Feldpost: Johannes Haas (2)

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg


    Johannes Haas, stud. theol., Leipzig,

    geb. 12. März 1892 in Erfde (Kreis Schleswig)
    gef. 1. Juni 1916 vor Verdun.

    Vor Verdun, 13. Mai 1916.

    Meine lieben guten Eltern!

    Hier ist Krieg, Krieg in seiner allerschrecklichsten Form – und Gottesnähe in höchster Spannung. Es wird nun Ernst. Aber ich bin so innerlich frei und froh. "Laßt mich gehen – daß ich Jesum möge sehen." Es muß doch schön sein, Gott zu schauen, seine Herrlichkeit und alles, wonach ich mich mit menschlichem Unverstand sehnte und plagte, seinen Frieden. O, ich denke viel ans Jenseits, mit Freude. Vor dem Gericht bangt mir nicht. Ich bin zwar ein armes, elendsündiges Menschenkind, aber wie groß ist Gottes Gnade und des Heilands Liebe! Darum tu ich getrost und ohne Zittern meine Pflicht fürs Vaterland, für mein liebes deutsches Volk. – Dank Euch, liebe Eltern, daß Ihr mich zum Heiland geführt. Das war Euer Größtes! Ich liebe Euch innig.

    Behüt Gott

    Hans.

    1. Juni 1916.

    Liebe Eltern!

    Ich liege auf dem Schlachtfeld mit Bauchschuß. Ich glaube, ich muß sterben. Bin froh, noch einige Zeit zu haben, mich auf die himmlische Heimkehr vorzubereiten.

    Dank Euch, Ihr lieben Eltern! Gott befohlen.

    Hans.


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