Erster Weltkrieg: Chronik September 1914

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. September Die französische Mittelmeerflotte bombardiert Cattaro.
    1. September Zehn französische Armeekorps werden von der Armee des deutschen Kronprinzen zwischen Reims und Verdun zurückgeworfen.
    1.-5. September Die Armee Auffenberg bricht ihren siegreichen Vormarsch in Russisch-Polen ab und nimmt zur Unterstützung der schwerbedrängten Armeen in Galizien eine Stellung Rawaruska–Wereszyca-Linie ein.
    2. September Räumung Lembergs. Die III. österreichische Armee (v. Brudermann) zieht sich hinter die Wereszyca-Linie zurück.
    2. September Sämtliche Sperrbefestigungen im nördlichen Frankreich (außer Maubeuge) in deutschen Händen. Die Kavallerie der Armee Kluck streift bis vor Paris. Die Armeen Bülow, Hausen und Herzog von Württemberg überschreiten die Aisne-Linie; einzelne Vorhuten erreichen bereits die Marne. Gegen Reims ist der Kampf eingeleitet.
    4. September Besetzung von Reims. Termonde von den Belgiern geräumt.
    5. September Der englische Kreuzer "Pathfinder" an der englischen Ostküste von dem deutschen Tauchboot "U 21" versenkt.
    5. September Kaiser Wilhelm wohnt den Angriffskämpfen um die Befestigungen von Nancy bei.
    6. September Niederlage der Serben bei Mitrowitza an der Save.
    6. September Beginn der Schlacht an der Marne.
    7. September Sieg des schlesischen Landwehrkorps in Russisch-Polen über das russische Gardekorps.
    7. September Fall der Festung Maubeuge (40 000 Gefangene, 400 Geschütze erbeutet).
    8. September Serbische Abteilungen dringen in Syrmien ein.
    8. September Beginn der Beschießung der Forts von Verdun.
    8.-10. September Siegreiche Kämpfe der österreichischen 2. und 3. Armee in der Wereszyca-Niederung (zweite Schlacht bei Lemberg).
    8.-10. September Von überlegenen feindlichen Kräften in der Linie Meaux–Montmirail–Vitry-le-François angegriffen ziehen sich die deutschen Armeen von der Marne zur Aisne unter Mitnahme zahlreicher Gefangener zurück.
    9. September Rückzug der Armee Dankl hinter den Tanew.
    9.-11. September General v. Hindenburg vernichtet die Njemen- (oder Wilnaer) Armee an den Masurischen Seen (Linie Wehlau–Nordenburg–Angerburg, 50 000 Gefangene, 150 Geschütze erbeutet) und verfolgt den Feind über die Grenze.
    10. September Der Kreuzer "Emden" erscheint im Golf von Bengalen.
    10. September Räumung von Reims. Die Armee des deutschen Kronprinzen nimmt die befestigte feindliche Stellung südwestlich von Verdun.
    11. September Englische Truppen besetzen Herbertshöhe und Rabaul (Deutsch-Neuguinea).
    11. September Die Grodnoer Reserve-Armee, die zur Entlastung der Njemen-Armee eingreifen soll, wird bei Lyck geschlagen. – Angesichts der ungeheuren numerischen Überlegenheit der Russen wird das österreichische Nordheer hinter den San zurückgenommen. In den folgenden Tagen werden die 1., 3. und 4. Armee an den unteren Dunajec und die Biala, die 2. Armee hinter den Karpatenkamm zurückgezogen.
    13. September Der kleine Kreuzer "Hela" durch ein feindliches U-Boot zum Sinken gebracht.
    13. September Ausfall aus Antwerpen zurückgeschlagen. Zwischen Paris und Verdun werden die gegen die neue Stellung der deutschen Armeen vordringenden französischen Kräfte abgewiesen. Fortsetzung der Kämpfe in den folgenden Tagen.
    14. September Der Hilfskreuzer "Cap Trafalgar" geht in der Nähe der brasilianischen Küste nach heftigem Kampf mit dem englischen Hilfskreuzer "Carmania" unter.
    14. September Das Gouvernement Suwalki unter deutsche Verwaltung gestellt.
    14. September Das australische U-Boot "A E 1" an der australischen Küste gesunken.
    14. September Syrmien und das Banat von den über die Save eingebrochenen serbischen Kräften befreit.
    15./16. September Schwere Kämpfe auf der ganzen deutschen Kampflinie in Nordfrankreich. Teilerfolge der deutschen Waffen.
    17. September Die 4. finnische Schützenbrigade bei Augustowo geschlagen. Vorgehen auf die Festung Ossowiec.
    17. September Zwei französische Armeekorps südlich Noyon entscheidend geschlagen. Bei Erstürmung des Chateau Brimont werden 2500 Gefangene gemacht.
    18. September Japanische Truppen landen in der Bucht von Laoschan (nördlich von Kiautschou).
    18. September Österreichisch-ungarische Kriegsschiffe bombardieren Antivari.
    19. September Rietfontein (östlich von Keetmannshoop) von einer deutschen Abteilung genommen. Lüderitzbucht von südafrikanischen Truppen besetzt. – Der Kleine Kreuzer "Königsberg" vernichtet in der Bucht von Sansibar den englischen Kleinen Kreuzer "Pegasus".
    19. September Mißglücktes Unternehmen der französischen Flotte gegen Cattaro.
    20. September Beginn der Beschießung von Reims.
    21. September Schuckmannsburg am Sambesi (Deutsch-Südwestafrika) von einer rhodesischen Polizeitruppe besetzt.
    21. September Bei den Kämpfen um Reims werden die festungsartigen Höhen von Craonelle und der Ort Betheny erobert. Der Angriff gegen die Sperrforts südlich Verdun überschreitet siegreich den Ostrand der Côte Lorraine.
    22. September Versenkung der drei englischen Panzerkreuzer "Aboukir", "Hogue" und Cressy" durch "U 9" (Kapitänleutnant Weddigen) nordwestlich von Hoek van Holland. – Der Kreuzer "Emden" beschießt Madras. – Die Kreuzer "Scharnhorst" und "Gneisenau" vor Papeete auf Tahiti.
    23. September Die beherrschenden Höhen westlich Krupanj (Nordwestserbien) nach erbitterten Kämpfen in österreichischem Besitz.
    23. September Eindringen der deutschen Truppen in das Waldgebirge der Argonnen. Einnahme von Varennes. Beginn eines langwierigen Stellungskrieges in diesem Gebiet.
    24. September Die britische Walfischbucht (Südwestafrika) von den Deutschen besetzt.
    24. September Beginn der Belagerung von Przemysl durch die russische 3. Armee unter General Radko Dimitrieff.
    25. September Sieg der deutschen Südwestafrikaner bei Sandfontein über das britisch-südafrikanische Expeditionskorps.
    25. September Erstürmung des Sperrforts Camp des Romains bei St. Mihiel durch das bayerische Regiment "von der Tann". Die deutschen Truppen überschreiten an dieser Stelle die Maas.
    26. September Edea (Kamerun) von einer englisch-französischen Kolonne nach schweren Kämpfen besetzt.
    26. September Eine russische Truppenabteilung dringt beim Uzsoker Paß in Oberungarn ein.
    26. September Umfassungsversuche der Franzosen bei Baupaume zurückgewiesen. Ausdehnung der deutschen Front nach Norden.
    27. September Uebergabe von Duala (Kamerun).
    28. September Beginn des Angriffs auf die deutschen Stellungen bei Tsingtau.
    28. September Vierzehntägige hartnäckige Kämpfe in Nordwestserbien endigen mit einem vollen Erfolg der österreichischen Waffen.
    28. September Beginn der Beschießung der Festung Ossowiec.
    28. September Beginn der Beschießung der Forts von Antwerpen. Einzug der Deutschen in Mecheln.
    30. September Bei Antwerpen zwei Forts des äußeren Gürtels zerstört. Die Höhen von Roye und Fresnoy (nordwestlich von Noyon) den Franzosen entrissen.


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