Erster Weltkrieg: Chronik September 1918

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    1. September Péronne vom Feind besetzt.
    2. September Englischer Durchbruch beiderseits der Straße Arras–Cambrai in der Linie Etaing–Ostrand Dury–östlich Cagnicourt–nordwestlich Queant–Nordrand Noreuil aufgehalten. Stärkste französische Angriffe zwischen Oise und Aisne.
    3. September Beiderseits der Lys vom Feind die Linie Wulverghem–Nieppe–Bac St. Maux–Laventie–Richebourg erreicht. Zwischen Scarpe und Somme die deutsche Front in die Linie Arleux–Moeuvres–Manancourt zurückverlegt.
    4. September Zwischen Somme und Oise vom Feinde die Linie Voyennes–Guiscard–Appilly erreicht. Östlich Soissons die deutsche Verteidigung von der Vesle zurückverlegt.
    5. September Der amerikanische Transportdampfer "Mount Vernon" (früher "Kronprinzessin Cecilie" des Norddeutschen Lloyd) auf der Rückfahrt nach Amerika 300 Seemeilen von der französischen Küste torpediert, doch kann das Schiff einen Hafen erreichen.
    5. September Zwischen Somme und Oise vom Feind die Linie westlich Ham–Chauny, zwischen Oise und Aisne die Linie Amigny–Barisis–Laffaux–Condé erreicht.
    6. September Durchbruch der Truppen des Generals v. Lettow-Vorbeck durch englische Stellungen am oberen Lurio (Britisch-Nyassaland).
    6. September Zwischen Somme und Oise Ham und Chauny vom Feinde besetzt und die Linie Aubigny–Villequier–Aumont erreicht.
    7. September Der portugiesische Dampfer "Primorosa" unweit Oporto von einem deutschen U-Boot durch Geschützfeuer versenkt.
    7. September Nachhutgefechte beiderseits der Straße Péronne–Cambrai; ebenso an den folgenden Tagen.
    8. September Der Crozatkanal von den Deutschen aufgegeben.
    12. September Der Passagierdampfer "Galway Castle" der Union Castle-Linie nach der Ausfahrt nach Südafrika versenkt. 112 Personen vermißt.
    12. September Erneuerung der feindlichen Angriffe zwischen den von Arras und Péronne auf Cambrai führenden Straßen. Havrincourt in Feindeshand. Beginn französisch-amerikanischer Angriffe zwischen Maas und Mosel. Der St. Mihiel-Bogen von den Deutschen geräumt; die Combreshöhe gehalten; österreichisch-ungarische Truppen am Kampf beteiligt.
    13. September Der französische Transportdampfer "Admiral Charner" auf dem Weg von Biserta nach Malta versenkt.
    14. September Baku von den Engländern geräumt. Am 15. von den Türken besetzt.
    14. September Beginn der französischen Offensive zwischen Ailette und Aisne.
    15. September Beginn der Offensive der Ententearmeen in Mazedonien. Die Mitte der bulgarischen Front im Cernabogen zwischen Dobropolje und Bahowo in 40 Kilometer Breite durchbrochen.
    15. September Fliegerangriff auf Paris.
    15. September Zwischen Ailette und Aisne der Feind in Bailly eingedrungen. An der Mosel vom Feind die Linie Fresnes–St. Hilaire–Haumont–Rembercourt–Wald von Rappes erreicht.
    16. September Fliegerangriff auf Mainz und Stuttgart.
    18. September Beginn der englischen Offensive östlich der Straße Jerusalem–Nablus, die sich am 19. auch auf den Küstenabschnitt ausdehnt. Die türkischen Truppen in die Tull–Kerm-Stellung zurückgenommen. An den folgenden Tagen gelingt es den Engländern, die westlich des Jordan stehenden türkischen Truppen fast völlig einzukreisen. Haifa, Akka, Nazareth, Afula, Beisan von den Engländern besetzt. Die längs der Hedschas-Bahn von Es-Salt nach Norden auf Amman sich zurückziehenden türkischen Truppen werden von den Streitkräften des Königs Hussein angegriffen.
    18. September Englisch-französischer Großangriff vom Wald von Havrincourt bis zur Somme (Siegfriedfront) gegen St. Quentin. Epehy, Roussoy, Hargicourt und Pontru in Feindeshand. Der Feind westlich Bellicourt–Bellenglise zum Stehen gebracht. Zwischen Omingnon und der Somme feindlicher Vorstoß auf St. Quentin.
    20. September Uchtinskaja (Karelien) von englischen Truppen den Sowjettruppen entrissen.
    20. September Das französische U-Boot "Circe" durch ein österreichisch-ungarisches U-Boot versenkt.
    21. September Der Vormarsch der französischen und serbischen Armee im Zentrum gegen den mittleren Wardar führt auf der ganzen 150 Kilometer langen Front zwischen Monastir und dem Dojransee zum Rückzug der bulgarischen Armee. Nördlich Monastir die Linie Mogilar und Kanatlarci-Kaljani von den Ententetruppen erreicht. Rückzug der Bulgaren auf Prilep und Babuna. Bei Demir-Kapu bis Gradsko der Wardar von den Ententetruppen erreicht und teilweise überschritten.
    21. September Englischer Großangriff vor der Siegfriedfront zwischen dem Walde von Gouzeaucourt und Hargicourt.
    22. September Der Jordanübergang bei Jisr-ed-Damie von den Engländern besetzt, wodurch den Türken der Weg westlich des Flusses verschlossen wird. Die türkische VII. und VIII. Armee fast völlig vernichtet.
    23. September Prilep von Franzosen besetzt. Rückzug der Bulgaren gegen Veles (Köprülü).
    24. September Rückzug der bulgarischen Heeresgruppe Scholtz beiderseits des Ochrida- und Prespasees.
    24. September Erneute feindliche Angriffe nordwestlich St. Quentin (Francilly-Selency vom Feinde besetzt); ebenso am folgenden Tag.
    25. September Waffenstillstandsgesuch Bulgariens. Istip von Serben besetzt. Die Höhen der Gradec-Planina von französisch-griechischen Truppen erreicht. Die bulgarische Grenze bei Kosturino von englischen Truppen im Vormarsch gegen Strumitza überschritten.
    26. September Kruschewo von italienischen, Veles und Kotschana von serbischen Truppen besetzt.
    26. September Tiberias, Samach und Es-Samra (am See Genezareth) und Amman (an der Hedschasbahn) von englischer Kavallerie besetzt.
    26. September Französisch-amerikanische Großangriffe in der Champagne und zwischen den Argonnen und der Maas und zwischen Maas und Mosel. Teilerfolge des Feindes bei Tahure, Ripont und Montfaucon.
    27. September Strumitza von englischen Truppen besetzt.
    27. September Neue starke feindliche Angriffe bei Cambrai und St. Quentin, in der Champagne und östlich der Argonnen. Einbruchsstellen nördlich der Straße Arras–Cambrai und zwischen der Suippes und Aisne. Montfaucon von den Deutschen aufgegeben.
    28. September Ochrida von den Alliierten besetzt. Vormarsch gegen Üsküb, Kumanowo und Küstendil.
    28. September Englische Kavallerie vereinigt sich bei Deraa (an der Hedschasbahn) mit den Truppen des Königs Hussein.
    28. September Feindliche Offensive von der Küste bis westlich der Maas. In Flandern der Angriff in der Linie Bahndamm südlich Dixmuiden–Klerken–Houthoulst–Westroosebeeke–Passchendaele–Becelaere–Zandvoorde–Hollebeeke zum Stehen gebracht. Westlich Cambrai die deutsche Front in die Linie Arleux–Aubigny–westlich Cambrai–Marcoing–Villers-Guislain zurückgenommen. Zwischen Ailette und Aisne die deutschen Linien hinter den Oise–Aisne–Kanal zwischen Anizy-le-Chateau (an der Ailette) und Bourg (an der Aisne) zurückgenommen. Schwere Kämpfe zwischen Suippes und Aisne. Somme-Py vom Feinde genommen. Feindliche Erfolge in den Argonnen und bei Apremont-Cierges.
    29. September Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages zwischen Bulgarien und der Entente in Saloniki. Üsküb von französischer Kavallerie besetzt.
    29. September Bei Ziza (17,5 Meilen südlich Amman) ergibt sich eine türkische Abteilung von 10 000 Mann mit Teilen der türkischen Garnisonen an der Hedschasbahn.
    29. September Fortdauer der feindlichen Gesamtoffensive. Die deutsche Front hinter den Handzaemeabschnitt von nördlich Dixmuiden bis Merkem zurückgenommen und der Wytschaete-Bogen geräumt. Der Feind in den Vororten von Cambrai.
    30. September Mittags werden die Feindseligkeiten gemäß den Waffenstillstandsbedingungen eingestellt. Die bulgarischen Truppen müssen sich auf bulgarisches Gebiet zurückziehen. Die Serben halten die Linie Obrzna–Maleche–Tozni–nördlich Zarevo Selo–serbische Grenze besetzt. Abends Kumanowa von den Serben besetzt.
    30. September Erneute feindliche Angriffe beiderseits Cambrai und Le Catelet sowie an der Veslefront.


    Bildergalerie: Flugzeuge und Luftschiffe

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe