Geschütz

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg


    Im deutschen Kaiserreich wurden seit Beginn der 1890er Jahre außer leichten und mittleren Geschützen für die Feldartillerie (77-mm- und 100-mm-Kanonen, 105-mm-Feldhaubitzen sowie Gebirgs-Geschütze) auch schwere und überschwere Geschütze in die Streitkräfte eingeführt, u. a. eine 150-mm-Kanone, ein 210-mm-Mörser, die 420-mm-Mörser L/12 und L/16 sowie der 305-mm-Beta-Mörser 09. Sie gehörten während des Ersten Weltkriegs, teilweise fortentwickelt, zur Geschützausstattung der Artillerie.

    Besondere Anstrengungen unternahm die deutsche militärische Führung, um Geschütze zur Bekämpfung von operativen Fernzielen zu entwickeln. So kam es zur Konstruktion und zum Einsatz schwerster Kaliber, wie dem so genannten Paris-Geschütz, einer 209-mm-Kanone mit einem 35 m langen Rohr und einer Schussweite von 132 km. Die Fortbewegung der schweren Geschütze erfolgte zum Teil mit Pferdezug, zum Teil mit Motorzugmaschinen oder Dampfzugaggregaten. Ein Anlass für Änderungen in der Geschützausstattung war das Auftreten neuer Waffengattungen. Gegen die ab 1916 aufkommenden Panzer wurden von den deutschen Truppen leichte Feldkanonen eingesetzt, doch erwies sich bald die Notwendigkeit spezieller Panzerabwehr-Geschütze (Panzerabwehrwaffen). Zur Bekämpfung von Flugzeugen wurden Flak-Geschütze (Flakartillerie) gebaut. Als Munitionsarten gab es Spreng-, Brand-, Nebel- und spezielle Einschießgranaten, während das Schrapnell weniger Verwendung fand.


    Bildergalerie: Schlacht um Verdun

    > Weitere Galerien

    Briefe gefallener Studenten

    November 1914.

    ... Seit acht Tagen im Schützengraben, einer Ruine, in der bei Regenwetter das Wasser rauscht und alles von Lehm und Dreck starrt und die auch Schutz gegen das furchtbare Granatfeuer gewähren soll. Kleine Menschenarbeit gegen gewaltige Kräfte ... (Fritz Meese)

    > Weitere Briefe