Erster Weltkrieg: Chronik Juni 1916

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. Juni Österreichisch-ungarische Truppen erobern den Monte Barco und fassen südlich der Orte Fusine und Posina auf dem Südufer des Posinabaches Fuß.
    1. Juni Der österreichische unbewaffnete Dampfer "Biokovo" von einem feindlichen U-Boot angegriffen.
    1. Juni Östlich der Maas der Caillettewald und die beiderseits anschließenden Gräben von den Deutschen erstürmt. – Der Höhenrücken südöstlich Zillebecke (südöstlich Ypern) und die dahinterliegenden englischen Stellungen erstürmt. Östlich der Maas Angriff gegen die deutschen Stellungen südwestlich des Caillettewaldes abgeschlagen, die Panzerfeste Vaux und das stark ausgebaute Dorf Damloup von den Deutschen erstürmt.
    3. Juni Kämpfe südlich des Posinatales und vor der Front Monte Cengio–Asiago.
    4. Juni Der Monte Panoccio (östlich des Asticotales) erstürmt.
    4. Juni Nach tagelanger Artillerievorbereitung Beginn der großen russischen Offensive der Südwestheere unter General Brussilow zwischen dem Pruth und dem Styrknie bei Kolki (Wolhynien). Gesamtfrontlänge 350 km.
    5. Juni Der unbewaffnete österreichische Dampfer "Albanien" torpediert.
    5. Juni Nördlich Okna werden die österreichisch-ungarischen Truppen in eine 5 km südlich vorbereitete Linie zurückgenommen. Kämpfe bei Jaslowiec (an der unteren Strypa) westlich Trembowla, westlich Tarnopol, bei Saponow und westlich Olyka.
    5. Juni Vorrücken der Türken gegen Aschkale.
    5./6. Juni Das Kriegsschiff "Hampshire", das sich mit Lord Kitchener und seinem Stab an Bord auf dem Weg nach Rußland befindet, wird westlich der Orkneyinseln durch Mine vernichtet.
    6. Juni Südwestlich Asiago der Busibollo erstürmt.
    6. Juni Die deutschen Truppen bei Klitawa (Deutschostafrika) zurückgedrängt.
    6. Juni Die in Wolhynien an der oberen Putilowka kämpfenden österreichischen Streitkräfte im Raum von Luzk an den Styr zurückgenommen. An allen anderen Stellen der Nordostfront die Russen abgewiesen.
    6. Juni Erfolgreicher deutscher Angriff auf die englischen Stellungen bei Hooge (südöstlich Ypern). Auf dem Ostufer der Maas wird die Panzerfeste Vaux vollständig in deutsche Hand gebracht.
    7. Juni Die österreichisch-ungarischen Truppen nehmen den Monte Lemerle (südöstlich Cesuna) und den Monte Meletta.
    7. Juni Luzk von den Russen genommen. Kämpfe an der unteren Strypa.
    8. Juni Österreichisch-ungarische Truppen nehmen den Monte Sisemol und den Monte Castelgomberto.
    8. Juni Besetzung von Usumbura und Vormarsch der Belgier auf Gitega.
    8. Juni Der italienische Hilfskreuzer "Principe Umberto" in der unteren Adria von einem österreichischen U-Boot versenkt.
    9. Juni An der ganzen Nordostfront Kämpfe zwischen den österreichisch-ungarischen und russischen Kräften. An der unteren Strypa drängen russische Kräfte die österreichisch-ungarischen Truppen vom Ost- auf das Westufer zurück. Nordwestlich Tarnopol zahlreiche russische Vorstöße abgewiesen. Im Raum von Luzk wird westlich des Styr gekämpft.
    9. Juni Kasri Schirin (Persien) von den Türken besetzt.
    10. Juni Dubno von den Russen besetzt. Die österreichisch-ungarischen Truppen in der nordöstlichen Bukowina zurückgenommen.
    11. Juni Janina (Griechenland) von den Italienern besetzt.
    11. Juni Bismarckburg (Deutschostafrika) vom Feinde besetzt.
    11. Juni Deutsche und österreichisch-ungarische Truppen der Armee des Generals Grafen Bothmer werfen russische Abeilungen nordwestlich Buczacz (an der Strypa) zurück. Heftige Kämpfe nordwestlich Tarnopol.
    11. Juni Vor Sebastopol 5 russische Transportschiffe versenkt.
    12. Juni Das Gebiet von Torczyn (Wolhynien) von den Russen erreicht. Fortdauer der Kämpfe nordwestlich Tarnopol. Sadagora, Suyatin und Horodenka von den Russen besetzt.
    13. Juni Alt-Langenburg (am Nyassasee) vom Feind besetzt.
    13. Juni Russische Angriffe nördlich Baranowitschi, südlich Bojan und nördlich Czernowitz abgeschlagen.
    13. Juni Das deutsche Handelsschiff "Herrmann" in der Ostssee von russischen Zerstörern in Brand geschossen und von der eigenen Mannschaft gesprengt.
    13. Juni Deutsches Vordringen rechts der Maas (westlich und südlich der Thiaumontferme).
    14. Juni Russische Angriffe südlich Bojan, nördlich Czernowitz, bei Wisniowczyk und zwischen der Bahn Rowno–Kowel zurückgeschlagen.
    15. Juni Im Ortlergebiet die Tukett- und Hintere Madatschspitze in österreichischem Besitz. Beginn der italienischen Gegenoffensive zwischen Brenta und Etsch.
    15. Juni Wilhelmstal in britischem Besitz.
    15. Juni In Wolhynien an ganzer Front neue Kämpfe. Am Stochod—Styrabschnitt werden mehrere Übergangsversuche abgeschlagen. Westlich Wisniowczyk Anstürme russischer Kolonnen gegen österreichisch-ungarische Stellungen.
    15. Juni Englischer Versuch, zwischen Korna und Nassrie über den Euphrat zu setzen, zurückgewiesen.
    16. Juni Italienische Angriffe auf den Mrzli-Vrh, gegen die Dolomitenstellungen, aus dem Raum von Primolano und südlich Asiago abgeschlagen.
    16. Juni In Wolhynien wird an der Lipa, im Raume von Lokacsy und am Stochod–Styrabschnitt erbittert gekämpft.
    17. Juni Am Styr beiderseits Kolki russische Angriffe abgewiesen, ebenso westlich Wisniowczyk an der Strypa. Die Russen ziehen in Czernowitz ein. (Dritte Besetzung der Stadt durch die Russen.)
    18. Juni Südlich des Busibollo wird der nächste Höhenrücken erobert.
    18. Juni Oberleutnant Immelmann fällt im Luftkampf an der Westfront.
    19. Juni Vorstöße der Italiener zwischen Brenta und Astico abgewiesen.
    19. Juni Laut englischer Meldung wird Handeni (Deutschostafrika) von Generalmajor Hodkins besetzt.
    19. Juni Ein deutsches Marineflugzeug greift im Rigaischen Meerbusen bei Arensburg zwei russische Zerstörer erfolgreich an.
    19. Juni Erfolgreiche Vorstöße deutscher Abteilungen südlich Smorgon bis über Cary hinaus und bei Tanoczyn. Starke russische Angriffe gegen die Kanalstellung südwestlich Logischin und gegen die Styrlinie bei und westlich Kolki. Zwischen der Straße Kowel–Luzk und der Turya wird der hartnäckige russische Widerstand gebrochen. In der Bukowina überschreitet der Feind den Sereth.
    20. Juni An der unteren Bojusa müssen die Italiener den Brückenkopf von Feras räumen.
    20. Juni Bei Gruziatyn (westlich Kolki) werden über den Styr vorgeschobene russische Kräfte zurückgeworfen.
    21. Juni Russische Vorstöße südwestlich Logischin und westlich Kolki scheitern. Zwischen Sokul und Liniewka die russischen Stellungen genommen. Russischer Vorstoß nordwestlich Luzk ergebnislos. Beiderseits der Turya und weiter südlich über die Linie Swiniuchy–Gorochow die Russen weiter zurückgedrängt. Russische Angriffe aus der Linie Hajworonka–Bobulince (nördlich Przewloka) abgeschlagen. Radautz von den Russen genommen.
    21. Juni Ankunft des deutschen U-Bootes "U 35" in Cartagena.
    21. Juni Russische Niederlage am Paitakpaß (Südpersien).
    22. Juni An der Dolomitenfront scheitert ein Angriff der Italiener auf die Grodna del Ancona. Im Ortlergebiet werden mehrere Hochgipfel an der Grenze besetzt.
    22. Juni Feindliche Fliegerangriffe auf Trier, Müllheim i. B. und Karlsruhe, österreichische auf Venedig.
    22. Juni Im Czeremosztal Vorgehen der Russen auf Kuty.
    22. Juni Erste Ausreise des Handels-U-Bootes "Deutschland".
    22. Juni Russische Stellungen südlich des Tschorukflusses (Kaukasus) genommen.
    23. Juni Bei der Heeresgruppe des Generals von Linsingen wird der Angriff bis über die allgemeine Linie Zubilno–Watyn–Zwiniacze vorgetragen. Heftige Kämpfe bei Kimpolung. Im Czeremosztal der Feind aus der Stadt Kuty zurückgedrängt.
    23. Juni Der italienische Hilfskreuzer "Città di Messina" und der Zerstörer "Fourche" von einem österreichisch-ungarischen U-Boot im Kanal von Otranto versenkt.
    23. Juni Östlich der Maas der Höhenrücken "Kalte Erde", das Panzerwerk Thiaumont und der größte Teil des Dorfes Fleury genommen.
    24. Juni In der Bukowina beziehen die österreichisch-ungarischen Truppen zwischen Kimpolung und Jakobeny neue Stellungen. Die Höhen südlich Berhomet und Wisznitz werden geräumt. Bei Holatin-Grn. werden die Höhen nördlich der Lipa erstürmt.
    24. Juni Südlich des Kanals von La Bassée bis über die Somme Beginn eines tagelangen Artilleriekampfes zur Einleitung der feindlichen Offensive.
    26. Juni Zurücknahme der österreichischen Front zwischen Brenta und Etsch beendet. Der größte Teil des durch die Offensive errungenen Geländegewinnes wieder aufgegeben.
    26. Juni Eine belgische Kolonne besetzt Biaramulo in Deutschostafrika.
    26. Juni Luftkampf zwischen deutschen und russischen Flugzeugen im Rigaischen Meerbusen.
    26. Juni Südwestlich Sokul russische Linien erstürmt.
    27. Juni Erfolglose Angriffe der Italiener zwischen Etsch und Brenta.
    27. Juni Das Dorf Liniewka (westlich Sokul) und die südlich liegenden russischen Stellungen genommen.
    27. Juni Rechts der Maas greifen die Franzosen die verlorenen Stellungen auf dem Höhenrücken "Kalte Erde", das Dorf Fleury und die östlich anschließenden Linien erfolglos an.
    28. Juni Heftige Kämpfe am Monte San Michele, bei San Martino und östlich Vermigliano. Am Görzer Brückenkopf greifen die Italiener den Südteil der Podgorastellung an.
    28. Juni Die österreichische Front nach heftigen Kämpfen gegen Kolomea und südlich zurückgenommen.
    28. Juni Rückzug der Russen auf Kermanschah (Persien).
    29. Juni An der Kärntner Front scheitern gegnerische Angriffe auf den Großen und Kleinen Pal sowie auf den Freikofel.
    29. Juni Kolomea von den Russen besetzt.
    30. Juni Westlich Kolki, südwestlich Sokul und bei Wiczyny russische Stellungen genommen.
    30. Juni Deutsche Torpedoboote greifen russische Streitkräfte zwischen Häfringe und Landsort mit Torpedos an.
    30. Juni Rückzug der Russen auf Harunabad (Persien).
    30. Juni Vergebliche französische Angriffe auf die deutsche Stellung auf der "Kalten Erde" und im Panzerwerk Thiaumont.


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