Erster Weltkrieg: Chronik Juni 1915

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. Juni Zwei weitere Forts von Przemysl und die russischen Stellungen zwischen Stryj und Drohobicz erstürmt.
    1. Juni Der als Lazarettschiff bezeichnete Dampfer "Willi Rickmers" bei San Stefano von einem englischen U-Boot angegriffen.
    2. Juni Die britische Regierung verhängt über die Küste Kleinasiens die Blockade.
    3. Juni Französischer Fliegerangriff auf das Hauptquartier des deutschen Kronprinzen.
    3. Juni Przemysl durch die Verbündeten zurückerobert. Die russischen Stellungen südlich Mosciska von der Armee Böhm-Ermolli durchbrochen. Der untere Stryj von der Armee Linsingen überschritten. Russischer Vorstoß am Pruth oberhalb Kolomea.
    3. Juni Amara am Tigris von den Engländern besetzt.
    3. Juni Italienischer Angriff nördlich Tolmein abgeschlagen.
    4. Juni Die Russen von der Armee Linsingen auf Kalusz und Zurawno (am Dnjestr) zurückgeworfen.
    4. Juni Der russische Minenkreuzer "Jennissei" bei Baltisch-Port durch "U 26" versenkt.
    4./5. Juni Erfolgreicher Angriff deutscher Marineluftschiffe auf die Humbermündung und den Flottenstützpunkt Harwich.
    5. Juni Ein italienischer Versuch, bei Sagrado den Isonzo zu überschreiten, blutig abgewiesen.
    5. Juni Beginn einer deutschen Offensive über die Dubissalinie (Kurland). Der Dnjestrbrückenkopf Zurawno von der Armee Linsingen erstürmt.
    5. Juni "U 14" in der Nordsee im Kampf mit englischen Fischdampfern untergegangen.
    6. Juni Der Freikofel an der kärntnerischen Grenze von den Oesterreichern zurückerobert. Der Krn von den Italienern geräumt.
    6. Juni Die Windau nördlich Kurschany (Kurland) von deutscher Kavallerie überschritten. Fortschreitende Angriffe östlich Przemysl. Der Dnjestr bei Zurawno von der Armee Linsingen überschritten. Kalusz wieder besetzt. Schwere Niederlage der Russen an der Pruthlinie.
    6. Juni Die Landungstruppen bei Sedil Bahr nach zweitägigem Kampfe in ihre Stellungen zurückgeworfen.
    6./7. Juni Deutscher Luftangriff auf Kingston und Grimsby (am Humber). Ein Zeppelin über Gent von dem englischen Fliegerleutnant Warneford durch Bombenabwurf vernichtet.
    7. Juni Fortschritte der Armee Linsingen nördlich des Dnjestr und im Siwkaabschnitt.
    8. Juni Elbassan (Albanien) von den Serben besetzt.
    8. Juni Das italienische Luftschiff "Città di Ferrara" bei Fiume von dem österreichisch-ungarischen Marineflugzeug "L 48" (Führer Linienschiffsleutnant Glasing) vernichtet. Angriff des österreichisch-ungarischen Marineflugzeuges "L 47" (Führer Fregattenleutnant Banfield) auf Venedig. – Der erste größere italienische Angriff, gegen den Görzer Brückenkopf, blutig abgeschlagen.
    8. Juni Kubyli am Ostufer der Windau genommen. Die Russen an der Dubissa und vor Kowno erneut geschlagen. Ottynia und Stanislau von den Verbündeten wieder besetzt.
    8. Juni Neuville den Franzosen überlassen.
    9. Juni Das Arsenal von Kragujevac mit Bomben belegt.
    9. Juni Nabut (Westtripolitanien) von den Italienern geräumt; in der Folge auch die Oase Ghadames.
    9. Juni Fortschreitende Angriffe der Verbündeten in Ostgalizien. Der Pruth westlich Czernowitz von österreichisch-ungarischen Truppen überschritten. Die Russen auf Kotzman zurückgeworfen.
    9. Juni Der norwegische Dampfer "Svein Jark" von einem deutschen U-Boot versenkt. Ein englischer Kleiner Kreuzer vom Typ "Liverpool" westlich San Giovanni di Medua von dem österreichisch-ungarischen U-Boot "4" (Komm. Linienschiffsleutnant Singule) versenkt.
    9. Juni Erfolgeicher deutscher Vorstoß bei Souain und Le Mesnil.
    10. Juni Kolonien. Garua (Kamerun) den Engländern übergeben (37 Deutsche, 270 Eingeb. gef.).
    10. Juni Die englischen Torpedoboote "10" und "12" an der englischen Ostküste durch ein deutsches U-Boot versenkt.
    10. Juni Feindliche Angriffe bei Sedil Bahr abgewiesen.
    11. Juni Tirana (Albanien) von den Serben besetzt.
    11. Juni Das italienische U-Boot "Medusa" durch ein österreichisch-ungarisches U-Boot in der nördlichen Adria versenkt. – Eine italienische Brigade bei Peutelstein (Triol) zurückgeschlagen.
    11. Juni Zaleszcyki (am Dnjestr) von der Armee Pflanzer-Baltin genommen. Die Russen aus der Pruthstellung über die Reichsgrenze zurückgeworfen.
    12. Juni Niederlage der Italiener bei Plava (am Isonzo).
    12. Juni Kuz (nordwestlich Szawle) von den Deutschen erstürmt. Der Brückenkopf von Sieniawa (Mittelgalizien) von den Verbündeten zurückerobert. Fortschreitende Angriffe der Armee Pflanzer-Baltin in Südostgalizien. Tysmienica, Tlumacz sowie einige Orte Bessarabiens besetzt.
    13. Juni Fliegerangriff auf Venedig.
    13. Juni Die russischen Stellungen zwischen Czerniawa und Sieniawa (östlich Jaroslau) durch die Armee Mackensen erstürmt. Boguzno (nordwestlich Zurawno) genommen.
    13. Juni Kämpfe im Raume von Olty (Kaukasus).
    13. Juni Schwere französische Niederlage zwischen Liévin und Arras.
    14. Juni Französischer Fliegerangriff auf Karlsruhe.
    14. Juni Erfolgreicher Vorstoß der Deutschen aus der Front Lipowo–Kalwarja. Mosciska (nordwestlich Lemberg) von Truppen des Generals v. d. Marwitz genommen.
    14. Juni Fliegerangriff auf ein Truppenlager auf Lemnos.
    14. Juni Neue französische Niederlage auf der Front Liévin–Arras.
    15. Juni Deutsche "Taube" über Belfort.
    15. Juni Nizniow (Südostgalizien) von Truppen der Armee Pflanzer-Baltin genommen.
    15. Juni Englische Angriffe bei La Bassée abgewiesen. Französischer Durchbruchsversuch in den Vogesen gescheitert.
    15./16. Juni Deutsche Marineluftschiffe über der englischen Nordostküste.
    16. Juni Rückzug der Russen auf Tarnogrod (Gouvernement Lublin). Die Durchbruchsschlacht Mosciska-Lubaczow zugunsten der Verbündeten entschieden. Dachnow, Lubaczow und Niemirow erstürmt.
    16. Juni Erneute Niederlage der Engländer bei La Bassée, der Franzosen bei Arras.
    17. Juni Schwere italienische Verluste im Krn-Gebiet und bei Plava (Isonzo).
    17. Juni Tarnogrod und Cieszanow besetzt. Die Russen gegen den Tanew-Abschnitt und die Grodek-Stellung zurückgeworfen.
    17. Juni Neue Niederlage der Engländer bei La Bassée.
    17./18. Juni Angriff der österreichisch-ungarischen Flotte gegen die italienische Küste von der Reichsgrenze bis Fano.
    18. Juni Ulanow (Nordgalizien) nach heftigem Kampf besetzt. Das südliche Tanewufer vom Feinde gesäubert. Grodek und Komarno (an der Wereszyca) genommen.
    19. Juni Monopoli, Bari und Brindisi durch ein österreichisch-ungarisches Torpedoboot beschossen.
    19. Juni Die Verbündeten erstürmen in Gegenwart Kaiser Wilhelms die Grodekstellung und durchbrechen die Wereszycalinie. Die Straße Lemberg–Rawaruska erreicht. Das südliche Dnjestrufer von den Russen geräumt.
    20. Juni Italienische Angriffe bei Plava abgewiesen.
    20. Juni Kämpfe vor Lemberg. Rawaruska genommen.
    20. Juni Der englische Panzerkreuzer "Roxburgh" in der Nordsee durch Torpedoschuß schwer beschädigt.
    20. Juni Erfolgreicher deutscher Angriff am Westrand der Argonnen. Französischer Durchbruchsversuch auf den Maashöhen. Metzeral von den Deutschen geräumt.
    21. Juni Omaruru (Deutsch-Südwest ) von Unionstruppen besetzt.
    21. Juni Erfolglose Angriffe der Landungstruppen bei Sedil Bahr.
    22. Juni Lemberg von Teilen der österreichisch-ungarischen zweiten Armee (Böhm-Ermolli) zurückerobert. Allgemeiner Rückzug der Russen zwischen San und Weichsel sowie im Bergland von Kielce. (Beute der Verbündeten seit 2. Mai: 400 000 Gef., 350 Geschütze, 800 Maschinengewehre.)
    22. Juni Der Karadagh bei Olty (Kaukasus) von den Türken genommen.
    22. Juni Dünkirchen unter deutschem Feuer. Neue französische Durchbruchsversuche auf den Maashöhen. Höhe 631 bei Ban de Sapt (Vogesen) von den Deutschen erstürmt.
    23. Juni Gefechte am Kleinen Pal (Kärntner Grenze). Sagrado von den Italienern besetzt.
    23. Juni Ostrowice und Sandomierz (westlich der Weichsel) besetzt. Mikolajow und Zydaczow (am oberen Dnjestr) genommen. Der Dnjestr zwischen Zurawno und Halicz von der Armee Linsingen überschritten.
    23. Juni Schlappe der Russen bei Kaleboghaz (Kaukasus).
    24. Juni Kalkfeld (nördlich Omaruru, Deutsch-Südwestafrika) von Truppen Bothas besetzt.
    24. Juni Fortschritte der Armee Woyrsch in Polen. Das südliche Sanufer vom Feinde frei. Chodorow (nördlich des Dnjestr) genommen.
    25. Juni Lomie (Südost-Kamerun) von den Franzosen besetzt.
    25. Juni Russische Stellungen beiderseits des Murawka-Baches (nördlich Przasnycz) von Württemberger Regimentern genommen. Russische Durchbruchsversuche zwischen Dnjestr und Pruth abgeschlagen.
    25. Juni Tagelange Kämpfe nördlich von Souchez zugunsten der Deutschen beendet. Schwere französische Verluste westlich Combres.
    26. Juni Das italienische Torpedoboot "5 PN" in der Nordadria versenkt.
    26. Juni Rückzug der Russen östlich Lemberg nach dem Bug. Deutsche Truppen erstürmen die Höhen bei Bukaczowce (am oberen Dnjestr).
    26. Juni Ein Höhenrücken südwestlich Les Eparges (Maashöhen) von den Deutschen erstürmt.
    27. Juni San Giovanni di Medua und Skutari von den Montenegrinern besetzt.
    27. Juni Französischer Fliegerangriff auf Friedrichshafen.
    27. Juni Plazow (Nordgalizien) erstürmt. Die Russen im Rückzug über Narol. Der Dnjestrübergang nach fünftägigen schweren Kämpfen von der Armee Linsingen auf der ganzen Front erzwungen. Halicz von den Deutschen besetzt.
    28. Juni Waterberg (Deutsch-Südwest) von Truppen Bothas besetzt.
    28. Juni Rückzug der Russen vom nördlichen Tanew- und San-Ufer. Tomaszow besetzt. Die Russen von der Armee Linsingen auf der Front Halicz–Firlejow über die Gnila-Lipa geworfen. Bursztyan besetzt.
    28. Juni Windau von deutschen leichten Seestreitkräften beschossen. Der englische Postdampfer "Armenian" an der Küste von Cornwallis von einem deutschen U-Boot versenkt.
    28. Juni Schwere Verluste der Landungstruppen bei Ari Burun und Sedil Bahr.
    28. Juni Neue erfolglose französische Angriffe südwestlich Les Eparges.
    29. Juni Die Werft von Belgrad und das Truppenlager Orasac (bei Obrenovac) mit Bomben belegt.
    29. Juni Beginn starker italienischer Angriffe auf die Hochebene von Doberdo und gegen Görz (erste Isonzo-Schlacht, abgeschlossen am 5. Juli).
    29. Juni Deutscher Angriff auf die englische Stellung bei Abercorn (Nordrhodesia).
    29. Juni Die Stellungen westlich der Weichsel von den Russen zu räumen begonnen. Zawichost (Gouvernement Radom) besetzt. Forschreitende Offensive der Verbündeten zwischen Bug und Weichsel.
    30. Juni Die russische Stellung östlich der Gnila-Lipa von der Armee Linsingen erstürmt.
    30. Juni Der Kommandant des französischen Expeditionskorps General Gouraud schwer verwundet. Nachfolger General Bailloud.


    Bildergalerie: Ostfront

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe