.
    4. Juli Russische Angriffe auf der Front von Zirin bis südöstlich Baranowitschi abgewiesen. Westlich und südwestlich Luzk bis in die Gegend von Werben (nördlich Beresteczko) scheitern alle Vorstöße des Feindes. Im Styrgebiet abwärts von Sokul bis über Rafalowka neue Angriffe der Russen.
    4. Juli Nördlich des Tschoruk wird der Feind aus seinen Stellungen geworfen.
    5. Juli In der Gegend östlich Gorodischtsche und südlich Darowo heftige Kämpfe. Im Frontabschnitt von Barysz wird die Verteidigung teilweise an den Koropiecabschnitt verlegt. Der russische Ansturm bricht an den deutschen Linien beiderseits Chochimirz (südöstlich Tlumacz) zusammen. Die Kämpfe südlich des Dnjestr dauern fort. Bei Sadzawka gelingt es dem Feind vorzudringen.
    5. Juli "U 35" (siehe 21. Juni) zurückgekehrt. Es versenkte auf der Heimfahrt unter anderem den bewaffneten französischen Dampfer "Herault".
    5. Juli Geringe Fortschritte der Engländer bei Thiepval. Die Dorfstätte Hem im Sommetale geräumt; Belloy-en-Santerre nehmen die Franzosen.
    6. Juli Der nach Czartorysk vorspringende Winkel wird bei Kostiuchnowka und westlich von Kolki aufgegeben. Beiderseits von Sokul brechen die russischen Angriffe zusammen.
    6. Juli Lebhafte Kämpfe südlich Contalmaison und Estrées (Somme).
    7. Juli Erfolglose italienische Angriffe südlich des Suganatales, zwischen der Cima Dieci und dem Monte Zebio.
    7. Juli In Deutschostafrika wird Tanga von den Engländern besetzt; einige Tage später auch Pangani.
    7. Juli Russische Angriffe südlich des Naroczsees, gegen die Front von Zirin südöstlich Gorodischtsche sowie beiderseits Darowo abgewehrt. In der Bukowina werfen die österreichisch-ungarischen Truppen den Feind in dem Tal der oberen Moldawa.
    8. Juli In der Bukowina erkämpfen österreichisch-ungarische Truppen bei Breaza den Übergang über die Moldawa.
    8. Juli Nördlich der Somme der Feind in Hardecourt eingedrungen.
    9. Juli Das Handels-U-Boot "Deutschland" in Baltimore.
    9. Juli An der Somme das Wäldchen von Trônes den Engländern, das Gehöft La Maisonette und das Dorf Barleux den Franzosen wieder entrissen. heftige Kämpfe in Ovillers. Im Dorfe Biaches fassen die Franzosen Fuß.
    10. Juli Zwei deutsche Marineflugzeuge belegen die Hafenanlagen und Küstenwerke von Harwich und Dover mit Bomben.
    10. Juli Gegen die Stochodlinie geht der Gegner vergeblich vor mit stärkeren Kräften bei Czerewiszcze, Hulewicze, Korsyni, Janowka und beiderseits der Bahn Kowel–Rowno.
    10. Juli Fünf bewaffnete englische Überwachungsdampfer in der Straße von Otranto von dem österreichisch-ungarischen Kreuzer "Novara" und der italienische Zerstörer "Impetuoso" von einem österreichisch-ungarischen U-Boot versenkt.
    10. Juli Zwischen Ancre und Somme englische Angriffe beiderseits der Straße Bapaume–Albert, östlich der Straße heftige Kämpfe am Südrand des Dorfes Contalmaison und des Waldes von Mametz, an der Höhe von La Maisonette und zwischen Belloy und Soyécourt. Fortsetzung der Kämpfe an den folgenden Tagen.
    11. Juli Südöstlich des Suganatales starker italienischer Angriff gegen den Monte Rasta abgeschlagen.
    11. Juli Ein deutsches U-Boot vernichtet in der Nordsee einen englischen Hilfskreuzer von etwa 7000 Tonnen. An der englischen Ostküste werden durch U-Bootangriffe drei bewaffnete englische Bewachungsfahrzeuge versenkt.
    11. Juli Angriffe gegen die türkischen Stellungen südlich des Tschoruk.
    11. Juli Rechts der Maas die deutschen Stellungen näher an die Werke von Souville und Laufée herangezogen.
    12. Juli Gegenstoß deutscher Truppen bei und nördlich Olesza (nordwestlich Buczacz).
    12. Juli Nördlich der Somme besetzen die Engländer Contalmaison.
    13. Juli An der Stochodlinie Gegenstoß bei Zarecze (nördlich der Bahn Kowel–Sarny). In der Bukowina die österreichisch-ungarischen Truppen wieder in die alten Stellungen auf den Höhen westlich der oberen Moldawa zurückgenommen.
    14. Juli Russische Abteilungen nordwestlich Friedrichstadt abgewiesen. Delatyn von den Russen vorübergehend besetzt.
    14. Juli Zwischen Pozières und Longueval gelingt es dem Gegner, sich im Trôneswäldchen festzusetzen.
    15. Juli Der deutsche Dampfer "Mary" der Hansa-Linie von Deutschostafrika, wohin er Munition u. a. gebracht hat, in Batavia angekommen.
    15. Juli Österreichisch-ungarische Torpedoboote vernichten in der mittleren Adria ein italienisches U-Boot, 12 Stunden später in der südlichen Adria ein U-Boot unbekannter Flagge.
    15. Juli Südlich der Somme Gefecht bei Biaches. Östlich der Maas greifen Franzosen erfolglos die Höhe "Kalte Erde" und Fleury an; sie dringen südwestlich des Werkes Thiaumont in kleine Teile der vordersten deutschen Linie ein.
    16. Juli Südwestlich Luzk die Truppen der Heeresgruppe Linsingen hinter die untere Lipa zurückgenommen.
    17. Juli Angriff auf Treviso.
    17. Juli Südlich und südöstlich von Riga und bei Zabie und Tatarow russische Angriffe.
    17. Juli Ovillers und La Boiselle von den Engländern besetzt.
    18. Juli Angriffe der Italiener südöstlich des Borcolapasses.
    18. Juli Angriff deutscher Seeflugzeuge auf den Hafen von Reval.
    18. Juli Im Sommegebiet Longueval und das östlich anstoßende Gehölz Delville den Engländern wieder entrissen.
    19. Juli Russische Versuche, beiderseits von Friedrichstadt über die Düna zu setzen, werden verhindert; nördlich Dweten erreicht eine kleine Abteilung das Westufer. Der nach Werben (Wolhynien) vorspringende Bogen wird vor zu erwartenden umfassenden Angriffen zurückgenommen. Auf der Höhe Capul in der Bukowina russische Vorstöße abgeschlagen.
    20. Juli Ein deutsches U-Boot greift vor dem englischen Flottenstützpunkt Scapa Flow auf den Orkneyinseln ein englisches Großkampfschiff an.
    20. Juli Auf beiden Ufern der Somme feindlicher Großangriff von Pozières bis Vermandovillers. Feindliche Abteilungen dringen in das Wäldchen nordwestlich Vermandovillers.
    20./21. Juli Wirkungsvoller Angriff deutscher Flieger auf das in monatelanger Arbeit bei Audruicq (16 km südlich Calais) angelegte englische Munitionslager.
    21. Juli Ein Flugzeuggeschwader bombardiert Truppenlager am Hafen von Suez.
    21. Juli Revanduz (Persien) von den Türken besetzt.
    22. Juli Heftige Kämpfe an der Front südlich des Val Sugana und im Raume von Paneveggio.
    22. Juli Feindlicher Luftschiffangriff auf Müllheim i. B., der durch schweres Feuer auf Belfort beantwortet wird.
    22. Juli Südöstlich Riga feindlicher Angriff und Übergangsversuche der Russen über den Styr bei Zahatka (südwestlich Beresteczko) verhindert. Südöstlich Tatarow die österreichisch-ungarischen Truppen gegen den Karpatenhauptkamm zurückgenommen.
    22. Juli Zwischen Ancre und Somme englische Angriffe an der Front Thiepval–Guillemont. Südlich von Damloup gewinnen die Deutschen in Richtung des Gehöftes Dicourt Gelände.
    23. Juli Deutsche Torpedoboote unternehmen von Flandern aus einen Vorstoß bis nahe der Themsemündung. Bei der Rückkehr ein kurzes Artilleriegefecht mit kleinen englischen Kreuzern.
    24. Juli Am Stilfser Joch wird der Angriff einer Alpinikompagnie aus der Naglerspitze abgewiesen.
    24. Juli In Deutschostafrika Kämpfe zwischen Neulangenburg und Iringa.
    24. Juli Nördlich der Somme ergebnisloser feindlicher Vorstoß aus der Front Pozières–Maurepas und südlich der im Abschnitt Estrées–Soyécourt.
    25. Juli Deutsche Flugzeuggeschwader werfen Bomben auf die mit Transporten belegten Bahnhöfe Pogorjelzy und Horodzicja. Angriff auf die russische Flugstation Zerel auf Ösel und auf den Hauptstützpunkt der russischen und englischen U-Boote in Mariehamn.
    25. Juli Vergebliche russische Angriffe östlich und südöstlich Gorodischtsche und nordwestlich Beresteczko. Südlich Leszniow die österreichisch-ungarischen Truppen hinter den Boldurkaabschnitt zurückgenommen.
    25. Juli Am Kanal Comines–Ypern wird die große englische Bastion durch eine deutsche Sprengung mit ihrer Besatzung vernichtet. Nördlich der Somme halten sich die Engländer in Pozières. Südlich der Somme halten die Deutschen südwestlich des Gehöftes La Maisonette gewonnenen Boden.
    26. Juli Bei Paneveggio heftiger Kampf.
    26. Juli Vergebliche Vorstöße der Russen gegen die Stellungen an der Schtschara (nordwestlich Ljachowitschi) und westlich Beresteczko sowie zwischen Radziwillow und dem Styr. Nördlich des Prislopfsattels überschreiten österreichisch-ungarische Truppen den Czarny Czeremosz.
    26. Juli Die Russen besetzen Erzinghian (Armenien).
    27. Juli Russische Durchbruchsversuche östlich Gorodischtsche und nordwestlich Ljachowitschi vergebens. Nordöstlich Swiniuchy gewinnen russische Angriffe Boden. Bei Postomyty werfen österreichisch-ungarische Truppen die Russen aus den vorderen Linien im Sturm zurück. Brody von den Russen besetzt.
    27. Juli Starke feindliche Angriffe bei Pozières, am Foureauxwalde und südöstlich davon; Longueval und der Delvillewald von den Engländern besetzt.
    28. Juli Die Russen dehnen ihre Angriffe auf Teile des Stochodabschnittes und die Front nordwestlich Luzk aus. Nordwestlich Luzk gelingt es dem Feind in die Linien in der Gegend von Trysten einzudringen, so daß die deutschen Truppen hinter den oberen Stochod zurückgenommen werden müssen. Westlich Luzk wird der russische Angriff durch Gegenstoß zum Stehen gebracht.
    29. Juli Station Dodoma (Deutschostafrika) von Streitkräften unter General van Deventer genommen.
    29. Juli Angriff eines Marineluftschiffgeschwaders auf den mittleren Teil der englischen Ostküste (Lincoln, Norwich, Grimsby, Immingham, Humbermündung).
    29. Juli Die feindlichen Angriffe an der Front von Stobychwa (am Stochod, nordöstlich Kowel) bis westlich Beresteczko nehmen an Stärke zu, scheitern aber unter ungeheuren Verlusten für den Angreifer. Die beabsichtigte Zurücknahme der Truppen aus dem nach Osten vorspringenden Stochodbogen nördlich der Bahn Kowe–Rowno wird durchgeführt.
    30. Juli Feindliche Luftangriffe auf Müllheim (Baden) bei Neuenburg (Rhein) vereitelt.
    30. Juli Großer englisch-französischer Angriff zwischen Longueval und der Somme.
    30. Juli Starke russische Anstürme beiderseits der Bahn Kowel–Sarny, an der Turya und Lipa und westlich und nordwestlich Buczacz abgewehrt.
    31. Juli Gegen die Stochodfront erschöpfen sich die Russen in ergebnislosen Angriffen. Die russischen Angriffe nordwestlich Kolomea gescheitert.
    31. Juli Westlich des Foureauxwaldes eingedrungene Engländer zurückgeworfen. Feindlicher Angriff in der Gegend von Maurepas und hart nördlich der Somme an dem Gehöft Monacu zurückgeschlagen.


    Bildergalerie: Rumänischer Feldzug

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe