Erster Weltkrieg: Chronik November 1914

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. November Russischer Vorstoß über die ostpreußische Grenze bei Szittkehmen zurückgewiesen.
    1. November Sieg des deutschen Kreuzergeschwaders ("Scharnhorst", "Gneisenau", "Dresden", "Leipzig", "Nürnberg") unter Vizeadmiral Graf v. Spee bei Coronel an der chilenischen Küste. Die englischen Panzerkreuzer "Monmouth" und "Good Hope" werden vernichtet, der Kleine Kreuzer "Glasgow" entkommt schwer beschädigt.
    1. November Die Offensive durch die Macva schreit vorwärts. Erstürmung von Sabatz.
    1. November Kämpfe an der russisch-türkischen Kaukasusgrenze. – Englischer Landungsversuch bei Akaba (an der ägyptischen Grenze) vereitelt.
    1. November Messines (südöstlich Ypern) genommen.
    2. November Der österreichisch-ungarische Kleine Kreuzer "Kaiserin Elisabeth" auf der Reede von Tsingtau von der Besatzung selbst versenkt.
    2. November Entsprechend der strategischen Lage in Russisch-Polen werden die aussichtsreich sich gestaltenden Kämpfe am San und im Raume um Chyrów abgebrochen und die Truppen in günstigere Stellungen zurückgenommen.
    2. November Das türkische Kanonenboot "Doruk Reïs" bei Smyrna vernichtet.
    2. November Gefechte bei Soissons um den Besitz der Dörfer Chavonne und Soupir werden zugunsten der Deutschen entschieden. – In den Vogesen Gefecht bei Markirch.
    3. November Deutsche Kriegsschiffe beschießen die Befestigungen von Yarmouth an der englischen Ostküste.
    3.-5. November Die bei Tanga (Deutsch-Ostafrika) gelandeten Engländer geschlagen und zur Wiedereinschiffung gezwungen.
    4. November Der Große Kreuzer "Yorck" gerät im Jadebusen auf eine Minensperre und sinkt. Die Hälfte der Besatzung gerettet. – Der Kleine Kreuzer "Karlsruhe" sinkt im Atlantischen Ozean infolge Explosion.
    4. November Englische und französische Kriegsschiffe beschießen erfolglos die Dardanellen.
    5. November Eroberung eines Stützpunktes im Bois Brulé (südwestlich von St. Mihiel).
    6. November Drei russische Kavalleriedivisionen an der Warthe (oberhalb Kolo) versprengt.
    6. November Beginn des Angriffs gegen die serbischen Stellungen bei Krupanj.
    6. November Gefechte bei Ypern und Noyon. Soupir und der westliche Teil von Sapigneul geräumt.
    7. November Fall von Tsingtau. Verlust an Gefangenen 2300 Mann.
    7. November Die Russen erreichen in Galizien die Dunajeclinie. Sie haben sich der Karpatenpässe bemächtigt und Przemysl aufs neue eingeschlossen.
    7. November Niederlage der Russen bei Karakilissa an der kaukasischen Grenze. Die türkische Flotte bombardiert den Kaukasushafen Poti. – Die türkische Armee überschreitet die ägyptische Grenze. Zweiter mißglückter Landungsversuch der Engländer bei Akaba.
    7. November Am Westrande der Argonnen eine wochenlang umkämpfte wichtige Höhe bei Vienne le Chateau von deutschen Truppen genommen.
    8. November Starke russische Kräfte nördlich des Wysztyter Sees zurückgeschlagen.
    8. November Die serbische 3. Armee unter General Paul Sturm und die 1. Armee unter General Peter Bojovic (zusammen ca. 120 000 Mann) in der Linie Loznica–Krupanj–Ljubovija entscheidend geschlagen und gegen Baljevo zurückgeworfen.
    9. November Deutsche Kavallerie zersprengt bei Konin (Westpolen) eine russische Vorhut.
    9. November Der Kreuzer "Emden" geht nach ruhmreichem Kampf gegen den australischen Kreuzer "Sydney" bei den Cocosinseln im Indischen Ozean unter. Der größere Teil der Besatzung unter Korvettenkapitän v. Müller kriegsgefangen. Eine zur Zerstörung des Kabels auf einer der Inseln gelandete Abteilung entkommt auf dem kleinen Dampfer "Ayesha" unter Führung des Kapitänleutnants v. Mücke nach Arabien (19. Januar 1915) und gelangt von dort auf dem Landweg über Konstantinopel in die Heimat.
    10. November Erstürmung der Höhen von Misar (südlich Sabatz). Auch östlich Loznica–Krupanj schreitet der österreichische Angriff vorwärts.
    10. November Die Türken besetzen El-Arisch (an der ägyptischen Grenze). – Landung englisch-indischer Truppen bei Fao (Mesopotamien).
    10. November Erstürmung von Dixmuiden. Westlich Langemarck erstürmen junge Regimenter unter dem Gesang "Deutschland, Deutschland über alles" die feindlichen Stellungen. Südlich Ypern wird St. Eloi genommen. Vergebliche Gegenangriffe der Engländer nördlich Armentières, der Franzosen nördlich Vienne le Chateau.
    11. November Siegreiches Kavalleriegefecht mit den vordringenden Russen östlich Kalisch.
    11. November Großer türkischer Sieg bei Köpriköi im Kaukasus.
    11. November Das östliche Yserufer bis zur See vom Feinde geräumt.
    12. November Das englische Torpedokanonenboot "Niger" auf der Höhe von Dover durch ein deutsches U-Boot zum Sinken gebracht.
    12. November Erfolgreicher Vormarsch der Türken gegen Batum.
    12. November Fortdauer der heftigen Kämpfe am Yserkanal.
    13. November Victoria (Kamerun) von den Engländern besetzt.
    13. November Die Russen dringen aufs neue in Ostpreußen ein. Die deutschen Truppen beziehen eine Verteidigungsstellung in der Linie der Masurischen Seen. – Bei Wloclawek (auf dem linken Weichselufer) wird ein russisches Armeekorps zurückgeworfen. Die Schlacht eröffnet die neue Offensive der inzwischen umgruppierten deutschen Armeen.
    13. November Türkische Truppen besetzen die Stellung von Kotur in der persischen Provinz Aserbeidschan.
    14. November Erfolgreicher Ausfall aus der Festung Przemysl.
    14. November Die Österreicher erobern die Höhen bei Kamenica (zwischen Leznica und Valjevo), den Schlüsselpunkt der feindlichen Stellung.
    14. November Siegreiche Angriffe der Türken in der Zone von Lasistan (Kaukasus).
    15. November Die Russen bei Stallupönen zurückgeworfen. – Am rechten Weichselufer vormarschierende starke russische Kräfte bei Lipno und Plozk zurückgeschlagen. In Fortsetzung des Erfolges bei Wloclawek werden mehrere russische Armeekorps bis über Kutno zurückgeworfen. Gefangennahme des Gouverneurs von Warschau v. Korff.
    15. November Die österreichischen Truppen erreichen auf der Verfolgung die Kolubara und besetzen Valjevo und Obrenovac.
    16. November Aus dem Bereich von Krakau vorbrechend nehmen die Österreicher die vorderen russischen Befestigungslinien nördlich der Grenze.
    16. November Die österreichischen Truppen überschreiten die Kolubara.
    16. November Die Türken schlagen die Engländer bei Fao. – Niederlage einer russischen Abteilung bei Salmas (Persien).
    17. November Starke russische Kavallerie bei Pillkallen zurückgeworfen. Südöstlich Soldau werden die Russen zum Rückzug auf Mlawa gezwungen. – Beginn neuer Kämpfe in der Gegend nördlich Lodz. – Deutsche Kriegsschiffe beschießen und sperren den Hafen von Libau.
    17. November Erfolge der Türken bei Artwin (Kaukasus). – Beginn der Blockierung der Dardanellen durch ein englisch-französisches Geschwader.
    17. November Erstürmung von Schloß Chatillon bei Cirey.
    18. November Siegreiches Gefecht der Türken gegen die englischen Landungstruppen am Schatt-el-Arab (Mesopotamien). Trotzdem gelingt es den Engländern, sich in Basra festzusetzen. – Die türkische Flotte schlägt die russische auf der Höhe von Sebastopol in die Flucht.
    20. November Schwere Kämpfe im nördlichen und südlichen Polen. – Erfolgreicher Ausfall aus Przemysl.
    21. November Kämpfe auf der ganzen Front Russisch-Polen – Dunajec – Karpaten.
    21. November Fliegerangriff auf die Zeppelinwerft in Friedrichshafen.
    21. November Türkische Truppen, die auf Batum marschieren, werfen den Feind über den Tschoruk zurück. – Vorpostengefechte am Suezkanal.
    22. November Auftreten neuer russischer Kräfte auf dem linken Weichselufer im Rücken der bei Lodz im Kampfe stehenden deutschen Truppen.
    23. November Untergang des deutschen U-Bootes "U 18" an der Nordküste Schottlands.
    23. November Englische Schiffe bombardieren Lombartzyde und Zeebrügge.
    23.-25. November Durchbruch der mit Einschließung bedrohten deutschen Truppen bei Brzeziny (Korps Scheffer-Boyadel und Gardedivision Litzmann). 12 000 Russen und 25 Geschütze werden als Beute mitgebracht.
    24./25. November Erfolgreiche Angriffe der Armee Mackensen auf die russischen Stellungen bei Lodz und Lowicz (40 000 unverwundete Gefangene, 70 Geschütze erbeutet).
    25. November Auf der Reede von Sheerness fliegt das englische Linienschiff "Bulwark" infolge Explosion der Pulverkammer in die Luft.
    25. November Die starken feindlichen Stellungen bei Lazarevatz und Ljig erstürmt. Vordringen von Baljevo südwärts bis Kosjerići.
    26. November Zurückweisung russischer Durchbruchsversuche an der westgalizischen Front und in den Karpaten. Czernowitz abermals geräumt.
    27. November Starke Angriffe der Russen in Gegend westlich Nowo-Radomsk (Gouv. Petrikau) abgeschlagen.
    27. November Eine österreichische Kolonne besetzt Uzice. Erstürmung der beherrschenden Stellung am Siljak.
    27. November Die Türken vor Adschari (südöstlich von Batum).
    28. November Die auf Homonna (Karpaten) vorgedrungenen russischen Kräfte zurückgedrängt.
    28./29. November Erneute Beschießung von Daressalam durch englische Kriegsschiffe.
    29. November Erstürmung des hartnäckig verteidigten Suvobor (zwischen Baljevo und Kakad).
    30. November Die Serben östlich der Kolubara und des Ljig nach mehrtägigem Widerstand geschlagen.


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    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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