Explosivstoffe

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Aufgrund der Blockade der Salpetereinfuhr stand Deutschland bereits im Herbst 1914 vor einem katastrophalen Explosivstoffmangel. Er konnte ab 1915 in dem Maß allmählich überwunden werden, wie es gelang, in großtechnischen Anlagen Salpetersäure aus einheimischen Stickstofferzeugnissen (Ammoniak) zu gewinnen und die Stickstoffproduktion vor allem mittels des Haber-Bosch-Verfahrens zur Gewinnung von Ammoniak aus dem Stickstoff der Luft in neuen Werken (z. B. im Leunawerk) gewaltig zu steigern. Außerdem gelangten Ammonsalpeterzusätze zur Streckung der Produktion von TNT sowie neuartige brisante Sprengstoffe, vor allem Ammonsalpeter- und Perchloratsprengstoffe, zum Einsatz, für die Rohstoffe vorhanden waren. Dagegen stieß die Produktion von treibenden Explosivstoffen aufgrund ihrer komplizierten Fertigungsverfahren auf größere Schwierigkeiten. Die vom Hindenburg-Programm geforderte Verdoppelung der Produktion rauchschwachen Pulvers wurde erst 1918 erreicht. Die Monatsproduktion stieg von 1200 t im September 1914 auf 13 800 t im Oktober 1918.


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