Georg Michaelis

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    deutscher Reichskanzler; * 8. September 1857 in Haynau, Schlesien , † 24. Juli 1936 in Bad Saarow

    Georg Michaelis
    Reichskanzler Michaelis bei einem Besuch in Flandern an der Mole vor Zeebrügge

    Jurastudium; 1884 Promotion ohne Einreichung einer Dissertation; 1885-89 Dozent an der Schule deutscher Rechtswissenschaften in Tokio, Rückkehr nach Berlin, dort Tätigkeit im preußischen Justizdienst, später im inneren Verwaltungsdienst; 1909 Berufung zum Unterstaatssekretär im preußischen Finanzministerium. Bei Kriegsausbruch wurde Michaelis zum Vorsitzenden im Aufsichtsrat einer Kriegsgetreide-Gesellschaft ernannt. Diese wurde ein Jahr später in die Reichsgetreidestelle übernommen, deren Leitung der Jurist übernahm. 1917 zum preußischen Staatskommissar für Volksernährung berufen, folgte Michaelis dem Reichskanzler und preußischen Ministerpräsidenten Bethmann Hollweg in dessen Amt nach. Er verweigert sowohl in Fragen des Friedensschlusses ohne Annexionen wie auch bezüglich Belgiens eine eindeutige Aussage; eine angestrebte Reform des Dreiklassenwahlrechts in Preußen wurde von ihm abgelehnt. Der Reichstag begann, sich im Oktober gegen den preußischen Politiker zu stellen; Ende des Monats trat Michaelis zurück. 1818 übernahm er das Amt des Oberpräsidenten der Provinz Pommern, wurde jedoch Ende März 1919 durch die Revolutionsregierung in Berlin abgesetzt. Michaelis wurde Mitglied der DNVP.


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