Graf Luigi von Cadorna

    Aus Lexikon Erster Weltkrieg

    italienischer General; * 4. September 1850 Pallanza (heute zu Verbania) , † 23. Dezember 1928 Bordighera

    Luigio Graf von Cadorno, Oberbefehlshaber der italienischen Armee von 1915 bis 1917

    schon 1860 Eintritt in das Kadettenkorps, 1870 Leutnant, 1898 Generalmajor, 1905 Generalleutnant, 1910 Kommandierender General des Armeekorps Genua. 1914 zum Generalstabschef berufen, gelang es Cadorna bis zur Beendigung der italienischen Neutralität nicht, die veralteten italienischen Streitkräfte zu modernisieren. Nach der Kriegserklärung führte Cadorna mehrere Offensiven, die das Kampfgeschehen immerhin in österreichisches Territorium zurückdrängten. Im Mai 1915 leitete er die erste große Offensive gegen die österreichisch-ungarische Armee an der Isonzo-Front; die insgesamt vier Schlachten führten aufgrund der waffentechnischen wie organisatorischen Unterlegenheit der italienischen Truppen zu unverhältnismäßig hohen Verlusten. Cadorna konnte seinen Führungsanspruch erst in der Sechsten Schlacht von Isonzo im August 1916 wieder legitimieren, als es ihm gelang, die gegnerischen Truppen mehrere Kilometer zurückzudrängen. In den folgenden Schlachten wurden jedoch keine weiteren Erfolge erzielt. Nach der ebenfalls ergebnislosen Elften Schlacht ersuchte Österreich Deutschland um Hilfe; gemeinsam attackierten sie im Oktober 1917 den Caporetto-Sektor. Cadorna hatte diesen Angriff erst für das Jahr 1918 erwartet und war unvorbereitet. Nach zwei Tagen musste er einen allgemeinen Rückzug anordnen. Die kollabierte Frontlinie stabilisierte sich erst nach rund 110 km und schweren italienischen Verlusten am Fluss Piave. Cadorna wurde durch General Diaz ersetzt, aber 1924 durch Mussolini rehabilitiert und zum Marschall ernannt.


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