Feldpost: Heinz von Rohden

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg


    Heinz von Rohden, stud. theol., Marburg,

    geb. 24. Februar 1892 in Helsingfors,
    gef. 5. Juli 1916 bei Olesza.

    Tournay, den 1. Dezember 1914.

    -Als freiwilliger Krankenpfleger-

    Der Krieg führt mich aus einem Aufruhr in die Betäubung und aus der Betäubung wieder in einen Aufruhr. Ich kann gar nicht mehr reden und leben wie sonst, das scheint mir nur ein matt Geleier. Wo jetzt ein Leben nach dem anderen zerbricht, das ich selbst zu dem meinigen zählte, muß auch meines zerbrechen. Diese furchtbare Tragik muß ich ins Leben hineinzwingen, sonst bleibe ich unwahr. Mit Worten kann man das aber nicht, es muß gelebt werden. In München war ich in einer Betäubung und ich mochte und konnte reden wie sonst. Jetzt möchte ich an die vorderste Linie gehen, wo der Tod herrscht, und ihm mit Wonne ins Angesicht schauen, oder ich möchte schweigen und den Alltag leben, als sei er ein Feiertag, oder mit Menschen ein Wort wechseln, die ich so kenne, daß ich sie neben mir fühle wie meinen Schatten. [...]


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    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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