Erster Weltkrieg: Chronik September 1916

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. September Vorübergehender russischer Erfolg bei Korytnica. Nördlich Zborow gewinnen zum Gegenstoß angesetzte Truppen Boden.
    1. September Kriegserklärung Bulgariens. Bei Orsova österreichisch-ungarische Truppen auf das Westufer der Cserna zurückgenommen.
    2. September Östlich Vlora (Valona) dringen italienische Kräfte über die Vojusa vor und werden zurückgeworfen.
    2. September Französische Fliegerangriffe auf Metz.
    2. September Nördlich Zborow die Russen zurückgeschlagen. In den Karpaten russische Angriffe gegen die Magura. Die Ploskahöhe, südlich Zielona, in russischer Hand.
    2. September Beiderseits der Bistritz mit feindlichen Vortruppen Gefechtsfühlung. Die Dobrudschagrenze zwischen der Donau und dem Schwarzen Meer von deutschen und bulgarischen Truppen (unter GFM v. Mackensen) überschritten.
    3. September Deutsche Luftangriffe auf London, die befestigten Plätze Yarmouth, Harwich und Anlagen am Humber.
    3. September Die deutsch-bulgarischen Kräfte rücken zwischen der Donau und dem Schwarzen Meer weiter vor. Bei Kocmar, nordwestlich Dobric, wirft bulgarische Kavallerie rumänische Infanterie zurück.
    3. September Erneut einsetzende englisch-französische Angriffe im Sommegebiet führen zu einer Schlacht größter Ausdehnung und Erbitterung. Nördlich der Somme spielt sie sich auf annähernd 30 km breiter Front von Beaumont bis zur Somme ab. Guillemont und Le Forest sind in der Hand des Gegners. Südlich der Somme gelingt es, abgesehen vom Abschnitt südwestlich Barleux, die Durchführung der französischen Angriffe zu unterbinden.
    4. September Italienische Truppen überschreiten bei Feras die Bojusa.
    4. September Daressalam von den Engländern besetzt; ebenso Iringa.
    4. September Orsova von den Rumänen besetzt. Deutsche und bulgarische Truppen stürmen die befestigen Vorwerke des Brückenkopfes von Tutrakan. Dobric, Balcik und Kavarna von den Bulgaren genommen.
    4. September Fortdauer der großen Sommeschlacht zwischen Le Forest und der Somme und Barleux–Chilly. Chilly und Soyécourt verloren.
    4. September Angriffe auf Constanza, Bukarest und die Erdölanlagen von Ploesti.
    5. September Zwischen der Zlota-Lipa und dem Dnjestr drücken die Russen die Mitte der Front zurück. In den Karpaten erringt der Gegner südwestlich Zabie und Schipoth kleine Vorteile.
    5. September Sieben Werke von Tutrakan erstürmt. Nördlich Dobric stärkere rumänisch-russische Kräfte zurückgeworfen.
    5. September Beiderseits der Somme Angriff von 28 englisch-französischen Divisionen. An einigen Stellen gewinnt der Gegner Raum, Cléry ist in seiner Hand. Südlich des Flusses wird die erste Stellung südlich Chilly behauptet.
    6. September Zwischen der Zlota-Lipa und dem Dnjestr beziehen die Verbündeten eine rückwärtige Stellung. In den Karpaten russische, beiderseits von Dorna-Watra russisch-rumänische Angriffe abgeschlagen.
    6. September Die Deutschen und Bulgaren nehmen den stark befestigten Platz Tutrakan im Sturm.
    6. September Englische Angriffe auf Ginchy. Französische Angriffe südlich der Somme, die im nördlichen Teil vor der deutschen Linie zusammenbrechen In Vermandovillers faßt der Angreifer Fuß.
    7. September Kilwa und Kisiwani von den Engländern besetzt.
    7. September Beiderseits der Straße Petroseny–Hatszeg Kämpfe. Westlich Csik–Szereda die österreichisch-ungarischen Truppen auf das Hargitagebirge zurückgenommen.
    8. September In den Karpaten setzt der Gegner starke Kräfte westlich und südwestlich Schipoth und bei Dorna-Watra an. Nordöstlich des Kapul wird dem Drucke nachgegeben.
    8. September Die feindlichen Infanterieangriffe an der Somme lassen nach.
    9. September Russische Angriffe bei Stara Czerwiszcze am Stochod. In den Karpaten setzt der Feind seine Angriffe fort. Westlich Schipoth gewinnt er Gelände. Fortsetzung der russischen Angriffe an den folgenden Tagen.
    9. September Südlich Dorna-Watra gewinnen deutsche Truppen mit rumänischen Kräften Fühlung. Silistria gefallen.
    9. September Die Schlacht an der Somme nimmt nach einer Kampfpause ihren Fortgang. Englischer Durchbruchsversuch zwischen Thiepval und Combles. Ginchy in Feindeshand. Fortsetzung der feindlichen Angriffe an den folgenden Tagen.
    10. September Nördlich Orsova feindliche Angriffe abgewiesen. Die Front westlich der Becken von Gyergyo und Csik etwas zurückgenommen.
    11. September Erster Zusammenstoß der Bulgaren mit den Italienern am Butkovosee.
    11. September Deutsche Seeflugzeuge greifen vor Constanza und südlich davon russische Seestreitkräfte an.
    12. September Das in den Städten Seres, Drama und Kawalla stehende königstreue griechische 4. Armeekorps stellt sich unter deutschen Schutz. Ankunft der ersten griechischen Truppen in Görlitz am 28.
    12. September In den Karpaten setzen die Russen auf der Front von Smotrec (südwestlich Zabie) bis zur Goldenen Bistritz zu einem Massenstoß an.
    12. September In Siebenbürgen treten deutsche Truppen im Abschnitt von Hermannstadt (Nagy-Szeben) und südöstlich Hötzing (Hatszeg) mit den Rumänen in Gefechtsfühlung.
    12. September Die Schlacht nördlich der Somme entbrennt von neuem. Die Franzosen dringen in Bouchavesnes ein.
    13. September Nördlich der Ceganska-Planina sowie am Kukuruz und Kowil feindliche Angriffe abgeschlagen. Kawalla von bulgarischen Truppen besetzt.
    13. September Ein österreichisch-ungarisches Seeflugzeuggeschwader greift Venedig an.
    14. September Nach heftigem Kampf geht die Malka-Ridze (östlich Florina) an den Gegner verloren.
    14. September Beginn der 7. italienischen Offensive am Isonzo gegen die Karsthochfläche zwischen der Wippach und dem Meer.
    14. September In Siebenbürgen stehen deutsche und österreichisch-ungarische Truppen südwestlich Hötzing (Hatszeg) im Kampf. Im Cibotal entscheiden sich die Kämpfe zugunsten der Österreicher. In der Dobrudscha der Feind in die Linie Cuzgun–Cara-Omer zurückgeworfen.
    14. September Der Versuch englischer Kräfte, die deutsche südlich Thiepval vorgebogene Linie durch umfassenden Angriff zu nehmen, mißlingt, ebenso ein französischer Durchbruchsversuch zwischen Rancourt und der Somme. Das Gehöft Le Priez (westlich Rancourt) vom Gegner besetzt.
    15. September Nach Verlust der Malka-Ridze nehmen die bulgarischen Truppen eine neue Verteidigungsstellung ein. Serbische Angriffe gegen die Moglenafront zwischen Pozar und Preslaphöhen scheitern.
    15. September Die österreichische Front bis östlich San Grado di Merna zurückgenommen. An der Tiroler Front greift der Gegner den Fassaner Kamm an. Vor dem Abschnitt Cima di Cece Coliorondo muß er haltmachen.
    15. September In Siebenbürgen überschreiten die Rumänen oberhalb von Fogaras die Alt. Südöstlich Hötzing (Hatszeg) werden rumänische Stellungen genommen. Ein entscheidender Sieg krönt die Operationen in der Dobrudscha. Die geschlagenen russischen und rumänischen Kräfte werden verfolgt. Mangalia besetzt.
    15. September Die Schlacht an der Somme ist besonders heftig. Durch starken Stoß von etwa 20 englischen und französischen Divisionen gegen die Front zwischen der Ancre und der Somme werden die Deutschen durch die Dörfer Courcelette, Martinpuich und Flers zurückgedrängt. Combles wird gegen starke englische Angriffe gehalten. Weiter südlich bis zur Somme werden alle Angriffe zurückgeschlagen, ebenso südlich der Somme von Barleux bis Deniécourt ein französischer Angriff.
    16. September Westlich Luzk greift der Feind auf der etwa 20 km breiten Linie Zaturce (an der Turya)–Pustomyty an. Östlich der Narajowka drücken russische Angriffe die Front in geringer Tiefe zurück. In den Karpaten russische Massenangriffe beiderseits der Ludowa.
    17. September Südlich der Belasica-Planina werfen die Bulgaren die Italiener aus den Dörfern Matnica und Poroy. Florina von den Franzosen zurückerobert.
    17. September Zusammenbruch der italienischen Offensive gegen die Karsthochfläche.
    17. September Tabora (Deutschostafrika) von den Engländern besetzt.
    17. September Gegenstoß deutscher Truppen beiderseits der Narajowka.
    17. September Die geschlagenen Russen und Rumänen nehmen in der Linie Rasova–Cobadinu–Tuzla Stellung.
    17. September Ein vollbesetzter feindlicher Truppentransportdampfer im Mittelmeer von einem deutschen U-Boot versenkt.
    17. September Südlich der Somme Berny und Deniécourt vom Feind besetzt.
    18. September Der starkbesetzte russische Brückenkopf Zarecze (am Stochod) erstürmt.
    18. September Südlich Hötzing die Rumänen gegen Petroseny zurückgeworfen.
    19. September Petroseny und der Szurdukpaß wieder in österreichischer Hand.
    20. September Angriff deutscher Seeflugzeuge auf russische Schiffe vor Warna und Constanza.
    20. September Heftige russische Angriffe westlich Luzk gescheitert.
    20. September Die Grenzhöhen beiderseits des Vulkan-Passes von den Verbündeten wieder besetzt.
    21. September Das französische U-Boot "Foucault" in der südlichen Adria von einem österreichisch-ungarischen Seeflugzeug durch Bombentreffer versenkt.
    21. September In den Karpaten die Kuppe Smotrec von den Russen zurückerobert.
    21. September In der Dobrudscha die Rumänen südwestlich Topraisar zurückgeworfen.
    22. September Das Gelände südlich der Belasica-Planina bis zum Krusa-Balkan vom Gegner geräumt.
    22. September Der Vulkanpaß vom Feind gesäubert.
    22. September Wiederbeginn der Schlacht an der Somme in der Linie Combles-Rancourt.
    23. September Der am 24. Juli von den Italienern besetzte Gipfel des Monte Cimone von den Österreichern in die Luft gesprengt.
    24. September Angriff deutscher Marineluftschiffgeschwader auf die englische Ost- und Südostküste ("L 32" und "L 33" verloren); Angriff auf Bukarest; feindlicher Fliegerangriff auf Essen.
    24. September Für die Verbündeten erfolgreiche Kämpfe südlich Cobadinu-Topraisar.
    25. September Angriff deutscher Marineluftschiffzeuge auf Portsmouth, die Themsemündung und die Industrie- und Bahnanlagen Mittelenglands.
    25. September Sechsmaliger russischer Angriff bei Manajow zwischen Sereth und Strypa abgeschlagen.
    25. September Der Vulkan- und der Skurdukpaß vor starken rumänischen Kräften geräumt.
    25. September Bei englisch-französischem Großangriff zwischen Ancre und Somme der Gegner östlich Eaucourt l'Abbaye und zwischen Gueudecourt und Bouchavesnes erfolgreich. Gueudecourt, Lesbeoufs, Morval, Combles und Rancourt vom Feind besetzt.
    26. September Beginn des Angriffs der unter dem Befehl des General Falkenhayns stehenden deutschen und österreichisch-ungarischen Streitkräfte (9. Armee) bei Hermannstadt. Der Rote Turmpaß im Rücken der Rumänen besetzt.
    26. September Ankunft des Handels-U-Bootes "Bremen" in New-London. Auf der Rückfahrt geht das Boot zugrunde; nach englischer Meldung wurde es versenkt.
    26. September Nördlich der Somme die Ecke von Thiepval verloren. Auch beiderseits Courcelette gewinnt der Gegner Boden.
    27. September Deutscher Fliegerangriff auf Bukarest und die russische Flugzeugstation Libara auf Ösel, englischer auf Brüssel.
    27. September Deutscher Sturmerfolg bei Korytnica (Wolhynien).
    27. September Sakiz (50 km südöstlich Saudschbulak, Persien) von den Türken besetzt.
    27. September Besonders heftige feindliche Angriffe aus der Linie Morval–Bouchavesnes.
    29. September Angriff auf die Eisenbahnbrücke von Cernavoda.
    29. September Die am 26. eingeleitete Umfassungsschlacht von Hermannstadt siegreich beendet. Starke Teile der rumänischen 1. Armee vernichtend geschlagen und in das unwegsame Bergland beiderseits des Roten Turmpasses zurückgeworfen. Entlastungsstoß der rumänischen 2. Armee gescheitert.
    29. September Angriff der österreichisch-ungarischen Donauflottille auf den rumänischen Hafen Corabia.
    30. September Der Kaimakcalan (Mazedonien) vom Feinde besetzt.
    30. September Russische Angriffe beiderseits der Bahn Brody–Lemberg und weiter südlich bis zur Graberka bei Zarkow.
    30. September Die Vortruppen der Verbündeten im Georgenytal zurückgenommen.


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