Feldpost: Otto Helmuth Michels

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg


    Otto Helmuth Michels, stud. phil., München,

    geb. 9. August 1892 in Odenkirchen (Rheinland),
    gef. 2. Juli 1918 in Avelny bei Contalmaison.

    1. Mai 1918.

    Das Auge sieht nichts auf tagelangen Märschen, nichts als Greuel der Verwüstung. Ein Brett an einem Baumstumpf genagelt, darauf ein Name: ein vernichtetes Dorf. Kein Stein, kein Strauch, kein Baum, nichts gibt Kunde vom einstigen Glück und Wohlstand – der Name bleibt.

    Das Mittelalter gab dem Teufel eine furchtbare Fratze. Wer kann den Teufel malen? Diese zerwühlte, zerrüttete Landschaft, die toten Wälder, Kreuz um Kreuz – das alles ist ein Zug in der Fratze des Teufels.


    Bildergalerie: Geschütze

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe