Erster Weltkrieg: Chronik November 1918

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. November Belgrad von den Serben besetzt.
    1. November Die Livenza von den Italienern überschritten. Belluno besetzt. Italienisches Vordringen auf der Hochebene von Asiago.
    1. November Das dem südslawischen Nationalrat übergebene österreichisch-ungarische Schlachtschiff "Viribus Unitis" von zwei reichsitalienischen Seeoffizieren im Hafen von Pola durch Mine versenkt.
    1. November Die deutsche Front südlich Deinze hinter die Schelde zurückgenommen. Valenciennes geräumt. Schwere Kämpfe um den Übergang über die Aisne und zwischen Argonnen und Maas. Der Einbruch der Amerikaner in der Linie Champigneulle–Sivry–östlich Buzancy–südwestlich Villers-devant-Dun aufgefangen.
    2. November Rovereto und Trient von den Italienern ohne Kampf besetzt.
    2. November Die deutschen Truppen auf Gent zurückgenommen. Die deutsche Front zwischen der Aisne und Champigneulle zurückgenommen. Westlich der Maas gewinnt der Feind bei Tailly und über Villers-devant-Dun Boden.
    3. November Schabatz von den Franzosen besetzt. Varmiste (Bosnien) von den Serben besetzt.
    3. November Unterzeichnung des Waffenstillstandes zwischen Österreich-Ungarn und der Entente in Padua. Er tritt am 4. 3 Uhr nachmittags in Kraft. Völliger Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Front von der Brenta bis zur Corre. Seit 24. Oktober (Beginn der italienischen Offensive) 416 000 Mann gefangen, 6800 Geschütze erbeutet. – Landung der Italiener in Triest.
    3. November Vorfeldkämpfe vor den neuen deutschen Linien zwischen Aisne und Maas. Starke amerikanische Angriffe südlich Belval zum Stehen gebracht.
    4. November Dulcigno und Antivari von den Italienern besetzt.
    4. November Erneute feindliche Großangriffe zwischen Schelde und Oise. Le Quesnoy von den Deutschen geräumt. Der Sambre–Oise-Kanal an einzelnen Stellen vom Feinde überschritten. Im Dieuletwald die deutschen Truppen auf das östliche Maasufer nördlich Stenay zurückgezogen.
    5. November Einmarsch bayerischer Truppen in Tirol. Italienische Schiffe laufen in den Hafen von Pola und Fiume ein.
    5. November Rückverlegung der gesamten deutschen Front zwischen Schelde und Oise und Oise und Maas.
    6. November Orsova von französischen Truppen besetzt.
    6. November Heftige feindliche Angriffe nordöstlich Valenciennes bei Bavai und bei Aulnoye an der Sambre. Beiderseits Rethel die Aisne vom Feind überschritten. Am Abend die Linie Wasigny–Novion–Porcien und nördlich Tourteron sowie zwischen Aisne und Maas Vendresse und Mouzon vom Feinde erreicht. Amerikanische Fortschritte am Ostufer der Maas östlich Dun. – Abreise der deutschen Waffenstillstandskommission von Berlin nach dem Westen.
    7. November Innsbruck und Franzensfeste von bayerischen Truppen besetzt.
    7. November Vom Feind die Linie östlich Bavai–nördlich Avesnes–östlich La Capelle–südwestlich Hirson–südlich Signy-L'Abbaye–Poix-Terron und die Maashöhen südwestlich Sedan erreicht.
    8. November Fortsetzung des deutschen Rückzuges zwischen Schelde und Oise sowie westlich der Maas. Vom Feind die Linie Peruwelz–westlich St. Ghislain–westlich Maubeuge–östlich und südöstlich Avesnes und westlich der Maas die Linie Liart–Warby und die Maas westlich Sedan erreicht.
    9. November Das englische Kriegsschiff "Brittania" (16 350 Tonnen) in der westlichen Einfahrt der Meerenge von Gibraltar versenkt.
    9. November Alexandrette von französischen und englischen Seesoldaten besetzt.
    9. November Zwischen Schelde und Maas die Linie Bonsee–Lenze–St. Ghislain–Maubeuge–Trelon und die Sormonne westlich Charleville vom Feind überschritten.
    10. November Brixen und Franzensfeste von den Italienern besetzt.
    10. November Feindlicher Fliegerangriff auf den Bahnhof Löwen.
    10. November Der englische Minensucher "Ascot" an der englischen Nordostküste versenkt. Der französische Panzerkreuzer "Waldeck-Rousseau" vor Cattaro gesunken.
    10. November Das französische Torpedoboot "Manquin" und das englische Torpedoboot "Slark" in die Dardanellen eingelaufen, um vor Konstantinopel Anker zu legen.
    11. November Tirol von den bayerischen Truppen wieder geräumt.
    11. November Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages zwischen Deutschland und der Entente. Die Feindseligkeiten werden um 11 Uhr vormittags französischer Zeit eingestellt. Von den Engländern die Linie: Französisch-belgische Grenze östlich Avesnes–Jeumont–Givry–4 Meilen östlich Mons–Chievres–Lessines–Grammont erreicht.
    13. November Abschluß des Waffenstillstandes zwischen Ungarn und der Entente in Belgrad.
    14. November General v. Lettow Vorbeck ergibt sich mit 30 Offizieren, 125 anderen Europäern, 1165 Askaris, 1516 Trägern, 482 örtlichen portugiesischen Trägern, 13 Eingeborenenhäuptlingen, 282 männlichen Eingeborenen und 819 Frauen am Sambesifluß südlich von Kasama (Nordost-Rhodesia). Es wird ihm freier Abzug gewährt. Die Deutschen werden bis zur Überführung nach Europa nach Daressalam verbracht.
    15. November Antwerpen von belgischen Truppen, Mülhausen von Franzosen besetzt.
    17. November Fiume von italienischen Truppen zusammen mit Kontingenten der Alliierten besetzt. Die serbischen Truppen haben die Stadt verlassen.
    17. November Der erste Teil der für die Internierung bestimmten deutschen Kriegsschiffe verläßt den Kieler Hafen.
    17. November Die von den Türken geräumte Stadt Baku von englischen Truppen besetzt.
    17. November Metz von Vortruppen der Alliierten, Brüssel von belgischen Truppen besetzt.
    19. November Einzug der Franzosen in Metz.
    21. November Internierung des Hauptteils der deutschen Hochseeflotte.
    21. November Einzug der Amerikaner in Luxemburg. – Elsaß-Lothringen von den Deutschen vollständig geräumt.
    22. November Einzug der Franzosen in Straßburg.
    23. November Innsbruck von den Italienern besetzt.
    25. November Ankunft der Vorhut der englischen Flotte vor Kiel.
    26. November Ankunft eines Ententegeschwaders in Odessa.
    27. November Belgien von den Deutschen vollständig geräumt.
    28. November Narwa von den Deutschen vor dem Druck der Bolschewisten geräumt.
    30. November Internierung des letzten deutschen U-Bootes. Im ganzen sind 122 U-Boote zur Ablieferung gelangt.


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    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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