Franz Graf Conrad von Hötzendorf

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    österreichisch-ungarischer Feldmarschall; * 11. November 1852 in Penzing bei Wien , † 25. August 1925 in Bad Mergentheim

    Conrad Freiherr von Hötzendorf; Gemälde
    Generalstabschef Conrad Freiherr von Hötzendorf

    Auf Drängen des Erzherzogs Franz Ferdinand wurde Conrad von Hötzendorf 1906 Chef des Generalstabs. Nach Jahren des Stillstands und der Vernachlässigung schuf Conrad von Hötzendorf in Ausrüstung und Ausbildung eine neue österreichische Wehrmacht. Gegner des Drills, drängte er auf die Durchführung möglichst kriegsmäßiger Manöver und schulte vor allem den Generalstab für den Ernstfall. Seit 1907 forderte Conrad von Hötzendorf den Präventiefkrieg zunächst in der bosnischen Krise gegen Serbien, da er in der Annexion Serbiens die einzige Lösung der südslawischen Frage sah. Nach dem Attentat von Sarajevo 1914 forderte Conrad von Hötzendorf vergeblich den sofortigen Krieg gegen Serbien, um auch Russland gegenüber die Vorhand zu gewinnen.

    Bis zum Tod Kaiser Franz Josephs war er unter dem Oberbefehl Erzherzog Friedrichs der eigentliche Führer der österreichisch-ungarischen Wehrmacht. Führte Conrad von Hötzendorf anfangs eine Offensive im Osten durch, um Deutschland die Durchführung seiner Westoperationen zu ermöglichen, so trat er nach der Marneschlacht, anfangs vergeblich, dafür ein, dass zunächst Russland niederzuwerfen wäre. Die Schlacht bei Gorlitze und der Sommerfeldzug 1915 stellten den Höhepunkt von Conrad von Hötzendorfs Wirken dar, auch wenn ihm der entscheidende Erfolg versagt blieb. Nach der Niederwerfung Serbiens (Herbst 1915) wollte er die Entente aus Saloniki vertreiben, vermochte sich jedoch gegen Falkenhayn nicht durchsetzen.

    Nach dem Tod des alten Kaisers wurde Conrad von Hötzendorf von Kaiser Karl, der sein eigener Oberbefehlshaber sein wollte, zum Oberbefehlshaber einer Heeresgruppe in Tirol ernannt. Doch konnte er hier keine Erfolge erringen und wurde im Juli 1918 als Feldmarschall verabschiedet.


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