Feldpost: Robert Otto Marcus

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg


    Robert Otto Marcus, cand. med., München,

    geb. 9. Juli 1890 in Kamen in Westf.,
    gef. 30. April 1915 in den Argonnen.

    Mitten in den Argonnen, 27. März 1915.

    [...] Das, was hier einige hundert Meter von der Mühle vor sich geht, ist eigentlich nicht mit dem Ausdruck "Krieg" zu bezeichnen, und damit komme ich auf die Begründung meines eingangs geäußerten Wunsches, daß dieser Krieg bald ein Ende nehmen möge, nicht dieser Krieg, sondern dieser heimtückische grausame Waffenmeuchelmord. Wäre es ein frischfröhliches Dreinschlagen! Aber da wird mit Minen gearbeitet, die Zentnerladungen Sprengstoff enthalten, mit Handgranaten, mit Waffen aus der grauen Vorzeit: mit siedendem Öl, das unter Druck in die feindlichen Schützengräben gespritzt wird. Ist das noch menschenwürdig, eine solche Kriegsführung? Man kann nicht genug den Todesmut der Leute in den Schützengräben bewundern, die buchstäblich in jeder Sekunde dem Tode ins Antlitz sehen, die fünf Tage dauernd ihre Nerven bis zum Zerreißen anstrengen müssen, hier eine feindliche Handgranate, die soeben in ihren Schützengraben gefallen ist, mit rascher Geistesgegenwart ergreifen und sie, bevor sie noch zum Platzen gekommen ist, in den feindlichen Graben zurückwerfen, die dort eine Mine auf sich zukommen sehen und nun den Bruchteil einer Sekunde benutzen müssen, um dem Verderben zu entrinnen.


    Bildergalerie: Schlacht um Verdun

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe