Feldpost: Rudolf Moldenhauer

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg


    Rudolf Moldenhauer, Student der Handelshochschule in München,

    geb. 17. März 1898 in Bukarest,
    gef. 13. Dezember 1914 zu Maricourt bei Péronne.

    Halle bei Péronne, 9. Dezember 1914.

    Es ist der letzte Abend meines zwanzigstens Lebensjahres. Ich nehme heut einen doppelten Abschied: nicht nur von meinem alten Lebensjahr, auch von dem Teil des französischen Landes, der eine so große Rolle in meinem Leben gespielt hat: von Verdun.

    ... Wenn uns ein schöner Sonnenuntergang an den Sumpfgewässern der Somme beschert wird, wenn ein schöner, kalter Dezembermorgen den Frühnebel bricht und die Sonne den roten Lehm des Schützengrabens hell strahlen läßt, so sind wir glücklich und freuen uns wie Kinder über die Schönheit. Dann sehen wir auf unsere Untergebenen in ihren feldgrauen Kleidern: Sie kommen aus den Unterständen, dehnen sich, säubern sich und reinigen ihre Gewehre. Sie schauen über den Grabenrand, und ihre Augen leuchten, ihre Körper strotzen vor Gesundheit und Gradheit. Alles ist jung und freut sich der Natur und lebt in einem Ganzen, das gegenwärtig das stärkste ist: ein zum Schönen, Guten und Machtvollen erwachsenes Volk.


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    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

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