Friedrich Ebert

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Politiker; * 4. Februar 1871 in Heidelberg , † 28. Februar 1925 in Berlin

    Friedrich Ebert
    Reichskanzler Ebert begrüßt die heimkehrenden Truppen am 10. November 1918

    Der gelernte Sattler Ebert wurde 1893 Redakteur der "Bremer Bürger-Zeitung" und 1900 Mitglied der Bürgerschaft, 1905 Sekretär des SPD-Parteivorstands in Berlin. Ab 1912 war Ebert MdR und wurde 1913 auf dem Jenaer Parteitag der SPD als Nachfolger A. Bebels zum Parteivorstand gewählt. Er war ein pragmatischer Politiker, kein Freund ideologischer Auseinandersetzungen.

    Im Januar 18 versuchte Ebert vergeblich, den Munitionsarbeiterstreik zu verhindern; danach stellte er sich an dessen Spitze, um ihn in gesetzlichen Rahmen zu lenken. Als Gegner revolutionärer Umwälzungen und Vorsitzender der stärksten deutschen Partei schien er bei Kriegsende der einzige geeignete Regierungschef für die Liquidation des Kaiserreichs und einen Neuaufbau. Reichskanzler Max von Baden übergab daher Ebert am 9.11.18 die Geschäfte. Durch Wahl zum Vorsitz des Rats der Volksbeauftragten am 10.11. bestätigt, bemühte sich Ebert um Überwindung der revolutionären Nachkriegsphase und scheute dabei nicht das Bündnis mit den alten Eliten, insbesondere dem Militär. Am 11.2.19 wählte ihn die Weimarer Nationalversammlung zum ersten Reichspräsidenten. Ebert wurde Zielscheibe heftiger Attacken der nationalen Rechten. Wegen seiner Teilnahme am Januarstreik 1918 wurde er am 23.12.24 nach der Klage eines Redakteurs von einem Magdeburger Gericht im juristischen Sinne des Landesverrats für schuldig befunden. Dennoch wurde Ebert mit seiner natürlichen Autorität und persönlichen Integrität zu einem wichtigen Halt der jungen Weimarer Republik.


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