Feldpost: Fritz Meese

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg


    Fritz Meese, cand. med., Berlin,

    geb. 11. September 1891 in Koblenz,
    gef. 26. Mai 1915 bei der Lorettohöhe.

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte. Noch lebe ich – unverwundet, Tornister und Kleider von Kugeln zerfetzt. Die Stimmung ist nicht gut, aber mein Humor ist noch da. Bittet um gut Wetter und Essen für mich. Hunger und Regen sind die schlimmsten Feinde. Ihr ahnt ja nicht, was es heißt, tagelang, wochenlang im Schützengraben liegen, im feindlichen Feuer leben. Nie wieder kann ich im Café bei einer Siegesnachricht gedankenlos Hurra schreien. Oh, die armen Patrioten! – Ich stehe nun schon fünf Stunden Wache und werde wohl die Nacht aufbleiben, zumal Schlafen im Stehen oder Halbsitzen auf nassem Lehmboden ein höchst zweifelhafter Genuß ist. Der Brief entsteht natürlich so: Fünf Worte, dann ein minutenlanger Blick auf den Feind – ab und zu die "Kanone" hoch und ein Schuß. Kinder, Ihr habt keine Ahnung, wie gut wir es in Berlin hatten. [...]


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    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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