Flakartillerie

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    Im deutschen Feldheer gab es bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs 18 Ballonabwehrgeschütze, davon waren sechs motorisiert und zwölf pferdebespannt. Bis Kriegsende stieg ihre Zahl (ab 1916 "Flugabwehrkanonen" oder Flak genannt) auf 2576. Da die Fertigung den Bedarf nicht decken konnte, wurden in den ersten Kriegsjahren auch leichte Feldkanonen und Feldhaubitzen sowie zahlreiche erbeutete Geschütze mit behelfsmäßigen Sockeln ausgerüstet und zur Fliegerabwehr eingesetzt.

    Ab Ende 1916 lieferte die Industrie Neuentwicklungen aus, doch war die deutsche Flakartillerie des Ersten Weltkriegs mit 21 verschiedenen Kalibern und Geschützmustern sehr uneinheitlich bewaffnet. Mit der Ausarbeitung einer speziellen Theorie des Schießens, der Einführung von Entfernungsmessern, Kommandogeräten sowie von Horchgeräten und Scheinwerfern erhöhte die Flakartillerie ihre Wirksamkeit. In ihrer taktisch-operativen Organisation unterstand die Flakartillerie des deutschen Heers eigenen Truppenkommandeuren bei den AOK. Seit 1916 war die Flakartillerie in Flakgruppen (bei den Korps) und Flakuntergruppen (bei den Divisionen) gegliedert. Die Flakartillerie galt von dieser Zeit an als eine selbständige Waffengattung. Laut Versailler Vertrag von 1919 war Deutschland die Aufstellung von Flakartillerie verboten.


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