Erster Weltkrieg: Chronik Oktober 1914

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. Oktober Starke russische Kräfte bei Augustowo zurückgeschlagen. – Die bis Ökörmezö (Oberungarn) vorgedrungenen russischen Abteilungen gegen den Toronya-Paß zurückgeworfen.
    1. Oktober Fall der Forts Wavre, St. Cathérine und Dorpweldt der Festung Antwerpen.
    2. Oktober Aufforderung an den Kommandanten von Przemysl, die Festung freiwillig zu übergeben.
    2. Oktober Niederlage der montenegrinischen Truppen im südlichen Bosnien.
    3. Oktober Japanische Truppen besetzen Jaluit, Sitz der deutschen Verwaltung der Marschallinseln.
    3. Oktober Fall weiterer Forts von Antwerpen. Beginn des Angriffs auf die innere Fortlinie. Eintreffen einer englischen Marineinfanteriebrigade in Antwerpen.
    4. Oktober Beginn der deutsch-österreichischen Offensive in Polen. Die Russen bei Opatow und Klimontow gegen die Weichsel zurückgeschlagen. Gleichzeitig beginnen die neuorganisierten österreichischen Armeen in Westgalizien den Vormarsch an den San, um Przemysl zu entsetzen.
    5. Oktober Zweieinhalb russische Kavalleriedivisionen bei Radom auf Iwangorod zurückgeworfen. – Österreichische Truppen erobern den Brückenkopf Sandomierz a. d. Weichsel. – In den Karpaten werden die Russen am Uzsoker Paß vollständig geschlagen.
    5. Oktober Fall der Forts Kessel und Broechem von Antwerpen. Die Stadt Lierre und das Eisenbahnfort an der Bahn Mecheln–Antwerpen genommen.
    5.-8. Oktober Russische Sturmversuche auf Przemysl.
    6. Oktober Gegen Ostpreußen vorgehende russische Abteilungen bei Suwalki zurückgeschlagen.
    6. Oktober Torpedoboot "S 116" in der Nordsee durch ein englisches U-Boot torpediert.
    6. Oktober Ausdehnung der deutschen Kampffront bis nördlich Arras, um den Umfassungsversuchen der Franzosen zu begegnen.
    7. Oktober In Mittelgalizien werden die Russen bei Barycz (westlich Dynow) geworfen. – Die Russen am Beskid-Paß zurückgeschlagen.
    7. Oktober Vor Antwerpen Kämpfe am Netheabschnitt. Das englische Hilfskorps zurückgeschlagen.
    8. Oktober Eine von Lomza anmarschierende russische Kolonne erreicht Lyck.
    8. Oktober Beginn der Beschießung der Stadt Antwerpen. – Die Luftschiffhalle in Düsseldorf von feindlicher Fliegerbombe getroffen.
    9. Oktober Die österreichische 4. Armee erreicht den San. Abteilungen der 2. Armee erstürmen Turka (südlich Przemysl). Abzug der Russen von der Westseite Przemysls. Österreichische Reiterpatrouille gelangt abends ungehindert in die Stadt. – Die im Marmaros-Komitat eingedrungenen russischen Abteilungen werden zersprengt.
    9. Oktober Deutsche Truppen dringen in die Stadt Antwerpen ein. Die Besatzung zieht nach Westen ab; ein Teil tritt auf holländisches Gebiet über.
    10. Oktober Versuche der Russen, über die ostpreußische Grenze von Osten her vorzudringen, werden bei Schirwindt abgewiesen. – In Südpolen erreichen die Spitzen der verbündeten Armeen die Weichsel.
    10. Oktober Die ganze Festung Antwerpen in deutschem Besitz (5000 Gefangene, 500 Geschütze und unermeßliches Kriegsmaterial erbeutet). – Bei Hazebrouk zwei französische Kavalleriedivisionen zurückgeschlagen.
    10./11. Oktober Schwere Kämpfe der in der Richtung Warschau–Iwangorod vordringenden deutschen und österreichischen Truppen.
    11. Oktober Der russische Panzerkreuzer "Pallada" vor dem Finnischen Meerbusen von "U 26" zum Sinken gebracht.
    12. Oktober Erneuter Umfassungsversuch der Russen bei Schirwindt abgewiesen. – Fortschreiten der Offensive der Verbündeten in Polen. – Das ganze westliche Sanufer von Przemysl abwärts im Besitz der österreichisch-ungarischen Truppen.
    13.-20. Oktober . Schlacht bei Chyrów und Stary-Sambor (südlich Przemysl). Abwehr eines russischen Durchbruchsversuches.
    14. Oktober Von Tsingtau die Forts "Iltis" und "Kaiser" zerstört.
    14. Oktober Die Russen aus Lyck vertrieben. Bialla vom Feinde geräumt.
    14. Oktober Deutsche Truppen besetzen Brügge. Andere Abteilungen erscheinen vor Ypern. Auch Lille von den Deutschen besetzt.
    15. Oktober Die Verbündeten vor Warschau. Acht russische Armeekorps auf der Linie Iwangorod–Warschau zurückgeworfen.
    15. Oktober Der englische Kreuzer "Hawke" in der nördlichen Nordsee durch "U 9" versenkt.
    15. Oktober Ostende von deutschen Truppen besetzt.
    17. Oktober Der japanische Kreuzer "Takatschio" in der Bucht von Kiautschou durch Torpedoboot "S 90" vernichtet.
    17. Oktober Vernichtung von vier deutschen Torpedobooten durch den englischen Kreuzer "Undaunted" und vier englische Zerstörer unweit der holländischen Küste.
    18. Oktober Das englische U-Boot "E 3" in der deutschen Bucht der Nordsee vernichtet.
    18. Oktober Deutscher Vormarsch gegen Nieuport. Kämpfe westlich Lille. Im Laufe dieser in den folgenden Tagen andauernden Gefechte wird die Verbindung zwischen der deutschen Front in Flandern und der in Nordfrankreich hergestellt. Der Stellungskrieg beginnt.
    18.-27. Oktober Heftige Angriffe der Russen auf die österreichische Front am San (Mittelgalizien).
    20. Oktober Die Marschall-, Marianen- und Karolineninseln von den Japanern besetzt.
    20. Oktober Die vor Warschau stehenden deutschen Truppen werden angesichts der numerischen Übermacht der Russen in die Linie Skierniewice–Rawa–Nowemiasto zurückgenommen. – Ungarn vom Feind vollständig gesäubert. Teile der österreichischen 2. Armee besetzen nach harten Kämpfen Stryj. In der Bukowina werden die Russen bis zum Großen Sereth zurückgedrängt.
    20. Oktober Der erste englische Handelsdampfer ("Glitra") durch ein deutsches U-Boot an der norwegischen Küste versenkt.
    20. Oktober Heftige Angriffe der Franzosen und Engländer am Yserkanal unter Mitwirkung eines englischen Geschwaders.
    21. Oktober Ein englischer Kreuzer beschießt die offene Stadt Swakopmund.
    21. Oktober Die vor Iwangorod stehenden Truppen der Verbündeten werden in die Gegend von Radom zurückgenommen. – Die Russen räumen Czernowitz.
    21. Oktober 191422. Oktober Russische Angriffe westlich Augustowo zurückgeschlagen.
    22. Oktober Die im östlichen Bosnien eingedrungenen serbischen und montenegrinischen Kräfte werden nach erbitterten Kämpfen im Raum beiderseits der Straße Mokro–Regatika geworfen.
    22. Oktober Weitere Fortschritte am Yserkanal und westlich von Lille.
    23. Oktober Der Yserkanal von deutschen Truppen überschritten. Englische Schiffe beschießen Ostende.
    24. Oktober Beginn einer deutschen Offensive gegen Augustowo.
    24. Oktober Weiteres Vordringen der Deutschen über den Yser-Ypernkanal.
    25. Oktober Ostbosnien bis zur Drina vom Feind vollständig gesäubert.
    27. Oktober Abbruch der Offensive in Russisch-Polen. Rückzug der Verbündeten hinter die Warthe und Opatowka.
    27. Oktober Das englische Schlachtschiff "Audacious" läuft an der Nordküste von Irland auf eine Mine und sinkt.
    28. Oktober Der Kreuzer "Emden" bringt den russischen Kreuzer "Schemtschug" und einen französischen Torpedojäger auf der Reede von Pulo-Pinang (bei Singapore) durch Torpedoschüsse zum Sinken.
    28. Oktober Ein Zeppelin über Paris.
    29. Oktober Russisch-türkischer Zusammenstoß im Schwarzen Meer. Bei einem Versuch, Minen vor dem Bosporus auszulegen, kommt es zu einem Kampf zwischen der russischen Flotte und den in das Schwarze Meer ausgelaufenen türkischen Kriegsschiffen. Der russische Minendampfer "Pruth" wird versenkt, die russische Flotte zurückgeschlagen. Türkische Schiffe bombardieren auf der Verfolgung Sebastopol, Odessa, Feodosia und Noworossijk.
    30. Oktober Der Kleine Kreuzer "Königsberg" in der Rufidschimündung (Deutsch-Ostafrika) blockiert.
    30. Oktober Deutsche Truppen erstürmen Ramscapelle, Bixschoote, Zantvoorde, Schloß Hollebeke und Wambeek. Bei Soissons Vailly genommen.
    31. Oktober Beginn des Angriffs auf Tsingtau von der Land- und Seeseite.
    31. Oktober "U 27" versenkt im Kanal den englischen Kreuzer "Hermes".
    31. Oktober Siegreiches Vordringen der österreichisch-ungarischen Truppen in der Macva. Die serbische 2. Armee unter General Stepanowic verlustreich zurückgeschlagen.
    31. Oktober Überschwemmungen in Flandern, durch die das weitere Vordringen verhindert wird.


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    November 1914.

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