Erster Weltkrieg: Chronik Juli 1917

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. Juli Russische Massenangriffe zwischen der oberen Strypa und dem Ostufer des Narajowka gegen die Südarmee unter Graf Bothmer und die Heeresgruppe des Generalobersten v. Böhm-Ermolli. Brennpunkte des Kampfes der Raum südlich Koniuchy und Brzezany. Das Dorf Koniuchy verloren.
    1. Juli Deutsches Freigeleit durch das Sperrgebiet für alle neutralen in England liegenden Schiffe.
    2. Juli Die Linien der Verbündeten südwestlich Zborow durch Massenstoß russischer Kräfte zurückgedrückt.
    4. Juli Angriff türkischer Flieger auf Port Said. Serdescht (an der persischen Grenze) von den Türken wieder besetzt.
    5. Juli Punta Delgada (portugiesische Azoren) von einem deutschen U-Boot beschossen.
    6. Juli Russische Massenstürme zwischen Zborow und Koniuchy.
    7. Juli Kämpfe auf der Linie Ukuli-Mahenge (Deutsch-Ostafrika).
    7. Juli Feindlicher Fliegerangriff auf das rheinisch-westfälische Industriegebiet. Zur Vergeltung die Hafenanlagen von London und Margate mit Bomben belegt.
    8. Juli Die Verbündeten zwischen Ciezow und Cagwodz 12 km gegen die Waldhöhen des Czarnylas zurückgedrängt.
    8. Juli Die militärischen Anlagen von Derna (Nordafrika) von einem österreichisch-ungarischen U-Boot (Kommandant Linienschiffleutnant v. Trapp) beschossen.
    9. Juli Die Truppen der Verbündeten nordwestlich Stanislau hinter den unteren Lukowicabach zurückgenommen.
    9. Juli Das englische Großkampfschiff "Vanguard" (19 600 Tonnen) infolge einer Innenexplosion in einem Hafen mit der Besatzung in die Luft geflogen.
    9. Juli Angriff englischer Flieger auf Konstantinopel.
    10. Juli Der Rückzug der Verbündeten südlich des Dnjestr vollzogen.
    10. Juli Die englischen Verteidigungsanlagen zwischen der Küste und Lombartzyde von deutscher Marineinfanterie erstürmt. Der Feind über die Yser zurückgeworfen.
    11. Juli Russischer Vorstoß am Stochod südöstlich Kowel abgewiesen. Vordringen der Russen bis an die Lomnicastellung. Bei Kalusz erreichen Vortruppen das Westufer des Flusses.
    11. Juli Das von den Deutschen aufgegebene Nwemba (Portugiesisch-Nyassaland) von den Engländern besetzt.
    12. Juli Russische Angriffe an der Lomnicalinie gescheitert.
    12. Juli Der holländische Segler "Agida", mit Bannware nach Havre bestimmt, von deutschen Seeflugzeugen in den Hoofden aufgebracht.
    13. Juli Gefechte südlich Kalusz.
    14. Juli Nach viertägigem Artilleriefeuer einsetzender französischer Angriff gegen die deutschen Stellungen von südlich Nauroy bis südwestlich Moronvillers (Westchampagne) sowie an Höhe 304 (linkes Maasufer) abgeschlagen.
    16. Juli Die Hafenanlagen von Arensburg und die russische Seeflugstation Papenholm auf der Insel Ösel von deutschen Flugzeuggeschwadern in den letzten Tagen mit Erfolg angegriffen.
    16. Juli Kalusz und das westliche Lomnicaufer von den Russen unter dem Druck der Verbündeten geräumt.
    16. Juli Angriff englischer Zerstörer auf deutsche Frachtdampfer innerhalb der niederländischen Hoheitsgrenze.
    16. Juli Am Poehlberg das letzte Stück der alten deutschen Stellung den Franzosen entrissen.
    17. Juli Die Höhen östlich Nowica (Karpatenvorland) von bayerischen und kroatischen Truppen erstürmt. Das linke Lomnicaufer von den Russen völlig gesäubert.
    19. Juli Vergebliche englische Angriffe auf die deutsche Hauptstellung bei Narongomba (Deutsch-Ostafrika).
    19. Juli Beginn der Gegenoffensive der Verbündeten in Ostgalizien. Nach wirkungsvoller Feuervorbereitung dringen deutsche Armeekorps unter persönlicher Leitung des GFM. Prinz Leopold von Bayern gegen die russischen Stellungen zwischen Sereth und Zlota-Lipa vor und stoßen über drei starke Verteidigungszonen durch. Neue starke russische Angriffe bei Nowica an der Lomnica.
    20. Juli Die Straße Zloczow–Tarnopol beiderseits Iezierna in 40 km Breite von den Verbündeten überschritten. Die am 1. Juli verlorenen Stellungen nördlich Brzezany zurückerobert. Die russischen Stellungen bei Nowica erstürmt.
    21. Juli Starke nach tagelanger Artilleriewirkung beginnende russische Angriffe zwischen Krewo und Smorgon verlustreich gescheitert. Die russische 11. Armee in Ostgalizien völlig geschlagen. Die Gegend westlich Tarnopol und die Bahn Brzezany–Tarnopol von den Verbündeten erreicht. Die russische 7. Armee beginnt bei Brzezany zu weichen.
    22. Juli Die ganze russische Front vorwärts der Zlota-Lipa bis an den Dnjestr im Weichen. Der Sereth bei Tarnopol und die Bahn Rohatyn–Ostrow von den Verbündeten erreicht. Beginn der Vorwärtsbewegung der Verbündeten beiderseits des Dnjestr.
    22. Juli Das englische U-Boot "44" von einem deutschen U-Boot versenkt.
    23. Juli Erbitterte Kämpfe von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Starke russische Angriffe bei Jakobstadt, Dünaburg und Krewo gescheitert. Die Verbündeten vom Sereth bis an die Waldkarpaten in einer Breite von 250 km im Vorwärtsdringen. Der Sereth-Uebergang südlich Tarnopol erkämpft. Podhajce, Halicz und die Linie der Bystrzyca-Solotwinska überschritten. Russische Entlastungsangriffe in den Südkarpaten und in Rumänien.
    24. Juli Tarnopol von deutschen, Stanislau und Nadworna von österreichisch-ungarischen Truppen genommen. Die Höhen des Ostufers des Sereth zwischen Tarnopol und Trembowla von deutschen Truppen in Gegenwart Kaiser Wilhelms gewonnen. Im Tartarenpaß die Russen aus ihren Höhenstellungen geworfen.
    25. Juli Die Straße Trembowla–Husiatyn erreicht. Von der Heeresgruppe Böhm-Ermolli Buczacz, Tlumacz, Ottynia genommen. Die Russen in den Karpaten auch südlich des Tartarenpasses zum Rückzug in Richtung Czernowitz gezwungen.
    26. Juli Der Gniezna- und Sereth-Übergang von Trembowla bis Skomorocze erkämpft. Kolomea von bayerischen und österreichisch-ungarischen Truppen genommen. Die russische Karpatenfront bis in die Gegend von Kirlibaba erschüttert. Die Russen über den Kubal zurückgeworfen.
    26. Juli Der englische Kreuzer der "Diadem"-Klasse "Ariadne" im Kanal von einem deutschen U-Boot (Kommandant Kapitänleutnant Steinbrinck) versenkt. Ferner meldet die englische Admiralität die Versenkung des englischen Hilfskreuzers "Otway" in feindlichen Gewässern.
    27. Juli Angriff auf militärische Anlagen von Paris.
    27. Juli In der Verfolgung der Russen die Linie Jagielnica–Horodenka–Zablotow überschritten.
    28. Juli Die Russen beiderseits Husiatyn über die Reichsgrenze zurückgedrängt. Der Zrbucz von den Verbündeten erreicht. Kuty im Czeremosztal genommen.
    29. Juli Der Zbrucz an mehreren Stellungen überschritten und auch südlich Skala erreicht. Zaleszcyki besetzt.
    30. Juli Der Grenzfluß Zbrucz von oberhalb Husiatyn bis südlich Skala überschritten. Die hartnäckig verteidigten russischen Stellungen bei Niwra am Zbrucz von osmanischen Truppen genommen. Sniatyn genommen. Die Czerremoszlinie von den Russen geräumt.
    31. Juli Die Russen in den Mündungswinkel des Zbrucz zurückgedrängt.
    31. Juli Beginn der großen Schlacht in Flandern. Der nach 14tägigem Artilleriekampf auf 25 km breiter Front zwischen Nordschoote und Warneton vorbrechende Massenangriff des englischen Heeres nach wechselvollen Großkämpfen abgeschlagen. Bixschoote aufgegeben. Im übrigen der Feind auf Trichterstellungen der deutschen Abwehrzange zurückgedrängt.
    31. Juli Kriegsbilanz am Ende des dritten Kriegsjahres. Von den Mittelmächten rund 548 700 qkm feindliches Gebiet, von den Feinden rund 16 000 qkm Gebiet (in Europa) besetzt. Von den Mittelmächten rund 3 Mill. Gefangene gemacht, rund 12 000 Geschütze erbeutet, über 2000 Flugzeuge abgeschossen, rund 93 000 Gewichtstonnen an feindlichen Kriegsschiffen, rund 10,5 Mill. Bruttoregistertonnen an feindlichen Handelsschiffen (siehe auch 31. Dezember) versenkt. Kriegskosten bei den Mittelmächten bisher 107 Milliarden Mark, bei den Feinden 258 Milliarden Mark.


    Bildergalerie: Ostfront

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe