Georg Alexander von Müller

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Admiral; * 24. März 1854 Chemnitz , † 18. April 1940 Hangelsberg/Spree


    1871 Eintritt in die Marine, Günstling Admiral Tirpitz'; 1897/98 Ostasienreise mit Prinz Heinrich als dessen Adjutant; 1906 Ernennung zum Chef des Marineministeriums, damit Übernahme der einflussreichsten Position in der Marine. Als Vertrauter des Kaisers teilte Müller dessen Abneigung, die deutsche Hochseeflotte bei einem Zusammenstoß mit der britischen Grand Fleet zu riskieren; diese Einstellung prägte die Seekampftaktik des gesamten Kriegs entscheidend. Er opponierte gegen die Forderungen von Tirpitz nach einem unbegrenzten U-Boot-Krieg und brachte diesen damit gegen sich auf. Als sich der Kaiser letztendlich doch für diese Option entschied, wechselte auch Müller seinen Standpunkt und bemühte sich um die Unterstützung von Reichskanzler Bethmann Hollweg für einen totalen Unterseekrieg. Müllers Glaubwürdigkeit war damit nachhaltig geschwächt. Seine entscheidende Rolle bei der Entlassung Tirpitz' im Frühjahr 1916 zerstörte das Vertrauen der kommandierenden Generäle und Admiräle in den Admiral weiter. Aufgrund seiner guten Beziehungen zum Kaiser verblieb er zwar auf seinem Posten, verlor aber mit der Bedeutungszunahme des Oberkommandos von Generalfeldmarschall Hindenburg und General Ludendorff an Einfluss. Nach seiner Ablösung durch Admiral Scheer im August 1918 nahm Müller zwei Monate später seinen Abschied aus der Marine.


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