Erster Weltkrieg: Chronik September 1915

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. September Die westlichen Außenforts von Grodno gefallen. Fortschreitende Verfolgungskämpfe auf der ganzen Front. Der Styr von Luzk aufwärts überschritten. Brody von der Armee Böhm-Ermolli besetzt. Verfolgung der Russen gegen den Sereth. Die russische Dnjestrfront erschüttert.
    2. September Der Düna-Brückenkopf Lennewaden (nordwestlich Friedrichstadt) erstürmt. Die Stadt Grodno von der Armee Scholtz genommen. Der Jassiolda-Abschnitt (östlich Kobrin) erreicht. Rückzug der Russen über die Sereth-Linie.
    2. September Der englische Transportdampfer "Southland" von einem deutschen U-Boot im Ägäischen Meer versenkt.
    3. September Der Brückenkopf von Friedrichstadt von der Armee Below erstürmt. Kämpfe um Grodno. Bei Zalosce und Brody die russischen Stellungen von der Armee Böhm-Ermolli durchbrochen. Der Sereth zunächst der Mündung von österreichisch-ungarischen Truppen überschritten.
    4. September Festung Grodno mit sämtlichen Forts in deutschem Besitz. Rückzug der Russen hinter den Kotra-Abschnitt. Der Austritt aus der Sumpfenge nördlich von Pruszany von der Armee Prinz Leopold von Bayern erkämpft. Russische Stellungen auf dem westlichen Serethufer von der Armee Graf Bothmer erstürmt. (General Russki Oberkomm. der Nordfront, General Evert Oberkomm. der Westfront, General Iwanow Oberkomm. der Südfront, Kaiser Nikolaus übernimmt selbst den Oberbefehl, Großfürst Nicolai Nicolajewitsch wird Vizekönig im Kaukasus und Oberkommandant der Kaukasusarmee.)
    4. September Der englische Personendampfer "Hesperian" südlich Irland auf Mine geraten und gesunken.
    4. September Das englische U-Boot "E 7" in den Dardanellen versenkt.
    5. September Kämpfe zwischen aufständischen Mohmands und Regierungstruppen (Nordwestindien).
    5. September Der Ros-Abschnitt südlich Wolkowysk von der Armee Prinz Leopold von Bayern überschritten. Der Jassioldaübergang von österreichisch-ungarischen Truppen erkämpft. Russische Gegenangriffe an der bessarabischen Grenze und östlich der Serethmündung zurückgeschlagen.
    5./6. September Ein englisches Transportschiff im Suezkanal beschossen.
    6. September Italienische Angriffe in der Gegend des Kreuzbergsattels abgewiesen.
    6. September Fliegerangriff auf Saarbrücken.
    6. September Der Ros-Abschnitt auch zwischen Niemen und Wolkowysk überschritten. Die Russen zwischen Podkamien und Radziwilow (Ostgalizien) von der Armee Böhm-Ermolli geschlagen.
    7. September Wolkowysk genommen. Armee Prinz Leopold von Bayern im Vorgehen gegen den Zelwianka- und Rozanka-Abschnitt. Rückzug der Russen hinter die Ikwa (Wolhynien). Heftige Kämpfe bei Tarnopol und an der Sereth-Mündung.
    7./8. September Luftangriff auf die Londoner Hafenanlagen.
    8. September Die Jassiolda bei Chomsk von der Armee Mackensen überschritten. Die russische Front vor Olyka (Wolhynien) von österreichisch-ungarischen Truppen durchbrochen. Festung Dubno von Teilen der Armee Böhm-Ermolli genommen.
    8. September Ein englisches Barackenlager bei Kalaat-ul-Nedjim (Irak) erbeutet.
    8. September Französische Stellungen bei Vienne le Château (Argonnen) erstürmt.
    8./9. September Erneuter Luftangriff auf die City von London sowie auf Fabrik- und Hafenanlagen bei Norwich und Middlesborough (Ostküste).
    9. September Italienische Angriffe gegen den Tolmeiner Brückenkopf zurückgeschlagen.
    9. September Die Höhen bei Pieski (an der Zelwianka) erstürmt. Olszanka (südöstlich Wolkowysk) und Bucnio (am Sereth) genommen.
    9./10. September Luftangriff auf den russischen Flottenstützpunkt Baltisch-Port.
    9./10. September Englische Funkstation am Suezkanal zerstört.
    10. September Erbitterte Kämpfe an der Zelwianka. Skidel und Lawna erstürmt. Der Übergang über die obere Zelwianka an einzelnen Stellen erzwungen. Russischer Vorstoß (unter General Iwanow) aus der Linie Zborow–Buczacz. Die Serethfront (Bothmer und Pflanzer-Baltin) vor überlegenen Kräften gegen die Strypa zurückgenommen. Derazno (südöstlich Brody) wieder besetzt.
    11. September Italienische Angriffe an der küstenländischen Front gescheitert.
    11. September Kämpfe zwischen Düna und Merecz (am Niemen). Erfolgreiches Vordringen über die Zelwianka. Armee Mackensen im Vormarsch auf Pinsk. Die Ikwa von österreichisch-ungarischen Truppen überschritten.
    11. September Der französische Hilfskreuzer "Indien" vor Rhodos von einem deutschen U-Boot versenkt.
    11. September Erneuter Luftangriff auf die Docks von London.
    12. September Fortdauer der heftigen Kämpfe an der küstenländischen Front.
    12. September Luftangriff auf russische Seestreitkräfte im Rigaischen Meerbusen und auf Dünamünde-Riga.
    12. September Die Russen auf dem linken Dünaufer zwischen Friedrichstadt und Jakobstadt zurückgeworfen. Die Linie Wilna–Dünaburg–Petersburg von den Deutschen erreicht.
    12./13. September Luftangriff auf die Befestigungen von Southend.
    13. September Französischer Luftangriff auf Trier, Mörchingen, Château-Salins und Donaueschingen.
    13. September Fortschritte zwischen Düna und Wilija (nordwestlich Wilna). Russische Angriffe an der oberen Ikwa (Wolhynien).
    14. September Der Findenigkofel (Julische Alpen) von österreichisch-ungarischen Truppen erobert.
    14. September Die Russen über die Schara (südlich des Niemen) gedrängt.
    15. September Das Gelände zwischen Pripet und Jassiolda in deutscher Hand. Pinsk durch Armee Mackensen besetzt.
    15. September Die Südküste der Krim von türkischen Flottenstreitkräften beschossen.
    16. September Widsy (südlich Dünaburg) genommen. Die Schara überschritten. Starke russische Angriffe in Ostgalizien und Wolhynien gescheitert.
    16. September Armenischer Aufstand in Urfa.
    17. September Russische Stellungen bei Dünaburg genommen. Die russische Front zwischen Wilija und Niemen durchbrochen. Fortdauer der Kämpfe in Wolhynien. Die russische Offensive in Ostgalizien an der Strypa zusammengebrochen. Rückzug der Russen an den Sereth.
    17. September Der englische Truppendampfer "Natal" bei Kreta versenkt.
    18. September Verlustreiche italienische Angriffe bei Flitsch und im Brsic-Gebiet.
    18. September Die Linie Molodetschno–Smorgon–Wornjany vom linken Flügel der Armee Eichhorn erreicht. Wilna durch vereinigten Angriff der Armeen Eichhorn, Gallwitz und Scholtz genommen.
    18. September Der englische Transportdampfer "Ramazan" von einem österreichisch-ungarischen U-Boot im Ägäischen Meer versenkt (nach englischer Angabe am 19. Oktober).
    18. September Erfolgreicher Überfall auf das englische Lager bei Korna (Irak).
    19. September Beginn der Offensive der Verbündeten gegen Serbien. Beschießung von Belgrad und Semendria.
    19. September Rückzug der Italiener im Flitscher Becken.
    19. September Die Linie Mledniki–Lida–Soljane (am Niemen) erreicht. Russische Angriffe bei Luzk und an der Ikwa-Front zurückgeschlagen.
    20. September Der russische Schoner "Ila" von einem deutschen Wasserflugzeug im Rigaischen Meerbusen versenkt.
    20. September Der Übergang über den Molczadz (Nebenfluß des Niemen) bei Dworzec erzwungen.
    21. September Fortschritte bei Dünaburg und beiderseits der Bahn Brest-Litowsk–Minsk. Ostrow (südlich Baranowitschi) genommen.
    22. September Fliegerangriff auf Stuttgart.
    22. September Die Russen aus der Linie Oschmjana–Subotniki (an der Gawia) geworfen. Heftige Kämpfe an der Ikwa und am Styr. Die österreichisch-ungarischen Truppen östlich Luzk an das Westufer des Styr zurückgenommen. Luzk von den Russen wieder besetzt.
    22. September Englische Kavallerie auf dem linken Tigrisufer zurückgeschlagen.
    22. September Beginn einer englischen Offensive im Artois gegen die 6. Armee (Kronprinz Rupprecht), einer französischen in der Champagne ("Herbstschlacht in der Champagne") gegen die 3. Armee (Generaloberst v. Einem) durch vielstündiges Trommelfeuer. Es nehmen daran teil auf feindlicher Seite: 13 englische Divisionen, 35 französische Divisionen (General Castelnau), 18 französische Divisionen (General Foch), 5 englische, 10 französische Kavalleriedivisionen, 12 Divisionen Reserve.
    23. September Der Monte Coston (Tirol) vor zehnfacher Übermacht von den Österreichern geräumt.
    23. September Rose und Strigge (südöstlich Lennewaden) wieder besetzt. Russische Stellungen vor Dünaburg gestürmt. Der Serwetch-Abschnitt (oberhalb Korelitschi) und der Schara-Abschnitt (nordwestlich Kraschin) erreicht. Heftige Kämpfe bei Nowo-Aleksiniec und an der unteren Ikwa.
    24. September Die Stadt Negniewitschi (nordwestlich Nowo-Grudok) von der Armee Prinz Leopold von Bayern erstürmt.
    24. September "U 41" (Kommandant Kapitänleutnant Hansen) von einem bewaffneten englischen Handelsdampfer unweit der Scilly-Inseln vernichtet. (Überlebende Oberleutnant zur See Crompton und Steuermann Godau).
    25. September Beschießung des Spitals in Görz durch die Italiener.
    25. September Die Russen nordwestlich Saberesina über die Beresina zurückgeworfen. Vollständige Niederlage der Russen bei Nowo-Aleksiniec.
    25. September Beginn der feindlichen Infanterieangriffe. Die Deutschen bei Loos (südwestlich Lille) und nördlich Perthes (zwischen Reims und Argonnen) in die zweite Verteidigungslinie zurückgedrängt. Ablain, Carency und Souchez geräumt. Im übrigen alle feindlichen Durchbruchsversuche gescheitert.
    26. September Die Westufer des Niemen, des Serwetsch und des Schara vom Feinde gesäubert. Die russische Gegenoffensive im wolhynischen Festungsgebiet gebrochen. Rückzug der Russen nördlich und westlich Dubno und bei Luzk.
    26. September Die feindliche Offensive bei Lille zum Stillstand gebracht. Heftige feindliche Angriffe bei Loos, Souchez und Arras abgeschlagen. Auch die Offensive zwischen Reims und den Argonnen gescheitert.
    27. September Fliegerangriff auf russische Kriegsschiffe im Rigaer Meerbusen.
    27. September Die Brückenköpfe östlich Baranowitschi in deutschem Besitz. Rückzug der Russen in Wolhynien. Der Übergang über den Styr (unterhalb Luzk) von der (neugebildeten) Heeresgruppe Linsingen erzwungen.
    27. September Das italienische Linienschiff "Benedetto Brin" im Hafen von Brindisi durch Explosion zerstört.
    27. September Niederlage der Engländer nördlich Korna am Tigris.
    27. September Fortdauer der erfolglosen feindlichen Durchbruchsversuche. Französische Kavallerie bei Souain zusammengeschossen.
    28. September Siegreiches Vorschreiten der deutschen Truppen zwischen Smorgon und Wischnew. Die Russen im wolhynischen Festungsgebiet westlich der oberen Putilowka zurückgeworfen.
    28. September Erfolgreicher deutscher Gegenangriff bei Loos. Erbitterte Kämpfe in der Champagne.
    29. September Deutsche Fortschritte bei Dünaburg und Smorgon. Die Russen am oberen Kormin (Wolhynien) zurückgeworfen.
    29. September Kut el Amara von den Engländern besetzt.
    29. September Südlich Ste. Marie-à-Py die vorderste deutsche Stellung durchbrochen. Französische Brigade durch deutsche Reserve aufgehalten.
    30. September Sakbajeme (Kamerun, 100 km von Duala) von Engländern besetzt.
    30. September Fortschritte am Korminbach. Russischer Durchbruchsversuch westlich Tarnopol gescheitert.


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