Erster Weltkrieg: Chronik Oktober 1917

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. Oktober Gefecht an der Straße Lindi-Massassi (64 km südwestlich Lindi, Deutsch-Ostafrika). Die Abteilung Wintgens (siehe 22. Mai) 120 km südöstlich Kondoa-Irangi (nördlich der Mittelbahn) zur Übergabe gezwungen.
    2. Oktober Der englische Panzerkreuzer "Drake" (14 300 Tonnen) nördlich Irland von einem deutschen U-Boot (Kommandant Kapitänleutnant Rohrbach) versenkt.
    4. Oktober Erneuter englischer Großangriff in Flandern. Brennpunkt der Schlacht: Poelkapelle, die Höhe westlich Passchendaele, die Wegekreuze östlich Zonnebeke, die Waldstücke westlich Becelaere und das Dorf Gheluvelt. Örtliche Erfolge des Feindes. Zwölfter französischer Angriff (binnen 3 Tagen) östlich Samogneux.
    5. Oktober Das österreichisch-ungarische Torpedoboot "Nr. 11", das unter dem Kommando des Linienschiffsleutnants Simmel aus Sebenico ausgelaufen ist, wird nach einer Meuterei durch die tschechische Mannschaft in Ancona den Italienern ausgeliefert.
    7. Oktober Das deutsche U-Boot "293" (siehe 9. September) aus Cadix entwichen.
    8. Oktober Der Kommandant des "Seeadler" Graf Luckner (siehe 2. August) mit seiner Barkasse bei den Fidschiinseln gefangen genommen.
    9. Oktober Neuer Großkampftag in Flandern. Geringer feindlicher Geländegewinn nördlich Poelkapelle
    10. Oktober Mahenge (Deutsch-Ostafrika) von den Belgiern besetzt.
    11. Oktober Ruponda südlich des Mbemkuruflusses (Deutsch-Ostafrika) von den Engländern besetzt.
    12. Oktober Im Zusammenwirken mit Seestreitkräften unter dem Befehl des Vizeadmirals Erhard Schmidt deutsche Truppenteile unter dem Befehl des Generals der Infanterie von Kathen auf den Inseln Ösel (Taggabucht) und Dagö (Rigaischer Meerbusen) gelandet.
    12. Oktober Wiederaufleben der feindlichen Offensive auf der Front Langemarck–Hollebeke. Geringer feindlicher Geländegewinn bei Poelkapelle und Passchendaele.
    15. Oktober Arensburg, die Hauptstadt der Insel Ösel, sowie der Hauptteil der Insel von den Deutschen besetzt. Auch die Inseln Runö und Abro (Rigaischer Meerbusen) in deutscher Hand.
    16. Oktober Nach Niederkämpfung der auf der Halbinsel Sworbe Widerstand leistenden russischen Kräfte die Insel Ösel völlig im deutschen Besitz. Erfolgreiche Gefechte deutscher Seestreitkräfte nördlich Ösel und im Rigaischen Meerbusen mit russischen Zerstörern und Kanonenbooten.
    17. Oktober Die Missionsstation Lukuledi und Nyangao (Süden von Deutsch-Ostafrika) von den Engländern besetzt.
    17. Oktober Der Rigaische Meerbusen bis zum großen Moonsund von der russischen Flotte gesäubert. Die russischen Batterien bei Woi auf Moon und bei Werder an der estländischen Küste zum Schweigen gebracht.
    17. Oktober Ein von Norwegen nach England gehender Geleitzug von 13 Fahrzeugen (darunter die englischen Zerstörer "G 29" und "G 31" von leichten deutschen Seestreitkräften bei den Shetlandinseln vernichtet. – Der amerikanische Transportdampfer "Antilles" in der europäischen Kriegszone versenkt.
    18. Oktober Die Insel Moon von deutschen Land- und Seestreitkräften (unter dem Befehl des Glt. v. Estorff) genommen. Das russische Linienschiff "Slawa" 13 500 Tonnen) vernichtet.
    18. Oktober Vorstoß leichter österreichisch-ungarischer Seestreitkräfte in die südliche Adria.
    18./19. Oktober Deutscher Torpedobootangriff auf Dünkirchen.
    19. Oktober Das erste englische Einheitsschiff "War Clover", das am 20. September seine Probefahrt gemacht hat, in der Nähe von Malta versenkt. – Der englische Hilfskreuzer "Orania" versenkt.
    19./20. Oktober Erfolgreicher Angriff eines Marineluftschiffgeschwaders auf bedeutende Industrieanlagen Englands. Auf dem Rückweg vier Luftschiffe auf das französische Kampfgebiet abgetrieben und dort abgeschossen oder zur Landung gezwungen.
    20. Oktober Die Insel Schildau (zwischen Moon und dem Festland) von den Deutschen besetzt.
    21. Oktober Die Insel Dagö völlig in deutscher Hand.
    22. Oktober Die Rückverlegung der deutschen Sicherungstruppen zwischen dem Rigaischen Meerbusen und der Düna vollendet.
    22. Oktober Neue französisch-englische Großangriffe zwischen Draibank und Poelkapelle. Geringer feindlicher Geländegewinn am Houthoulsterwald. Am 23. zurückgewonnen. Höhe 326 südwestlich Beaumont (Ostufer der Maas) von den Deutschen erstürmt.
    23. Oktober Auf den englischen Vormarsch gegen Kisil Robat hin die türkischen Vortruppen nördlich des Dialaufers zurückgenommen.
    23. Oktober Französischer Großangriff am Chemin des Dames vom Ailettegrund nördlich von Vauxaillon bis zur Hochfläche nördlich Paissy (25 km). Die deutsche Front bis Allemant und Chavignon zurückgedrängt.
    24. Oktober Beginn der Offensive der Verbündeten gegen Italien. (12. Isonzoschlacht.) Die italienische Isonzofront in dem Becken von Flitsch und Tolmein durchbrochen. Zum Angriff sind von seiten der Verbündeten eingesetzt die Isonzoarmee (Heeresgruppe Generaloberst Boroevic) und die aus deutschen und österreichisch-ungarischen Divisionen neugebildete 14. Armee unter General der Infanterie Otto v. Below (Generalstabschef Krafft v. Delmensingen) in 4 Gruppen: österreichischer General v. Krauß (im Raum von Ravna), General v. Stein (im Gebiet von Krn und von Tolmein), General v. Berrer (an der Straße Bischoflak–St. Lucia), österreichischer General v. Scotti (nördlich Tribusa).
    25. Oktober Die Linie Karfreit–Auzza von den Verbündeten überschritten. Rückzug der Italiener auf der Hochfläche Bainsizza–Heiligengeist und am Monte San Gabriele.
    25. Oktober Französischer Vorstoß in den Ailette-Grund. Zurückverlegung der deutschen Linien auf das Nordufer des Oise-Aisne-Kanals.
    26. Oktober Erneuter englisch-französischer Großangriff von Bixschoote bis zur Bahn Roulers-Ypern und beiderseits der Straße Menin-Ypern blutig zusammengebrochen.
    27. Oktober Zusammenbruch der ganzen italienischen Front bis zum Adriatischen Meer (italienische 2. [Herzog von Aosta] und 3. [General Capello] Armee). Cividale genommen.
    27. Oktober Erfolgreicher Angriff deutscher Torpedoboote und Flugzeuge auf leichte feindliche Seestreitkräfte nördlich Ostende.
    28. Oktober Rückzug der italienischen Armee gegen den Tagliamento und längs der Adriatischen Küste. Auch die italienische Front in Kärnten bis zum Plöckenpaß im Wanken. Görz von österreichisch-ungarischen Truppen wieder genommen.
    29. Oktober Cormons und Udine genommen. Vordringen der Kärntner Armee (Generaloberst Freiherr v. Krobatin) auf venetischem Boden.
    29. Oktober Liwale, einer der letzten deutschen Stützpunkte im Süden Deutsch-Ostafrikas, von den Engländern besetzt.
    29. Oktober Das in Brasilien internierte deutsche Kanonenboot "Eber", das von den brasilianischen Behörden mit Beschlag belegt werden soll, von den Mannschaften vernichtet.
    30. Oktober Palmanova von den Verbündeten besetzt.
    30. Oktober Starke englische Angriffe auf Passchendaele, das vorübergehend verloren wird, und auf Gheluvelt.
    31. Oktober Bei der Verfolgung in der friaulischen Ebene strecken bei Latisana hart östlich des unteren Tagliamento 60 000 Italiener mit mehreren hundert Geschützen die Waffen. (Bisheriger Gesamtgewinn über 180 000 Gef. und mehr als 1500 Geschütze.)
    31. Oktober Beerseba (45 km südöstlich Gaza) von den Engländern besetzt.


    Bildergalerie: Rumänischer Feldzug

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe