Erster Weltkrieg: Chronik Mai 1915

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. Mai In Verfolgung der Russen erreichen deutsche Spitzen die Gegend südwestlich Mitau. Der Dunajec bei Tarnow von der Armee Erzherzog Joseph Ferdinand überschritten. Ein starker russischer Stützpunkt östlich der Höhe Ostry (Karpaten) erstürmt.
    1. Mai Der englische Torpedobootzerstörer "Recruit" durch ein U-Boot beim Galloperfeuerschiff zum Sinken gebracht. Gefecht zwischen zwei deutschen Vorpostenbooten und englischen Fischdampfern beim Noordhinderfeuerschiff. Die beiden deutschen Torpedoboote und ein englischer Fischdampfer untergegangen.
    1. Mai Das französische U-Boot "Joule" in den Dardanellen untergegangen.
    1. Mai Starke englisch-französische Angriffe nördlich Ypern abgeschlagen.
    2. Mai Die Streitkräfte des Generals Botha besetzen Otjimbingwe (Deutsch-Südwestafrika).
    2. Mai Deutscher Fliegerangriff auf Dünkirchen.
    2. Mai Niederlage der Russen südwestlich Kalwarja und nordöstlich Skierniewice. Beginn der deutsch-österreichischen Offensive in Westgalizien. Die russische Front (3. Armee unter General Radko Dimitriew) von der ungarischen Grenze bis zur Mündung des Dunajec in die Weichsel (Linie Gorlice–Tarnow) unter Führung des Generalobersten v. Mackensen an zahlreichen Stellen durchbrochen. (Beute des ersten Tages 21 500 Gefangene, 16 Geschütze.) Aufstellung der Verbündeten: Mitte: Oberbefehlshaber Generaloberst v. Mackensen (11. Armee), rechter Flügel (südöstlich Grybow): General Boroevic (österreichisch-ungarische 3. Armee), linker Flügel (von Zakliczyn bis zur Weichsel): Erzherzog Joseph Ferdinand (österreichisch-ungarische 4. Armee); im Norden der Weichsel: General v. Dankl (österreichisch-ungarische 1. Armee), Armeeabteilung Woyrsch; in den Karpaten: General v. Böhm-Ermolli (österreichisch-ungarische 2. Armee), General v. Linsingen (Südarmee); in der Bukowina: General v. Pflanzer-Baltin.
    2. Mai Vormarsch des bei Ari Burun (Gallipoli) gelandeten Feindes vereitelt.
    2. Mai Wiederaufnahme des deutschen Angriffes nördlich Ypern.
    3. Mai Deutsche Reiterei zwei Kilometer vor Mitau.
    4. Mai Das englische U-Boot "E 17" von einem deutschen Marineluftschiff in der Nordsee versenkt.
    4. Mai Die Russen auf die Wisloka (Mittelgalizien) zurückgeworfen. Rückzug der Russen (8. Armee unter General Iwanow) aus Ungarn.
    4. Mai Einige seit Monaten heiß umstrittene Orte in Flandern von den Deutschen genommen.
    5. Mai Die Wisloka von den Verbündeten überschritten. Jaslo und Dukla von Teilen der Armee Boroevic wieder besetzt.
    5. Mai Die Franzosen im Aillywalde zurückgeworfen.
    6. Mai Karibib, Johann Albrechtshöhe und Wilhelmsthal (Deutsch-Südwestafrika) von Unionstruppen besetzt.
    6. Mai Niederlage der Russen bei Szadow und Rossijeny (Kurland). Die Russen auch am unteren Dunajec zum Rückzug gezwungen. Tarnow wieder besetzt.
    7. Mai Brzostek (am rechten Ufer der Wisloka) und Krosno (am linken Ufer des Wislok) von den Österreichern erstürmt. Der Wislok bei Krosno von den Verbündeten überschritten.
    7. Mai Der Cunarddampfer "Lusitania" (1900 Personen, davon 764 gerettet) durch ein deutsches U-Boot an der Südküste Irlands versenkt. Der englische Torpedobootszerstörer "Maori" vor Zeebrügge durch die deutschen Küstenbatterien vernichtet.
    7. Mai Niederlage der Engländer bei Sedil Bahr (Gallipoli).
    8. Mai Einzug der Deutschen in Libau. Beginn der viertägigen Schlacht bei Sanok-Rzeszow. Heftige Kämpfe der Armee Mackensen östlich des Wislok. Ungarn frei vom Feinde. Der Brückenkopf Zaleszczyki (am Dnjestr) von Truppen der Armee Pflanzer-Baltin erstürmt.
    8. Mai Feindliche Angriffe bei Sedil Bahr erneut zurückgeschlagen. Auflösung der russischen "Bosporus-Armee".
    8. Mai Wichtige englische Höhenstellungen bei Ypern genommen.
    9. Mai Schwere Verluste der Landungstruppen bei Ari Burun. Der französische Oberbefehlshaber d'Amade durch General Gouraud ersetzt.
    9. Mai Beginn einer englisch-französischen Offensive südwestlich Lille gegen die Armee des Kronprinzen Rupprecht von Bayern. (Beginn der Lorettoschlacht und der Schlacht bei La Bassée.) Feindliche Erfolge zwischen Carency und Neuville.
    10. Mai Erster "Zeppelin"-Angriff auf London.
    10. Mai Die Nidafront (Russisch-Polen) von den Russen geräumt. In Mittelgalizien die Russen gegen den Sanabschnitt Dynow–Sanok zurückgedrängt. Russische Angriffe bei Besko gescheitert (General Emmich). Nördlich Horodenka das südliche Dnjestrufer von den Russen besetzt.
    10. Mai Erfolgloser Angriff der russischen Flotte gegen den Bosporus.
    11. Mai Eseka (Kamerun) von den Deutschen aufgegeben.
    11. Mai Der San zwischen Dynow und Sanok von den Verbündeten überschritten. Dynow, Sanok, Besko und Rzeszow wieder besetzt. Auch die russische Karpatenfront östlich des Uzsoker Passes beginnt zu weichen. Zaleszczyki von den Oesterreichern geräumt.
    11. Mai Starke französische Angriffe bei Arras (Carency und Westablain von den Deutschen geräumt).
    12. Mai Windhuk von Unionstruppen (General Botha) ohne Kampf besetzt. Nach englischer Angabe sind in der Stadt 3000 Europäer und 12 000 Eingeborene zurückgeblieben.
    12. Mai Kielce (Russisch-Polen) von den Deutschen erobert. Die Höhen östlich des oberen Stryj von Truppen der Armee Linsingen erkämpft. Gesamtbeute vom 2.-12. Mai 143 500 Gefangene, etwa 100 Geschütze und 350 Maschinengewehre.
    12. Mai Der türkische nichtbewaffnete Dampfer "Jittihad" im Hafen von Panderma von einem englischen U-Boot angegriffen.
    12. Mai Fortdauer der Kämpfe bei Arras. Heftige Kämpfe bei Croix des Carmes (zwischen Mosel und Maas).
    13. Mai Allgemeiner russischer Rückzug in Polen und Galizien. Die Vortruppen der Verbündeten vor Przemysl und am linken Ufer des unteren San.
    13. Mai Das englische Panzerschiff "Goliath" am Dardanelleneingang von dem türkischen Torpedobootzerstörer "Muavanet-i-Millije" versenkt. – Beschießung des deutschen Konsulats in Alexandrette durch einen französischen Kreuzer.
    14. Mai Starke englische Angriffe vor Ypern zurückgeschlagen.
    14. Mai Der russische Vormarsch bei Szawle zum Stehen gebracht. Rudnik, Lezajsk Dobromil, Stary-Sambor und Boryslaw (Karpaten) von den Verbündeten wieder besetzt. Heftige Kämpfe nördlich Kolomea (am Pruth).
    15. Mai Jaroslau (am San) nach zweitägigem Kampfe genommen. Sambor wieder besetzt.
    15. Mai Starke englische Angriffe bei Ypern, Neuve Chapelle und beiderseits der Lorettohöhe; ebenso an den folgenden Tagen.
    15. Mai Schwere Verluste der Landungstruppen bei Ari Burun.
    16. Mai Angriffe deutscher Luftschiffe auf Calais und Dover.
    16. Mai Dohobycz (südlich des oberen Dnjestrs) durch Truppen der Armee Linsingen genommen.
    16. Mai Landungsversuch bei Smyrna vereitelt.
    16. Mai Das westliche Ypernkanalufer von den Deutschen geräumt.
    17. Mai Angriff deutscher Luftschiffe auf Ramsgate.
    17. Mai Deutscher Vorstoß gegen die russischen Stellungen südlich des Njemen (westlich Kowno). Der Sanübergang nördlich Przemysl von den Verbündeten in Gegenwart Kaiser Wilhelms erkämpft.
    18. Mai Sieniawa (am unteren San) von den Verbündeten erobert.
    18. Mai Gefechte in der Gegend von Olty (Kaukasus). Der türkische nichtbewaffnete Handelsdampfer "Dogan" auf der Fahrt von Panderma nach Konstantinopel von einem englischen U-Boot ohne Warnung angegriffen.
    19. Mai Die Russen westlich Kowno völlig geschlagen.
    19. Mai Siegreicher Angriff auf die englischen Stellungen bei Ari Burun.
    20. Mai Erfolgreicher Vorstoß der Deutschen an der Dubissa bis Betygola. Die russische Gegenoffensive über den Dnjestr in Ostgalizien an der Pruthlinie zum Stehen gebracht.
    20. Mai Das russische Panzerschiff "Panteleimon" im Schwarzen Meer von einem türkischen U-Boot versenkt.
    22. Mai Russische Niederlage bei Szawle und an der Dubissa.
    22. Mai Niederlage der Landungstruppen bei Sedil Bahr. Der Torpedobootszerstörer "Pelenghi-Derja" im Marmarameer von einem englischen U-Boot versenkt.
    23. Mai Deutscher Fliegerangriff auf Paris.
    23. Mai Ankunft der "Ayesha-Mannschaft" (5 Offiziere, 44 Mann) in Konstantinopel.
    23./24. Mai Eintritt des Kriegszustandes zwischen Italien und Österreich-Ungarn. Österreichischer Oberbefehlshaber: Generaloberst Erzherzog Eugen. Armeeführer: General v. Boroevic (Isonzo), General v. Dankl (Tirol). Italienischer Generalstabschef Graf Cadorna. Armeeführer: Generalleutnant Frugoni (2. Armee), Herzog v. Aosta (3. Armee). Erfolgreicher Angriff österreichisch-ungarischer Kriegsschiffe und Flieger auf die italienische Ostküste zwischen Venedig und Barletta. Der italienische Torpedobootszerstörer "Turbine" genommen. Beginn von Grenzgefechten.
    24. Mai Die Russen östlich Rossinje über die Dubissa geworfen. Wiederaufnahme der Offensive der Verbündeten von Sieniawa bis zum oberen Dnjestr. Radymno wieder erobert.
    24. Mai Fortschreitende deutsche Angriffe in Richtung Ypern.
    25. Mai Condino (Judicarien) von den Italienern besetzt. Gefechte an der kärntnerischen Grenze.
    25. Mai Der San östlich Radymno von den Verbündeten überschritten.
    25. Mai Das englische Panzerschiff "Triumph" durch das deutsche U-Boot "U 51" (Komm. Kapitänleutnant Hersing) bei Ari Burun versenkt. Der nichtbewaffnete Dampfer "Stambul" im Bosporus von einem englischen U-Boot versenkt.
    25. Mai Starke französische Angriffe zwischen Liévin und der Lorettohöhe und bei Souchez abgewiesen.
    26. Mai Die italienische Regierung verhängt die effektive Blockade über die österreichische und die albanische Küste.
    26. Mai Erfolgreicher Luftangriff auf Southend (Themsemündung) und Helsingfors (Finnland).
    26. Mai Fortschreitende Einkreisung von Przemysl. Die russische Front bei Drohobycz und Stryj von der Armee Linsingen durchbrochen.
    26. Mai Vergeblicher französischer Landungsversuch bei Budrun (Meerbusen von Kos).
    26. Mai Erneute französische Durchbruchsversuche an der Lorettohöhe vereitelt.
    27. Mai Angriff eines französischen Flugzeuggeschwaders auf Ludwigshafen.
    27. Mai Wiederaufnahme der deutschen Offensive an der Dubissa. Russischer Gegenstoß bei Sieniawa.
    27. Mai Der englische Hilfskreuzer "Prinzess Irene" fliegt im Hafen von Sheerness mit der Besatzung in die Luft.
    27. Mai Das englische Linienschiff "Majestic" vor Sedil Bahr durch das deutsche U-Boot "U 51" (Komm. Kapitänleutnant Hersing) versenkt. Ein Linienschiff von der "Agamemnon"-Klasse schwer beschädigt.
    27. Mai Schwere Niederlage der Franzosen im Priesterwalde.
    28. Mai Ala und Fiera di Primiero (im Cismontal) von den Italienern besetzt. Italienische Angriffe gegen Görz abgewiesen.
    28. Mai Schwere Niederlage der Italiener am Syrk (Libyen).
    28. Mai Die Russen über die untere Dubissa geworfen.
    28. Mai Ausdehnung des türkischen Operationsgebiets auf den Suezkanal.
    29. Mai Cortina d'Ampezzo von den Italienern besetzt.
    29. Mai Die mittlere Hauptstellung der Landungstruppen bei Ari Burun erstürmt.
    29. Mai Schwere Niederlage der Franzosen östlich des Yserkanals.
    30. Mai Vergebliche italienische Angriffe an den Hängen des Krn (Julische Alpen).
    30. Mai Feindliche Angriffe bei Ari Burun abgeschlagen.
    30. Mai Schwere französische Niederlage nördlich Arras. Der wiederhergestellte Bahnviadukt bei Dammerkirch durch deutsche Artillerie zerstört.
    31. Mai Erfolgreicher Angriff auf die Werften von London.
    31. Mai Drei Forts der Nordfront von Przemysl von bayerischen Truppen (General v. Kneußl), die Stadt Stryj von Teilen der Armee Linsingen (Armeekorps Graf Bothmer) erstürmt.
    31. Mai Das deutsche Konsulat in Haifa durch ein französisches Kriegsschiff zerstört. Der nichtbewaffnete Dampfer "Madeleine Rickmers" im Hafen von Panderma von einem englischen U-Boot versenkt.


    Bildergalerie: Ostfront

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe